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Jump Teile und rolle – Uber startet E-Bike-Sharing in Berlin

Einen Tag vor dem Börsengang in den USA startet der Tech-Konzern einen Sharing-Service für Elektrofahrräder in Berlin. Wie Jump funktioniert.
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Jump: Uber startet E-Bike-Sharing in Berlin Quelle: Reuters
E-Bikes von Uber Jump

Der US-Mobilitätskonzern startet sein Angebot des E-Bike-Sharing in Berlin.

(Foto: Reuters)

Berlin, San FranciscoWenn sie den Namen Uber hören, denken die meisten Menschen in Deutschland wahrscheinlich an den Streit, den der US-Konzern seit Jahren mit den Taxifahrern ausficht. Die Fahrdienste Uber Black und Uber Pop wurden hierzulande verboten. Der taxi-ähnliche Service UberX steht im Mittelpunkt eines Koalitionsstreits um das von Verkehrsminister Scheuer geplante Taxi-Gesetz.

An diesem Freitag will der Tech-Konzern in den USA an die Börse gehen. Einen Tag vorher bringt Uber in Berlin einen neuen Service an den Start, einen mit leiseren Tönen: Ein Sharing-Model für Fahrräder mit Elektroantrieb, sogenannte Pedelecs, die bis zu 25 Kilometer pro Stunde schaffen. Man kann sie per App buchen und das Schloss mit einem QR-Code öffnen.

Jump heißt Ubers neuer Dienst, erfunden wurde er von einem US-Start-up, das Uber im vergangenen April gekauft hat. In Berlin will Jump mit 1000 Elektrofahrrädern an den Start gehen. Getestet wird der Service schon seit dem vergangenen Herbst.

Für den Markteintritt wird es allerhöchste Zeit. Es gibt schon jede Menge Anbieter, die Fahrräder per App vermieten. Die ersten machten auch schon wieder pleite. Berlin hat sich zwar zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine „Fahrradstadt“ zu sein, hat aber bisher nicht viel dafür getan, das Radfahren sicherer und attraktiver zu machen. „E-Bike-Sharing bringt den Stadtverkehr nachhaltig voran. Es eröffnet den Menschen eine neue Leichtigkeit der Fortbewegung, auch über längere Strecken“, sagt Christian Freese, Regional General Manager von Jump in Europa.

Mit dem Start von Jump in Deutschland unterstreicht Uber kurz vor dem Börsengang erneut, wie es bewertet werden will: als Mobilitätsplattform, nicht nur als Fahrtenvermittler. Außerdem kommt zum ständig umkämpften Taxi-Ersatz eine Alternative. Und nicht nur eine: Nach und nach integriert Uber neue Transportvehikel und Angebote in die eigene Plattform, von den E-Fahrrädern über Elektroroller bis hin zu vermittelten Lkws und dem Lieferdienst Uber Eats. Eines Tages sollen auch Flugtaxis dazu gehören.

Städte kämpfen gegen Verkehrschaos

Der Grund: Damit lässt sich mehr verdienen. Die Verluste von Uber beliefen sich 2018 auf 1,8 Milliarden Dollar. Die Wette der Investoren ist noch lange nicht aufgegangen.

„Wir wollen die Lösung sein, an die Menschen denken, wenn sie sich von A nach B fortbewegen wollen“, erklärte Produktchef Manik Gupta kürzlich im Interview mit dem Handelsblatt. Uber strebe danach, alles zu steuern, was sich bewegt und damit die Auslastung und den Wert von Ubers Plattform zu steigern.

Mit den elektrischen Rädern zieht Uber zudem die Metropolen auf seine Seite. Viele Städte kämpfen gegen Verkehrschaos und Luftverschmutzung, das Start-up bietet Alternativen. Die Jump-Bikes nehmen weniger Platz auf den Straßen und beim Parken ein als Autos. Das macht sie zu einem effektiven Mobilitätsangebot in urbanen Zentren.

Das fahrradfreundliche Europa ist schon länger ein erklärtes Ziel von Uber. Im vergangenen September hat Ryan Rzepecki, der Gründer von Jump, im Interview mit dem Handelsblatt gesagt: „Wir wollen in den europäischen Markt, zuerst nach Berlin“. Die Städte in Europa seien besser auf Fahrräder und Fußgänger ausgerichtet. Der europäische Markt könne für Uber langfristig größer sein als der amerikanische.

Viele Anbiete von E-Scootern vor dem Start

Uber hatte Rzepeckis Fahrrad-Start-up vergangenen April übernommen. Die Firma war 2011 als „Social Bikes“ gestartet. Sein Unternehmen wolle verschiedene Mobilitätsangebote in einer App zusammenbringen, erklärte Uber-Chef Dara Khosrowshahi damals in einem Blog-Post.

Auch das US-Start-up Lime hat hierzulande Pedelecs im Angebot. Das Hauptgeschäft macht Lime aber nicht mit Elektro-Fahrrädern, sondern mit E-Scootern, elektrisch angetriebenen Tretrollern. Die sind auf deutschen Straßen bislang nicht erlaubt – das wird sich aber ändern.

Noch im Mai soll über ein entsprechendes Gesetz entschieden werden. Und neben Lime stehen eine ganze Handvoll Start-ups bereit, mit mehreren hundert Millionen finanziert, den Straßenmarkt zu erobern. Selbst Autoriese VW bereitet den Einstieg ins Vermietgeschäft mit elektrischen Tretrollern vor – und ist längst nicht der einzige Autokonzern, der diesen Markt besetzen will.

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