Kuoni Reisekonzern vor Verkauf an Finanzinvestor

Immer mehr Reisen werden direkt im Internet gebucht. Traditionelle Anbieter wie Kuoni haben es schwer. Jetzt könnten Schweden bei den Schweizern komplett übernehmen – und einen großen Tourismuskonzern schmieden.
Update: 02.02.2016 - 12:32 Uhr
Der Reisekonzern Kuoni kämpft mit der Konkurrenz aus dem Internet. Quelle: dpa
Sonnenbad am Strand

Der Reisekonzern Kuoni kämpft mit der Konkurrenz aus dem Internet.

(Foto: dpa)

ZürichIn der Touristikbranche bahnt sich ein Milliardendeal an: Der Finanzinvestor EQT greift nach dem traditionsreichen Schweizer Reisekonzern Kuoni. Der Verwaltungsrat des Anbieters für Gruppenreisen erklärte am Dienstag, das 1,35 Milliarden Franken (rund 1,2 Milliarden Euro) schwere Angebot der Schweden zu unterstützen. Wie Reuters von Insidern erfahren hat, ist EQT auch im Rennen um die zum Verkauf stehende Tui-Tochter Hotelbeds, um sie mit Kuoni zusammen zu bringen.

Eine Übernahme durch EQT sei die ideale Lösung für alle Aktionäre, erklärte Verwaltungsratspräsident Heinz Karrer. Der Hauptaktionär von Kuoni, die Hugentobler-Stiftung, stehe hinter den Plänen des Finanzinvestors und wolle auch in Zukunft aktiv an dem Reisekonzern beteiligt bleiben. Die verschwiegene Familienstiftung hält 25 Prozent der Stimmrechte und ließ sich bislang nicht in die Karten schauen. Dass sie nun die Offerte unterstützt, macht es wahrscheinlich, dass auch die anderen Aktionäre ihre Papiere an EQT verkaufen. Dies sind vor allem Finanzinvestoren, der größte davon ist mit rund 15 Prozent Silchester International.

EQT hat nach eigenen Angaben viel vor mit den Schweizern, die als eine Art Großhändler für die Reiseindustrie agieren und auf die Bearbeitung von Visa-Anträgen spezialisiert sind. Ziel sei, die Marktführerschaft durch organisches Wachstum als auch durch Zukäufe zu stärken, sagte EQT-Partner Michael Bauer. Zu einer möglichen Übernahme der Tui-Sparte Hotelbeds wollte er sich nicht äußern.

Europas größter Reisekonzern hatte seine Tochter kürzlich ins Schaufenster gestellt und erklärt, dass auch Finanzinvestoren interessiert seien. „Strategisch würden die beiden Firmen gut zusammenpassen“, sagte eine mit dem Deal vertraute Person zu Reuters. „Hotelbeds würde einiges an Synergien mit Kuoni bringen.“ Insidern zufolge kommt Hotelbeds auf einen Wert von 800 Millionen bis eine Milliarde Euro.

EQT bietet für eine Kuoni-Aktie 370 Franken in bar. Für eine erfolgreiche Übernahme seien mindestens 67 Prozent der Stimmen und mehr als 50 Prozent des Aktienkapitals notwendig, teilte Kuoni mit. Investoren können ihre Anteile vom 8. März bis zum 6. April andienen. An der Börse schoss der Kurs der Kuoni-Aktie um 19 Prozent auf 363 Franken nach oben.

In diesen Städten sind die Hotels am teuersten
Platz 12: Doha (Katar)
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Der Finanzdienstleister Bloomberg hat die Preise von Hotels in 100 Städten weltweit verglichen. Auf Platz zwölf der teuersten Hotel-Städte weltweit landet Doha. In der Hauptstadt von Katar gibt es viele Hotels – Tendenz steigend. Grund dafür sind vor allem die Menschen, die zum Arbeiten in das Land kommen. Touristen müssen für eine Nacht in einem Hotel 223 Dollar bezahlen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 1,3 Prozent. Reisende, die auf der Suche nach einem billigen Hotelzimmer sind, sollten diese Städte möglichst meiden. Denn es geht noch teurer...

Grundlage für die Bloomberg-Rechnungen waren die angebotenen Preise des Online-Reisebüros Expedia für den 1. bis 10. August dieses Jahres sowie den 1. bis 10. Februar 2016. Auf diese Weise sollten Ferien, Werbeaktionen und Tagungspreise berücksichtigt werden.

Quelle: bloomberg.com

Platz 11: London (Großbritannien)
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227 Dollar pro Nacht in einem Hotel – in London ist gar nichts billig. Günstige Hotels musste Großbritanniens Hauptstadt nie bieten. Seit Jahren strömen die Touristenmassen auch so nach London. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Hotelpreise um 3,2 Prozent gestiegen. Verglichen wurden die Preise für ein Doppelzimmer für zwei Erwachsene, Hotelsterne wurden dabei außer Acht gelassen.

Platz 10: Hongkong (China)
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Hongkong ist eine der attraktivsten Destinationen für Städtereisen. Reisende müssen allerdings bei der Hotelsuche tiefer in die Tasche greifen: 236 Dollar kostet ein Doppelzimmer im Durchschnitt (Anstieg: 2,3 Prozent). Angetrieben werden die Preise in den Städten, in denen es einen Mangel an zur Entwicklung bereitstehendem Land gibt und die Zahl der verfügbaren Zimmer begrenzt ist.

Platz 9: Los Angeles (USA)
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Strand und Sonne, Stars und Sternchen – Los Angeles hat einiges zu bieten. Die Hotels sind im Vergleich zu anderen Metropolen der USA noch relativ günstig: 237 Dollar kostet eine Hotelübernachtung. Dennoch sind die Preise innerhalb eines Jahres um 23,8 Prozent nach oben geschossen. Bei den 5-Sterne-Hotels, die mit Spa, Sportklub oder Sportplätzen zu den luxuriösesten gehören, steht Los Angeles an zweiter Stelle. In dieser Kategorie kostet ein Zimmer 584 Dollar.

Platz 7 (1): Miami (USA)
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Einen achten Platz gibt es laut Bloomberg nicht, dafür teilen sich zwei US-amerikanische Metropolen Rang sieben: Für 240 Dollar können Miami-Urlauber ein Hotelzimmer für eine Nacht finden. Viel teurer sind die Zimmer aber nicht geworden: die Preise sind um 1,8 Prozent gestiegen.

Platz 7 (2): Chicago (USA)
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Der zweite siebte Platz geht an Chicago. Eine Hotelübernachtung kostet hier wie in Miami 240 Dollar, allerdings sind die Preise in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Chicago ist ein teures Pflaster und das bekommen vor allem Hotelgäste zu spüren. Im Vergleich zum Vorjahr müssen sie um die 63,8 Prozent mehr bezahlen.

Platz 6: Tel Aviv (Israel)
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Wer in die lebhafte Stadt in Israel reisen will, muss mehr Geld mitnehmen. Die Hotelpreise in Tel Aviv sind nämlich um 8,3 Prozent gestiegen. So kostet ein Doppelzimmer im Hotel pro Nacht 241 Dollar.

Kuoni kämpft wie andere Reiseanbieter mit der wachsenden Konkurrenz durch Flug- und Hotelbuchungen direkt über das Internet. Im vergangenen Jahr verkaufte das 1906 gegründete Unternehmen das europäische Reiseveranstaltergeschäft an den deutschen Rewe-Konzern. Erst vor wenigen Wochen stellte sich der umstrukturierte Konzern selbst zum Verkauf. 2014 verdiente Kuoni bei einem Umsatz von 5,5 Milliarden Franken netto rund 67 Millionen Franken, das waren rund drei Prozent weniger als im Jahr davor.

EQT hat seine Wurzeln in der schwedischen Industriellen-Familie Wallenberg und ist inzwischen der größte skandinavische Finanzinvestor. In Deutschland ist EQT unter anderem am Pflaster-Hersteller BSN Medical, am Bäckerei-Franchisesystem Backwerk und an EEW Energy from Waste beteiligt, der ehemaligen Müllverbrennungs-Sparte von Eon.

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