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Kanzlei Jones Day Diese US-Anwälte sollen bei VW jeden Stein umdrehen

Volkswagen will die US-Kanzlei Jones Day mit der Aufarbeitung der Diesel-Affäre beauftragen. Dafür werden viele Millionen fällig. Die Anwälte sind in Deutschland keine Unbekannten – K+S kann davon ein Lied singen.
25.09.2015 - 15:59 Uhr
VW engagiert eine US-Kanzlei. Quelle: dpa
Anwalt vor Gericht

VW engagiert eine US-Kanzlei.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Köln Die Anwälte der US-Kanzlei Jones Day sollen ermitteln, wie es zu der Manipulation der Abgaswerte im VW-Konzern gekommen ist und wer dafür die Verantwortung zu tragen hat. Der Aufsichtsrat wolle auf seiner Sitzung am Freitag das Mandat an die Sozietät vergeben, erfuhr das Handelsblatt aus dem Umfeld des Gremiums. Dazu soll Jones Day vollständigen Zugriff auf alle Unterlagen und Daten des Wolfsburger Konzerns erhalten. Dabei werde es keine Rücksicht auf Personen und Ämter geben, hieß es.

Der Aufsichtsrat hat sich für eine US-amerikanische Kanzlei entschieden, weil diese als besonders konsequent gelten und um den Behörden in den Vereinigten Staaten entgegen zu kommen. Siemens war in der Schmiergeld-Affäre ähnlich vorgegangen, damals hatte die US-Kanzlei Debevoise & Plimpton den Zuschlag erhalten.

Dem Vernehmen nach hatten sich mehrere Anwaltskanzleien um das Mandat beworben, das mehr Geld einbringen dürfte als die Aufarbeitung der Siemens-Schmiergeldaffäre. Die Summe dürfte im oberen zweistelligen Millionenbereich liegen, hieß es in Konzernkreisen. Das ist aber eine eher konservative Schätzung.

Für Jones Day ist es ein Riesen-Erfolg, den Zuschlag bekommen zu haben. In Deutschland ist die Kanzlei an drei Standorten in Frankfurt, München und Düsseldorf vertreten. Gemessen am Jahresumsatz von 53 Millionen Euro liegt die Sozietät nach einem aktuellen Ranking des Branchenverlags Juve hierzulande nur auf Platz 28 der größten Kanzleien. In Deutschland arbeiten knapp 92 Anwälte für Jones Day.

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    Zuletzt hatte Jones Day in der Szene der Wirtschaftsjuristen für Aufsehen gesorgt, weil es ihnen gelungen war, den kanadischen Konzern Potash beim Angriff auf den Dax30-Konzern K+S zu beraten. Ein solcher Übernahmekampf ist wirtschaftsrechtliches Hochreck – ein Auftrag, nach dem sich die Top-M&A- Berater von Freshfields, Hengeler Mueller oder Linklaters die Finger geleckt hätten.

    Während Jones Day in Deutschland relativ klein ist, gehört die Anwaltsfirma weltweit mit zuletzt 1,85 Milliarden US-Dollar Umsatz zu den Top-Ten. In den USA macht die 1893 in Cleveland gegründet Kanzlei das meiste Geschäft.

    Einen Großteil der Arbeit bei VW werden nun US-Anwälte erledigen. Die deutschen Büros sind hierfür aber ein wichtiger Brückenkopf. Die Juristen werden tausende von Interviews führen und Dokumente sichten, um die für den Skandal verantwortlichen Personen zu identifizieren.

    In den USA hat VW zusätzlich Kirkland & Ellis beauftragt. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit US-Aufsichtsbehörden. Außerdem drohen in Übersee bereits jetzt 40 Sammelklagen auf zivilrechtlicher Ebene.

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