Marode Fluggesellschaft Staatspost könnte zum Alitalia-Retter werden

Die Fluggesellschaft Alitalia will mit einer Kapitalerhöhung ihr Überleben sichern. Die italienische Regierung will offenbar Aktien kaufen – und zwar über die staatliche Post. Allerdings stellt sie Bedingungen.
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Flugzeuge der Alitalia: Regierung prüft Finanzspritze. Quelle: Reuters

Flugzeuge der Alitalia: Regierung prüft Finanzspritze.

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Mailand/RomDie italienische Regierung prüft eine Finanzspritze für die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia über die staatliche Postgesellschaft, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Demnach erwägt die Regierung, sich mit 75 Millionen Euro an der geplanten Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro zu beteiligen. Angedacht seien weitere 75 Millionen Euro an Kreditgarantien. Bedingung für die staatliche Unterstützung sei aber, dass es im Alitalia-Management personelle Veränderungen gebe. Die Regierung wolle ihren Vorschlag dem Vorstand am Freitag unterbreiten.

Zudem hat sich die Regierung im Kampf um die Zukunft des Unternehmens mehr Zeit gewonnen. Ein für Donnerstagnachmittag geplantes Vorstandstreffen wurde um einen Tag verschoben. Ein Alitalia-Sprecher wollte sich zu den Gründen dafür nicht äußern. Alitalia kämpft mit einem Schuldenberg von einer Milliarde Euro und benötigt dringend einen neuen Investor, ansonsten droht innerhalb von Tagen die Zahlungsunfähigkeit.

Die Regierung in Rom sucht nach einem italienischen Unternehmen, das bereit ist, eine Zwischenfinanzierung zu leisten - bisher aber ohne Erfolg. Eine Schlüsselrolle könnte der Fluggesellschaft Air France-KLM zukommen. Mit ihr wird einem Insider zufolge über eine Erhöhung ihres Anteils von derzeit 25 Prozent verhandelt.

Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen benötigt Alitalia, die seit 2002 keine schwarzen Zahlen mehr geschrieben hat, eine Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro sowie eine Kreditlinie von 200 Millionen Euro. Bereits am Samstag könnte Alitalia zudem der Treibstoff ausgehen. Der Energiekonzern Eni drohte Kreisen zufolge damit, kein Kerosin mehr zu liefern, sollte es nicht gelingen, bis dahin das Überleben des Unternehmens zu sichern.

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