Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Messebranche Deutsche Messen wachsen fast nur noch im Ausland

Die weltweite Expansion beschert den deutschen Messegesellschaften noch einmal Rekorde. Doch der Inlandsmarkt ist gesättigt, frische Ideen fehlen.
21.01.2020 - 16:48 Uhr Kommentieren
Das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele gibt im Oktober sein Asiendebüt in Singapur. Quelle: Gamescom
Gamescom in Köln

Das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele gibt im Oktober sein Asiendebüt in Singapur.

(Foto: Gamescom)

Düsseldorf, Frankfurt Vor dem Messegelände in Frankfurt protestierten die Klimaschützer, in den Hallen fehlten 19 von 34 wichtigen Ausstellern wie Renault, Fiat oder Ferrari. Nur noch 560.000 Besucher kamen im September zur Internationalen Automobilausstellung (IAA), 30 Prozent weniger als zuletzt. Zu Glanzzeiten waren es eine Million Gäste.

Die Autoschau, einst Zuschauermagnet und Schaufenster für Innovationen, ist der Spiegel einer Branche im Umbruch. Digitalisierung wird im Pkw immer wichtiger. Autobauer präsentieren sich lieber auf Tech-Messen wie der CES in Las Vegas.

Der IAA-Veranstalter, der Verband der Automobilindustrie, versucht nun, die Messe mit einem zeitgemäßeren Auftritt zu retten. Intelligente Mobilitätskonzepte statt PS und Chrom sollen künftig im Mittelpunkt stehen. Sieben deutsche Messestädte inklusive Frankfurt buhlen um die neue IAA, deren Zukunft jedoch noch ungewiss ist.

Das Bieterrennen um die verblasste Messemarke IAA ist Sinnbild für die deutsche Messebranche. Die kommt an neuen Konzepten nicht vorbei, will sie ihre führende Rolle behalten. Treiber ist die Digitalisierung, die neben neuartiger Produktpräsentation auch ganz andere Formate verlangt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    „Bei vielen Messen werden gegenwärtig die Konzepte überarbeitet“, sagt Philip Harting, Vorsitzender des Verbands der deutschen Messewirtschaft Auma. Das werde die Messen widerstandsfähiger gegen negative Markteinflüsse machen.

    Momentan läuft die Konjunktur noch. Und der Informationsbedarf nach digitalen Innovationen in vielen Branchen ist hoch. Deshalb blicken die deutschen Messegesellschaften insgesamt auch auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Viele erreichten 2019 erneut einen Umsatzrekord. Wie im Vorjahr dürften alle zusammen rund vier Milliarden Euro erwirtschaftet haben.

    Grafik

    Das Wachstum kommt aber vor allem aus dem Ausland. Im Inland ist Expansion kaum noch möglich, der Markt ist weitgehend gesättigt. Es herrscht eher das Prinzip Verdrängung.

    „Am Heimatstandort gab es für die deutschen Messegesellschaften eher moderate Steigerungen oder Stagnation“, resümiert Branchenexperte Udo Traeger von der Beratung Exhibition Doctors. 163 Messen fanden 2019 hierzulande statt. Die Ausstellerzahlen stiegen laut Auma leicht um rund ein Prozent, die Standfläche legte im Schnitt um ein halbes Prozent zu.

    Die Zahl der Besucher ging jedoch um knapp zwei Prozent zurück – vor allem durch die Entwicklungen im Automobilsektor. „Die Eintrübung der Konjunkturaussichten in vielen Ländern, aber auch unterschiedliche Akzeptanz von aktuellen Messekonzepten in einzelnen Branchen haben die positive Entwicklung der deutschen Messen etwas gebremst“, so das Fazit des Auma.

    Erfolgreiche Klone von Leitmessen

    Auslandsmessen dagegen spielen eine immer wichtigere Rolle. „Die deutschen Messegesellschaften sind sehr erfolgreich im Klonen ihrer Leitmessen in anderen Ländern“, sagt Traeger. So gibt es die Frankfurter Automechanika heute in 15 verschiedenen Ländern. Doch das Wachstum im Ausland hilft nur begrenzt, die großen und kostspieligen Messegelände daheim auf Dauer auszulasten.

    Umsatzstärkste deutsche Messegesellschaft war auch 2019 mit Abstand die Messe Frankfurt. Sie fuhr erneut einen Rekordumsatz von 733 Millionen Euro ein. Die Misere der Gastveranstaltung IAA konnten die Hessen verschmerzen. Für Frankfurt zahlt sich heute das frühzeitige Engagement im Ausland aus. Erstmals kamen mehr als 40 Prozent des Geschäfts von Veranstaltungen außerhalb Deutschlands.

    Messechef Wolfgang Marzin sieht darin auch die Bestätigung seiner Strategie. „Wir sind innerhalb unserer Branchen und Disziplinen gewachsen, wir wachsen organisch und mit Akquisitionen.“ Seit 2010 haben die Frankfurter insgesamt 46 Messen erworben. Alle Zukäufe habe man selbst finanziert, betont Marzin. Der Jahresüberschuss legte 2019 auf 54 Millionen Euro zu.

    Gamescom geht nach Asien
    Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
    Mehr zu: Messebranche - Deutsche Messen wachsen fast nur noch im Ausland
    0 Kommentare zu "Messebranche: Deutsche Messen wachsen fast nur noch im Ausland"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%