Klinikbetreiber Fresenius Kürzere Behandlungszeiten für Patienten

Der Gesundheitskonzern will seine Krankenhäuser mit kürzeren Behandlungszeiten profitabler machen. Das Geschäft mit Privatkliniken soll Fresenius auf Kurs halten – trotz Sorgen um eine Übernahme in den USA.
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Das Bad Homburger Gesundheitsunternehmen ist nicht nur als Klinikbetreiber tätig, sondern auch im Bereich der Medizintechnik. Quelle: dpa
Fresenius

Das Bad Homburger Gesundheitsunternehmen ist nicht nur als Klinikbetreiber tätig, sondern auch im Bereich der Medizintechnik.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainDeutschlands größter Privatklinikbetreiber Fresenius will seine Krankenhäuser noch stärker auf Effizienz trimmen. Das soll Kosten sparen und den Gesundheitskonzern trotz Schwächen im US-Geschäft mit Flüssigmedizin auf Kurs halten. Patienten blieben im Schnitt sechs Tage zur Behandlung in den deutschen Fresenius-Kliniken, bei der spanischen Konzerntochter Quirónsalud seien es nur vier Tage.

„Wir können uns dort effizientere Prozesse abschauen“, sagte Konzernchef Stephan Sturm am Montagabend in Frankfurt. Zugleich dämpfte er Sorgen angesichts von Problemen bei der milliardenschwere Übernahme des US-Konzerns Akorn.

Fresenius ist mit 111 Krankenhäusern Marktführer hierzulande vor Konkurrenten wie Asklepios und betreibt Häuser etwa in Berlin und Wiesbaden. 2016 hatte der Dax-Konzern aus Bad Homburg den spanischen Klinikbetreiber Quirónsalud für gut 5,7 Milliarden Euro gekauft – auch weil der deutsche Markt aufgeteilt ist und Fresenius bei weiteren Übernahmen auf Kartellhürden stoßen würde. Der Kauf von Quirónsalud hatte Fresenius im dritten Quartal erneut Umsatzsprünge gebracht. Auch deshalb peilt der Konzern 2017 Rekordgewinne an.

Das deutsche Krankenhaussystem kritisierte Sturm als „antiquiert“. Zu viele klamme Kliniken würden künstlich am Leben gehalten, der Markt sei zersplittert. Größere Häuser lieferten aber bessere Ergebnisse, da „bei vielen Behandlungen kein Sand ins Getriebe kommt“. Kliniken könnten straffer arbeiten, ohne das Patientenwohl zu gefährden, sagte Sturm. Kranken seien dabei auch frühere Entlassungen zumutbar.

Zugleich trat der Fresenius-Chef Sorgen entgegen, er habe sich mit der knapp vier Milliarden Euro teuren Übernahme des US-Konzerns Akorn überhoben, der Nachahmermedikamente wie intravenös zu verbreichende Arzneien herstellt. Es gebe Preisdruck in Amerika bei Tabletten, dieser habe aber Flüssigmedizin noch nicht erfasst.

Zwar könnte die hohe Profitabilität von Fresenius mit Flüssigarzneien etwas schwinden, doch große Anbieter dürften im Preiskampf bestehen. Auch müsse Fresenius wegen der Übernahme keine Werte in der Bilanz abschreiben oder frisches Kapital aufnehmen. Wegen Sorgen um die Akorn-Übernahme war die Fresenius-Aktie zuletzt eingebrochen.

Weitere Übernahmen schloss Sturm nicht aus. „Ich bin in jedem Unternehmensbereich bereit für Wachstum, sei es aus eigener Kraft oder über Zukäufe“, sagte er. Es sei aber nicht nötig, das hohe Tempo an Zukäufen der vergangenen Jahre aufrecht zu erhalten.

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