Messestandort Deutschland Zu deutschen Messen kommen immer mehr Aussteller aus dem Ausland – nur nicht aus den USA

Donald Trump klagt über deutsche Exportüberschüsse. Doch auf Messen in Deutschland lassen sich amerikanische Unternehmen immer seltener blicken.
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Amerikanische Unternehmen hingegen lassen sich auf deutschen Messen kaum blicken. Quelle: dpa
Viele Aussteller aus dem Ausland

Amerikanische Unternehmen hingegen lassen sich auf deutschen Messen kaum blicken.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Messeplatz Deutschland erfreut sich unter ausländischen Ausstellern wachsender Beliebtheit. Im Jahr 2017 beteiligten sich 107.830 Aussteller aus dem Ausland auf 157 internationalen Messen in Deutschland – das sind 6,3 Prozent mehr im Vergleich zu den jeweiligen Vorveranstaltungen. Das zeigen Berechnungen des Verbands der Deutschen Messewirtschaft Auma.

Überraschende Ausnahme: Aus den USA kamen fünf Prozent weniger Messeaussteller nach Deutschland. Das verwundert in Zeiten, in denen US-Präsident Donald Trump lautstark einen Abbau deutscher und anderer ausländischer Exportüberschüsse zur USA fordert. Schließlich dienen viele deutsche Leitmessen in ihrer Branche als globales Schaufenster für den Export in die ganze Welt.

„Sicher setzen viele kleinere US-Firmen zunächst auf den großen Inlandsmarkt und auf heimische Messen. Diese haben aber oft nur wenige Besucher aus anderen Kontinenten“, sagte Harald Kötter, der den Bereich Messen Deutschland und Öffentlichkeitsarbeit beim Auma leitet, dem Handelsblatt. „Deshalb ist es schon erstaunlich, dass nicht noch mehr Firmen auf den sehr internationalen deutschen Messen Exportchancen wahrnehmen wollen.“ Das Exportmarketing Richtung Übersee scheine in den USA – abgesehen von den Großunternehmen – schwächer zu sein als in Europa.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führte Deutschland 2017 für 50,5 Milliarden Euro mehr Waren in die USA aus als es von dort bezog. Im Jahr zuvor hatte der deutsche Exportüberschuss noch bei 48,9 Milliarden Euro gelegen. Die USA sind nach wie vor wichtigster Auslandskunde der deutschen Wirtschaft.

Auch wenn im ersten Halbjahr der deutsche Exportüberschuss mit den USA, an dem sich Donald Trump so stört, von 13,5 auf 12,9 Milliarden Euro wieder zurückging. Die von Trump initiierten Strafzölle auf bestimmte EU-Importe und die Gegensanktionen dürften den Handel mit den USA zusätzlich belasten.

Der Rückgang amerikanische Aussteller auf deutschen Messen ist sicher auch mit darauf zurückzuführen, dass die USA 2016 Partnerland der Hannover Messe waren. Dann kommen traditionell mehr Aussteller.

Allerdings zeigt auch der langfristige Trend die Messe-Zurückhaltung von Amerikanern im Messe-Mekka Deutschland: Die Zahl der US-Aussteller ist seit 2007 gerade mal um 14 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu kamen 35 Prozent mehr Aussteller aus Frankreich, 36 Prozent mehr aus Japan, und 44 Prozent mehr aus der Türkei.

China war 2017 das führende Ausstellerland in Deutschland mit 13.999 Beteiligungen, das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Chinesen überholten damit erstmals in einem ungeraden Messejahr die Italiener, die 13.145 Aussteller stellten. Die Wirtschaftsmacht USA folgt mit gerade mal 5.489 Ausstellern auf Platz fünf - nach Frankreich (6.593) und den Niederlanden (5.561).

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