Medienbericht Beginnt die Demontage von Hochtief?

Bei Hochtief hat seit 2011 der spanische Bauriese ACS das Sagen. Einem Zeitungsbericht zufolge soll sich das deutsche Unternehmen nun von großen Geschäftsbereichen trennen.
Update: 07.02.2013 - 14:02 Uhr 11 Kommentare
Hochtief will einem Medienbericht zufolge große Geschäftsbereiche verkaufen. Quelle: dapd

Hochtief will einem Medienbericht zufolge große Geschäftsbereiche verkaufen.

(Foto: dapd)

FrankfurtBeim größten deutschen Baukonzern Hochtief stehen nach der Übernahme durch den spanischen Wettbewerber ACS alle Unternehmensteile auf dem Prüfstand. Entscheidungen zur Zukunft des Konzerns gibt es dabei noch nicht. Diese könnten bis Ende des Monats fallen - dann will der neue Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes seine Strategie vorstellen. Die Analyse der künftigen Strategie sei entsprechend "noch nicht abgeschlossen", erklärte ein Unternehmenssprecher. "Es gibt daher auch keinerlei Entscheidungen."
Er reagierte damit auf einen Bericht der Zeitungen der WAZ-Gruppe vom Donnerstag, Verdes plane den Verkauf der Servicesparte innerhalb der Hochtief Solutions AG und eine Trennung vom Geschäft mit Projektentwicklungen. Im Servicegeschäft sind rund 5700 Mitarbeiter beschäftigt, einige Hundert sind es in der Projektentwicklung. Die betriebliche Leistung des Teilbereichs lag nach Schätzungen bei rund 1,5 Milliarden Euro - im Konzern lag die Leistung 2011 bei über 25 Milliarden Euro. Bei den Investoren kam die Aussicht auf einen Verkauf von kleineren Unternehmensbereichen gut an - Hochtief-Aktien legten bis zum Mittag um knapp zwei Prozent zu und notierten bei 48,34 Euro.

Der Hochtief-Aufsichtsrat wollte im Laufe des Tages zusammentreten. Im Umfeld des Arbeitnehmerlagers hieß es, Beschlüsse seien bei der Sitzung nicht zu erwarten. "Gerüchte über eine Entscheidung des Hochtief-Aufsichtsrats über Verkäufe" seien "falsch", unterstrich der Hochtief-Sprecher.

Verdes hatte erst im vergangenen Monat bekräftigt, er werde die neue Konzernstrategie bei der Vorlage der Jahresbilanz am 28. Februar präsentieren. Er durchleuchte jede Einheit und jedes Segment des Konzerns unter den Fragestellungen, wo Hochtief wirklich stark sei, wie viel Kapital für ein Geschäft eingesetzt werden müsse und welche Margen erzielt werden könnten, hatte der ehemalige ACS-Manager gesagt. Aufsichtsrat und Vorstand hatten bei der Amtsübernahme des Spaniers im vergangenen Jahr betont, "eine Zerschlagung oder Filetierung von Hochtief" werde kein Element der neuen Strategie sein.

Verdes war damals einstimmig ernannt worden - auch die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat hatten sich damit hinter ihn gestellt. Verdes hatte immer wieder betont, er wolle Hochtief auf Profit trimmen. Der Konzern müsse dabei aber noch ein "hartes Stück Weg" zurücklegen. Hochtief hatte 2011 einen Konzernverlust geschrieben und keine Dividende ausgeschüttet.

ACS hatte sich nach einem langen Übernahmekampf 2011 die Mehrheit an Hochtief mit seinen mehr als 80.000 Mitarbeitern und Auslandstöchtern wie der australischen Leighton gesichert. In der Folge verließen zahlreiche Hochtief-Manager das Unternehmen, in der Belegschaft machten immer wieder Gerüchte um eine Zerschlagung die Runde. Jüngst hatte auch Aufsichtsrätin Christine Wolff das Gremium verlassen.

Die Unternehmensberaterin, die erst im Sommer in den Aufsichtsrat eingezogen war, habe sich aus "persönlichen Gründen" zurückgezogen, sagte der Hochtief-Sprecher. Im Aufsichtsrat sind damit derzeit zwei Posten der Kapitalseite vakant: Neben Wolff hatte auch der ehemalige Aufsichtsratschef Manfred Wennemer dem Gremium den Rücken gekehrt. Wennemer hatte zum Jahreswechsel seinen Hut genommen, neuer Aufsichtsratschef ist der ehemalige Deutsche-Börse-Manager Thomas Eichelmann.

  • rtr
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11 Kommentare zu "Medienbericht: Beginnt die Demontage von Hochtief?"

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  • Also immer langsam! Hier wird ein Verkauf stattfinden.
    Kein dicht machen. Was der neue Eigner mit den Mitarbeitern nach einem Jahr macht weiß man nicht.
    Also der Vergleich mit Holzmann passt nicht.
    Momentan sieht es nach einer Rückbesinnung zum Baugeschäft aus.

  • Die Demontage Deutschlands ist ebenfalls längst in vollem Gange.

    Warner gab es genug.

    Aber Warnschilder werden bekanntlicherweise gerne ignoriert - weil sie nicht ernst genommen werden.

    Und es ist stark zu bezweifeln, dass deutsche Politiker durch Schaden klug werden.


    "ACS wird seine Beteiligung an Hochtief von 25,01 % nicht weiter aufstocken" - so damals im Jahr 2007 die Beteuerung des ACS Managements. Narren schenkten dem glauben.

    Deutsche Politik taten es.

    Das Fundament der EU steht auf Lug und Trug.

  • Die Manager gehören auf die Anklagebank die dieses "renommierte Unternehmen" gegen die Wand gefahren haben.Aber ein goldener Handschlag ist immer noch die Beste Verabschiedung.Es wird enden wie Holzmann.Publicity Bilder mit anschließenden Gang zum Schafot.In solchen Fällen kann man die Unternehmensform AG vergessen.Das nächste Wird Thyssen, sein Cromme lässt grüssen.Die "Klassische Deutschland AG" in letzten Zügen.

  • Das war nicht der erste derartige Fall, und es wird noch lange nicht der letzte sein. Schade um D.

  • Und derweil beschäftigt uns Frau Merkel mit ihrem "vollsten Vertrauen" für ihre Freundin Schavan. Was sind das für trash people da in Berlin. Es widert einen an. Leider wollen es die Alternativen SPD und GRÜNE ja noch toller treiben. Die würden gleich unsere Guthaben transferieren wenn da im Westen oder Süden einer das Wort "Solidarität" ruft. So eine Politikerkaste wie in Deutschland gibt es nur einmal auf der Welt. Diese Volk muss bienenfleißig sein. Aber das wird uns ja auch schon unwiderrufen vorgeworfen.

  • Ein Paradebeispiel EU (besser "Euro") par excellence.
    Ein EU-Pleitier bekommt statt Peseten eine neue und den Gerüchten zufolge wohl noch stabile Währung in die Hände, wird gepempert, kauft sich ein gesundes, ausländisches Unternehmen, und saniert sich damit (sprich, schlachtet es aus). Für ihre Peseta hätten ACS nicht die wertloseste Bruchbude in Deutschland bekommen. Das Ganze wird zu dem auch noch vom deutschen Steuerzahler überwiegend selbst finanziert. Gratulation !
    Aber global gesehen profitieren wir natürlich alternativlos vom Euro. Abgesehen von "alternativlos" (vom Terminus allein geht mir schon die Hutschnur hoch) ein bisschen plemplem die Situation. Diskussionen mit den betroffenen Hochtieflern sicherlich hochinteressant - mit garantiert "alternativlosem" Ergebnis.

  • In Hessen muss sich eine Stadt und Gemeinde nach der anderen unter den Schirm des Landes Hessen flüchten um der totalen Pleite zu entgehen. Da werden Straßen und Schulen vernachlässigt, Schwimmbäder, Theater und Bibliotheken geschlossen und gleichzeitg amüsiert sich Frau Merkel mit ihrem Freund Hollande beim Fußball und fällt Cameron heute in den Rücken weil der endlich mal die richtigen Fragen zum Budget der EU stellt. Wir werden ausgebeutet und dann noch so Schweinerein wie Hochtief. Länder wie Spanien und Frankreich verfolgen knallhart nationale Interessen und wir halten die linke Backe hin wenn wir rechts eine drauf kriegen. Frau Merkel kann sich so leicht beliebt machen. Wir sollten schon erwarten dass unsere Regierenden etwas mehr die Interessen der deutschen Menschen vertreten und mal langsam ohne Komplexe. Jemand der sich nicht wehrt wird auch nicht respektiert. Ich bedauere die Menschen von HOCHTIEF. Sie wurden geopfert damit sich die Spanier weiter ihre korrupte Oberklasse leisten können. Lesen Sie mal in El Pais was da los ist.

  • Soweit ich mich erinnere war HOCHTIEF ein erfolgreiches deutsches Unternehmen und die spanische ACF ein Pleitier der sich nur durch die Verlagerung von Schulden auf die Stadt Madrid durch die überteuerte Vermietung von unsinnigen Hochhäusern über Wasser halten konnte. Außerdem ist der Boß von ACF doch der Financier von Real Madrid. Nur durch den Euro den wir für Spanien absichern konnte ACF die Firma Hochtief kaufen, dass heißt wir haben die Übernahme von Hochtief über die EZB finanziert. Kann Frau Merkel Herrn Rajoy nicht mal stecken dass sich das Land Spanien äußerst unbeliebt macht mit solchen halbseidenen Machenschaften? Die Übernahme von Avnetis durch Sanofi wurde auch mit Rückendeckung des französischen Staates finanziert. Wie lange lassen wir uns das noch gefallen? Die deutshcen Arbeiter und Angestellten werden hier auf dem Altar deutscher Komplexe geopfert. Bei ähnlichen Vorgängen in Spanien und Frankreich wurde uns ganz schön auf die Finger gehauen, aus natinalem Interesse!
    Warum engagieren sich deutsche Banken hier nicht etwas mehr anstatt faule Hypotheken in den USA zu kaufen? Vielleicht sollte man auch von unseren Managern mal wieder etwas Patriotismus einfordern mit dem Land dessen Pass sie schützt.

  • Es kommt wie alle Laien es vorausgesagt haben.
    Die dt. Regierung läßt es zu dass ein völlig überschuldetes spanisches Unternehmen mit dt. Steuergelder einen der größten Baukonzerne Deutschlands erwirbt. Nebenher leistet sich der ACS Präsident man sich noch generös einen der teuersten Fusballclubs der Welt. Indirekt bezahlt auch hier der dt. Michel die astronomischen Gehälter von ronaldo und Co. (Steuern bezahlen die spanischen clubs schon längst keine mehr, Nationales Kulturgut). Im nächsten Schritt werden die Filetstücke verkauft und die Spanier machen den großen Reibach. Die unprofitablen Abfälle und entlassenen Mitarbeiter darf der dt. Steuerzahler anschliessend erneut retten.
    Wenn es nicht so traurig und vorhersehbar wäre könnte man nur noch lachen.

  • Der Knackpunkt ist doch wohl eher, dass es erlaubt ist,
    dass ein hoch verschuldetes also krnakes Unternehmen ein gesundes Unternehmen mit noch mehr Schulden kaufen darf !

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