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Krisenprogramm Ferienflieger Condor will auf Entlassungen verzichten

Kurzarbeit statt Kündigungen: Die mit Staatshilfen gerettete Fluggesellschaft hat sich mit Arbeitnehmervertreten auf ein Krisenprogramm geeinigt.
22.07.2020 - 14:52 Uhr Kommentieren
Auch diese Airline wurde von der Coronakrise schwer getroffen. Quelle: Reuters
Maschine von Condor

Auch diese Airline wurde von der Coronakrise schwer getroffen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der Ferienflieger Condor will mit Kurzarbeit und Einsparungen, aber ohne Entlassungen die Coronakrise meistern. Mit den Gewerkschaften und Betriebsräten seien Vereinbarungen getroffen worden, mit denen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden könnten, teilte Condor am Mittwoch mit. „Dank tragfähiger und verantwortungsvoller Vereinbarungen mit allen Sozialpartnern bleiben alle an Bord“, erklärte Condor-Chef Ralf Teckentrup. Die mit staatlicher Finanzhilfe gestützte Fluggesellschaft hat knapp 4200 Mitarbeiter. Ein Teil davon soll bis zur derzeit möglichen Maximaldauer bis März 2021 in Kurzarbeit bleiben.

Mitte Juni hatte Teckentrup noch der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gesagt, bis zu 25 Prozent oder 1000 Stellen müssten wegen des Geschäftseinbruchs in der Corona-Pandemie abgebaut werden. Durch Kostensenkungen und die Vereinbarungen mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit für die Piloten, Ufo für die Flugbegleiter und Verdi für das Bodenpersonal werde das nun vermieden, ergänzte eine Condor-Sprecherin. So zog Condor kürzlich auch in eine verkleinerte, kostengünstigere Unternehmenszentrale um.

Dabei stockt Condor selbst die Gehälter der Beschäftigten im Gegensatz zu anderen Unternehmen nicht auf, sagte eine Sprecherin. Unter den Piloten gäben allerdings diejenigen, die fliegen, künftig Geld an diejenigen ab, die nicht fliegen können - etwa weil Langstreckenflüge wegen der Reisebeschränkungen derzeit nicht stattfinden. Zudem könnten Mitarbeiter nun kurzfristiger und flexibler eingesetzt werden.

Ufo-Geschäftsführer Nicoley Baublies sprach von einem „sehr mutigen Versuch des Managements, alle Mitarbeiter an Bord zu halten“. Die Flugbegleitergewerkschaft vereinbarte für die von ihr vertretenen Kabinenmitarbeiter einen Kündigungsschutz bis Ende 2025. Im Gegenzug gebe es die Option, Zugeständnisse bei Abfindungen zu machen, sollte sich die Lage deutlich verschärfen.

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    Ein Sprecher der Pilotengewerkschaft VC Cockpit sprach von Einschnitten, die vertretbar seien. Verdi vereinbarte für die Beschäftigten am Boden, in der Technik und für die von ihr vertretenen Flugbegleiter unter anderem einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2026. Im Gegenzug habe man Zugeständnisse bei Abfindungen bei freiwilligem Ausscheiden gemacht.

    Seit Beginn der Sommerferien nahm Condor den Flugbetrieb an all seinen acht Abflughäfen in Deutschland wieder auf. Seit Mitte Juni gelten in Deutschland keine pauschalen Reisewarnungen mehr für europäische Länder, aber noch für die meisten Reiseziele außerhalb der Europäischen Union. Condor habe im Juli 40 Prozent der Kurz- und Mittelstreckenflüge des Vorjahres im Programm, aber noch keine Langstreckenflüge.

    Der Staat stützt den Ferienflieger mit rund einer halben Milliarde Euro Finanzhilfe. Die Airline bekommt aus dem Corona-Schutzschild-Programm ein Darlehen über 294 Millionen Euro. Der staatliche Überbrückungskredit, durch den Condor nach der Pleite seines Mutterkonzerns Thomas Cook im Herbst der Insolvenz entging, wurde mit 256 Millionen Euro refinanziert. Neben dem Bund springt auch das Land Hessen der Fluggesellschaft bei.

    Mehr: 550-Millionen-Euro-Paket genehmigt – Condor fliegt mit Staatshilfe weiter.

    • rtr
    • dpa
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