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Joachim Riese „Maschinen werden den Wirtschaftsprüfer nicht ablösen“

Der Chef der Prüfungsgesellschaft Warth & Klein sieht neue Technologien als Segen. KI und Robotik könnten der Branche mehr Qualität bringen.
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Warth & Klein: Joachim Riese sieht neue Technologien als Segen Quelle: Warth & Klein Grand Thornton
Warth & Klein-Chef Joachim Riese

Der 66-Jährige bereitet den Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Trinavis vor.

(Foto: Warth & Klein Grand Thornton)

DüsseldorfErbsen zählen, Häkchen machen – so lauten die gängigen Vorurteile über die Arbeit eines Wirtschaftsprüfers. Dieses Image hält sich zum Leidwesen der Dienstleister hartnäckig. Nun könnte ausgerechnet die fortschreitende Automatisierung das Ansehen der Prüfer verbessern.

Joachim Riese, Chef der mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton, wertet die neuen Technologien eher als Segen für Branche und Berufsbild. „Natürlich wird die Digitalisierung unsere Arbeit verändern. Aber ich sehe das positiv“, sagt der 66-Jährige im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Standardarbeiten und wiederholende Tätigkeiten wird künftig nicht der Mensch ausführen müssen.“

Warth & Klein mit Hauptsitz in Düsseldorf ist die zehntgrößte Prüfungsgesellschaft in Deutschland. Nach Angaben vom Dienstag hat sie im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017/18 ihren Umsatz auf 105 Millionen Euro erhöht, ein Plus von acht Prozent.

So wie die „Big Four“ der Branche – PwC, EY, KPMG und Deloitte – versprechen sich auch die mittelständischen Prüfer von Robotik und künstlicher Intelligenz mehr Qualität: „Die neuen Technologien sind für uns eher eine Erleichterung, wir werden viel größere Datenmengen beim Kunden auswerten können und dadurch bessere Ergebnisse erzielen“, sagt Riese.

Bisher können die Dienstleister in den Unternehmen vielfach nur per Stichproben prüfen. Belege und Daten in den Unternehmen müssen meist von Menschenhand gesammelt, gepflegt und ausgewertet werden. Diese einfachen Arbeiten – so die Erwartung in der Branche – könnten künftig viel besser von Computern und Algorithmen erledigt werden.

Das dürften gerade die jungen Wirtschaftsprüfer gerne hören, die zu Beginn ihrer Karriere meist noch mit solchen Tätigkeiten betraut sind. „Ich sehe aber nicht, dass Maschinen den Wirtschaftsprüfer ablösen werden“, erläutert der Warth & Klein-Chef. „Die Bewertung der Datenanalyse wird weiterhin vom Menschen kommen.“

Weniger Detailarbeit, mehr Blick fürs Ganze und mehr analytische Kompetenz ist künftig von Wirtschaftsprüfern gefragt, wie auch eine Untersuchung der Marktforschungsgesellschaft Lünendonk zeigt. Riese gibt sich überzeugt. „Das kann dem Beruf des Wirtschaftsprüfers nur guttun.“

Wie bei den „Big Four“ zeigt sich auch bei Warth & Klein, dass die Prüfungsgesellschaften vor allem mit Beratung wachsen. Bei dem Düsseldorfer Unternehmen haben 2017/18 zwar alle Sparten zugelegt, am stärksten jedoch die Steuer- und Rechtsberatung.

Das wird auch im laufenden Geschäftsjahr so sein: Warth & Klein schließt sich zum 1. März 2019 mit der Berliner Steuerberatungs- und Prüfungsgesellschaft Trinavis zusammen. Beide kommen nach eigenen Angaben auf einen gemeinsamen Umsatz von rund 140 Millionen Euro.

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