Kantinen „Veggie Day“ mit Schnitzeltheke

Die Position der Grünen zu vegetarischen Tagen in Kantinen erhitzt die Gemüter. Dabei ist das in vielen Betriebsrestaurants schon Alltag – wenn auch nicht immer im reinsten Sinne. Manche Betreiber schrecken ganz zurück.
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Donnerstag = Veggietag: Speiseplan der Deutschen Post. Schnitzel gibt es trotzdem.

Donnerstag = Veggietag: Speiseplan der Deutschen Post. Schnitzel gibt es trotzdem.

DüsseldorfSchon vor einigen Monaten war es in der Kantine der Post-Zentrale in Bonn so weit: Der „Veggie Day“ hielt Einzug. Ein rein vegetarischer Tag, darauf hatte nicht nur der Vegetarier-Bund in einem Schreiben an den Dax-Konzern gepocht. Auch die Stadt Bonn hatte zum Gemüsetag in Betriebsrestaurants aufgerufen.

Derzeit schlägt das Konzept des fleischfreien Tags bundesweit für Schlagzeilen: Die Grünen halten die Gemüsetage für sinnvoll - aus mehreren Gründen: Bei der Fleischproduktion falle wesentlich mehr klimaschädigendes Kohlendioxid an als bei der Gemüseernte, fleischlastige Ernährung sei gesundheitsgefährdend und der Massentierhaltung könnten Grenzen gesetzt werden. FDP- und CDU-Politiker wettern mit Schaum vor dem Mund gegen die Initiative. Dabei fördert unter anderem das Bundesverbraucherschutzministerium der schwarz-gelben Regierung die Einführung eines vegetarischen Tags in Hannover.

Auch der vegetarische Tag in der Post-Kantine geht auf einen Vorstoß der Gemeinde zurück. Die Debatte in der Stadt sei emotional geführt worden, „genauso wie jetzt landesweit“, sagt Doris Ngom vom Bonner Agendabüro. Dabei gehe es auch an einem „Veggie Day“ nicht nur um reine vegetarische Ernährung, sondern darum „das Vegetarische herauszustellen und nicht nur trockene Nudeln mit Tomatensoße anzubieten“.

Bei den Mitarbeitern der Post stieß der „Veggie Day“ zunächst auf Verwunderung – doch die Entrüstung legte sich langsam. Denn auch wenn der „Veggie Day“ grün eingefärbt im Speiseplan hervorsticht, ist in der Praxis das Gemüse keine Pflicht Zwar steht schon mal „Vegetarischer Burger mit Ayvar, Dijon Senf und Balsamicozwiebeln“ neben vier weiteren vegetarischen Gerichten auf dem Speiseplan. Doch nicht extra aufgeführt ist die „Heiße Theke“. Diesen Donnerstag gab es dort Schnitzel und Würstchen. Und andere Fleischliebhaber wählen an den grünen Donnerstagen an der Pizza-Ausgabe Salami und Schinken als Belag, so ein Mitarbeiter der Zentrale zu Handelsblatt Online.

Die Zahl der Teilnehmer an der Firmenspeisung ist an den vegetarischen Tagen dennoch um 15 Prozent niedriger als an gewöhnlichen Tagen, berichtet Kantinenbetreiber Sodexo. Allerdings gehe das Minus zurück, da man Erfahrung sammele, welche vegetarischen Gerichte gut ankämen. An normalen Tagen sei jedes siebte ausgegebene Essen vegetarisch.

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42 Kommentare zu "Kantinen: „Veggie Day“ mit Schnitzeltheke"

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  • Immer wieder versuchen Politiker, die Menschen zu irgend etwas zu "erziehen" - das muss wohl noch eine Nachwirkung sein aus dem "Umerziehungsprogramm" der "Befreier" nach 1945.

    Ich denke, wir brauchen keine "VolkspädagogInnen".

    Wir brauchen "VolksvertreterInnen", die unsere Interessen wahrnehmen bei den wirklich wichtigen Themen:

    Eurokrise, demografischer Wandel, Sozialabbau, Verarmung der Städte und Gemeinden, Vergammelung der Infrastruktur, Auslandseinsätze der Bundeswehr und und und ...

    ... und deshalb ist es mir auch ziemlich egal, ob jemand Vegetarier oder Veganer oder Fleischesser ist.

    Mahlzeit allerseits ;-)

  • @ Sladjana

    "Es geht hier um BEVORMUNDUNG. Politiker wollen BürgerInnen vorschreiben, was sie wann essen sollen. Anmaßende, arrogante grüne VOLKSPÄDAGOGIK und ENTMÜNDIGUNG der Menschen."

    Genau so ist es, Sladjana, volle Zustimmung

  • @ DJ_Osman
    ""Die Zahl der Teilnehmer an der Firmenspeisung ist an den vegetarischen Tagen dennoch um 15 Prozent niedriger als an gewöhnlichen Tagen" - und das trotz Fleischtheke.

    Tja, die Menschen reagieren empfindlich, wenn Ihnen jemand vorschreiben will, was sie essen sollen."

    Schöner Beitrag, danke, volle Zustimmung

  • Der längst widerlegte Irrglaube, das Fleisch Muskeln aufbaut, stammt von Justus Liebig. Fortbilden, und wenn es dazu nicht reicht, googlen hilft. Bereits 1988 konstatierte das Olympische Komitee: "Vegetarier haben keinerlei Nachteile, was ... die sportliche Leistung betrifft." Belegt wird dies durch den Meister mehrerer Disziplinen Emerich Rath, der sich seit seinem 16. Lebensjahr vegetarisch ernährte, oder Veggis wie Bill Pearl, 4xMr. Universum, Thomas Hellriegel, Ironman-Sieger, Chris Campbell, Wrestler-Weltmeister, Paavo Nurmi, neunfacher Olympiasieger + 22facher Weltrekordhalter im Langstreckenlaufen, Chris Campbell, Wrestler-WEltmeister, Boris Becker, Tennisas, Carl Lewis, Topleichtathlet, Cinzia Chiarenza, Miss Universe im Bodybuilding, Edwin Moses, 2facher Olympiasieger + 4x Weltrekordhalter im 400-m-Hürdenlauf, Yiannis Kourous, Weltrekordalter im Ultradistanzlauf, Murray Rose, Olympiasieger Schwimmen, Beat Gähwiler, mehrfacher Schweizer Meister im Zehnkampf, Sixto Linares, Weltrekordhalter im 24-Std-Triathlon, Ridgely Abele, US-Weltmeister Karate, Joe Rollino, der 288 kg mit einem Finger hob, Robert Sweetgall, Weltbester Ultralangstreckengeher über 40.000 km etc. etc. Und welche Weltrekorde halten Sie?

  • 1. Seit welchem Alter und mit welchem Vortraining (z.B. Fleischbeimischung im Babybrei)?
    2. Was für Eckzähne haben Sie denn? Normale Menschen laufen ohne Reißzähne rum.
    3. Vergleichen Sie mal den glatten, kurzen Darm eines Fleischessers - z.B. Hund - und den zottenreichen, langen und vielfach gewundenen Darm des Menschen, der eher dem eines Meerschweinchens denn dem eines Hundes gleicht. Genau hier liegt der Grund, warum Menschen, die viel Fleisch essen, überproportional häufig an Darmkrebs erkranken.

  • Muss diese Bevormundung sein? Meiner Meinung nach überhaupt nicht, jeder sollte entscheiden, was und wann er es isst.
    Bitte Zeigt eure Meinung bei dieser neuen Umfrage:
    http://bit.ly/Veggieday

  • "in der jungen Elite befinden sich nämlich immer mehr Vegetarier und zunehmend auch Veganer, weil sich allmählich rumzusprechen beginnt, dass vor allem Veganer erheblich leistungsfähiger sind." - Zitat Gruene_nein_danke

    Ich schmeiß mich weg vor Lachen ! Das ist DER Brüller !

    Kennen Sie "Kreatin" ? Kommt nur in Fleisch vor und steigert sowohl körperliche wie auch geistige Fitness. Wissenschaftlich erwiesen und überall nachlesbar.

    Sie können natürlich auch mal die gesundheitsbewusste junge Elite im Fitness-Studio befragen. ;-)

  • @ Gruene_nein_danke

    "Kleine Kinder haben eine natürliche Abscheu vor Fleisch, das kann Ihnen jede Mutter bestätigen."

    So ein Blödsinn ! Meine Kinder haben eher eine "natürliche Abscheu" gegen Möhren und Spinat, aber nie gegen Fleisch.

    Warum hat der Mensch eigentlich ein Fleischfresser-Gebiss (spitze Eckzähne) ??? Hat sich die Evolution denn da geirrt ???

  • Kleine Kinder haben eine natürliche Abscheu vor Fleisch, das kann Ihnen jede Mutter bestätigen. Die (ungesunde) Fleischesserei wird den Kindern dann zwangsweise antrainiert, weil viele Uninformierte noch immer glauben, sie täten ihren Kindern damit was Gutes, von dem Chemiecocktail, den man inzwischen beim Fleisch zwangsweise mitkonsumiert, und der Vergiftung von Wasser, Böden, Luft (die teilweise schwer erkrankten (vor allem Kinder sind da empfindlich) Anwohner der Tierfabriken können da ein feines Lied singen), mal ganz zu schweigen.

  • Na, dann müssen Sie bald die Mehrheit aus ihrer muffigen Kantine ausschließen, in der jungen Elite befinden sich nämlich immer mehr Vegetarier und zunehmend auch Veganer, weil sich allmählich rumzusprechen beginnt, dass vor allem Veganer erheblich leistungsfähiger sind. Darum finden sich etwa auch unter den Kraftsportlern immer mehr Veganer (nicht Vegetarier).

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