Krankenhaus vs. Praxis Welcher Arzt verdient mehr?

Wer verdient eigentlich mehr – der angestellte Krankenhausarzt oder der niedergelassene Mediziner in der eigenen Praxis? Zwei aktuelle Studien liefern widersprüchliche Erkenntnisse.
Immer mehr Mediziner scheuen das Risiko, eine eigene Praxis zu eröffnen. Quelle: Imago
Wo verdient der Arzt am meisten?

Immer mehr Mediziner scheuen das Risiko, eine eigene Praxis zu eröffnen.

(Foto: Imago)

FrankfurtKnapp ein Viertel der niedergelassen Ärzte geht bis 2020 in den Ruhestand. Jede Menge Nachwuchs wird also gebraucht, gemessen an der Zahl der knapp 100.000 Arztpraxen in Deutschland. Viele Mediziner finden es aber nicht mehr attraktiv, eine eigene Praxis zu gründen. Immer mehr von ihnen entscheiden sich für eine Anstellung und gegen die Niederlassung, wie die Erhebungen der Bundesärztekammer zeigen. Die Mediziner suchen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Freizeit und scheuen das Risiko der Selbstständigkeit.

Rein finanziell betrachtet allerdings würden sich Ärzte mit einer eigenen Praxis besser stellen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Apotheker-und Ärztebank. Das Institut hat für die Analyse Jahresabschlüsse von mehr als 1400 Allgemeinmedizinischen Praxen aus seiner Kundendatenbank ausgewertet.

Danach erzielte die Einzelpraxis eines Allgemeinmediziners im Jahr 2014 rund 167.100 Euro Praxisüberschussnach 155.600 Euro im Jahr zuvor. Der Praxisüberschuss (Honorareinnahmen minus Personal-, Raum-, Materialkosten sowie Zinsen) ist dabei laut Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank, in etwa mit dem Bruttoeinkommen eines Oberarztes zu vergleichen: Das lag laut dem letztem Vergütungsreport der Beratungsgesellschaft Kienbaum bei 126.000 Euro im Jahr 2014.

Das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) wiederum hat genau das Gegenteil ermittelt. Danach liegt der durchschnittliche Praxisüberschuss mit 117.100 Euro deutlich unter dem Bruttogehalt eines Klinikoberarztes, der laut Institut 135.000 Euro pro Jahr verdient.

So teuer sind die größten Krankenkassen
Hausarztbesuche in Pflegeheimen
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14,6 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt jeder Arbeitnehmer an die Krankenkasse – die Hälfte davon trägt der Arbeitgeber. Die von den Kassen individuell festgesetzten Zusatzbeiträge jedoch zahlt jeder Berufstätige vollständig selbst. Im kommenden Jahr werden die Zusatzbeiträge wohl um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent steigen. Eine der größten Kassen knackt die 16 Prozent Gesamtbeitragsschwelle.

Hier erklären wir, wie sie die Kasse wechseln können.

Techniker Krankenkasse
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Techniker Krankenkasse - 6,87 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

Barmer GEK
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Barmer GEK – 6,7 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

DAK erhöht Beiträge
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DAK - 4,89 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,5 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 16,1 Prozent

AOK Bayern
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AOK Bayern - 3,33 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,1 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 15,7 Prozent

AOK Baden-Württemberg
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AOK Baden-Württemberg - 2,99 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,9 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,5 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,0 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 15,6 Prozent

IKK Classic
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IKK Classic - 2,6 Millionen Mitglieder

Grundbeitrag: 14,6 Prozent des Arbeitsentgelts

Zusatzbeitrag 2015: 0,8 Prozent

Gesamtbeitrag 2015: 15,4 Prozent

Zusatzbeitrag 2016: 1,4 Prozent

Gesamtbeitrag 2016: 16,0 Prozent

Die Daten des Zentralinstituts aus dem Jahre 2013 basieren auf dem Praxispanel des Instituts, das regelmäßig 5500 Praxen quer durch alle Fachrichtungen zu Einnahmen, Kosten und Überschüssen befragt. „Während die Klinikärzte von Tariferhöhungen profitieren, verringert sich das Einkommen der Vertragsärzte durch stetig steigende Betriebskosten“, sagte Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Instituts im vergangenen November bei der Präsentation der Daten.

Ab dem ersten Jahr in die Gewinnzone
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