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Mietwagenunternehmen Ein Berliner Unternehmen könnte der große Profiteur des Uber-Streits werden

Das Mietwagenunternehmen Safedriver profitiert von Ubers juristischer Schlappe und wird bundesweit Generalunternehmer. Hinter Safedriver steht ein Klinikunternehmer.
23.12.2019 - 12:40 Uhr Kommentieren
Uber-Streit: Safedriver könnte der große Profiteur werden Quelle: AFP
Uber-App

Der US-Konzern muss seine Prozesse wegen eines Urteils des Landgerichts Frankfurt überarbeiten.

(Foto: AFP)

Hamburg Die Entscheidung des Landgerichts Frankfurt, die Uber-App in ihrer bisherigen Form zu verbieten, dürfte einen besonders freuen: Ein Beteiligungsunternehmen des Gründers der Klinikgruppe Helios, Lutz Helmig, übernimmt die Abwicklung der Uber-Fahrten in Deutschland. Mit dem Schritt will Uber das drohende Verbot umgehen – denn anders als Uber hat Helmigs Berliner Mietwagenunternehmen Safedriver Group eine Mietwagenlizenz.

Bislang hat Uber eine Vielzahl von Mietwagenunternehmen mit Aufträgen versorgt. Künftig schaltet sich die Safedriver-Tochter Ennoo in ganz Deutschland als Generalunternehmen dazwischen. Damit reagiert Uber auf Kritikpunkte des Gerichts und kann wahrscheinlich das von der Genossenschaft Taxi Deutschland erwirkte Verbot umgehen.

Formal legt Safedriver künftig auch die Preise fest – will aber in der Realität die von Uber gestellte Technik dafür nutzen. Die übrigen Fahrdienstleister, die bislang für Uber fahren, werden künftig Subunternehmer von Safedriver Ennoo. In Berlin läuft dieses Modell schon länger, da die dortigen Behörden Uber bereits gedrängt hatten, ein Generalunternehmen auszuwählen.

„Das Geschäft mit der Uber-App läuft sehr gut“, sagte Safedriver-Gründer Thomas Mohnke dem Handelsblatt. Die App locke vor allem internationale Kunden, die Uber auch im Ausland nutzen. „Wir werden das Geschäft systematisch, langsam und ruhig ausbauen“, kündigte er an.

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    Bislang sind bei Safedriver allein für Uber 600 Mitarbeiter in denjenigen deutschen Städten aktiv, in denen der US-Konzern seinen Service anbietet. Damit stelle Safedriver allerdings weniger als fünf Prozent aller deutschen Uber-Fahrer, sagte Mohnke. An diesem Verhältnis solle sich auch in Zukunft wenig ändern. Die eigenen Fahrer sind bei Safedriver angestellt und sollen – je nach Schichtzuschlägen – 14 Euro plus Trinkgeld pro Stunde verdienen können. Die Subunternehmer können weiterhin eigene Entlohnungsmodelle beibehalten.

    Safedriver erhofft sich Umsatzsprung

    Mohnke rechnet für sein Unternehmen durch die neue, engere Zusammenarbeit mit Uber mit einem Umsatzplus. „Der Umsatz wird steigen, das ist ganz klar“, sagte der 62-Jährige. 2019 setzte die Gruppe, die auch Chauffeurdienste und Event-Fahrten anbietet, rund 90 Millionen Euro um.

    In den verschiedenen Städten tritt Safedriver teils unter unterschiedlichen Namen auf – in Düsseldorf etwa als Visionary Mobility Company. In der Stadt war ein früherer Safedriver-Service zeitweise verboten worden.

    Entsprechend teilte Uber selbst am Montag lediglich mit, der US-Konzern werde je Stadt einen Generalunternehmer dazwischenschalten. „Um sicherzustellen, dass wir unseren Service für die Nutzer auch weiterhin anbieten können, haben wir unser Vermittlungsmodell komplett neu aufgesetzt. Damit entsprechen wir dem Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main, das einige Aspekte unseres Prozesses beanstandet hatte“, teilte Uber mit. Nach vorherigen juristischen Rückschlägen hatte Uber offenbar schon länger an dem neuen Modell gearbeitet. Eine Berufung gegen das Frankfurter Urteil bleibt wahrscheinlich.

    2017 ist die Leipziger Holding Ceterum von Helios-Gründer Helmig bei Safedriver eingestiegen und hält seitdem 75 Prozent an dem Unternehmen. Zu Ceterum, das bis vor kurzem seinen Sitz in Wernigerode im Harz hatte, gehören eine Reihe mittelständischer Unternehmen aus den Branchen Medizintechnik über Audiosysteme bis hin zu Automobil.

    2017 machte die Gruppe knapp eine Milliarde Euro Umsatz. Eigentümer Helmig hält die meisten seiner Beteiligungen in der größeren Beteiligungsgesellschaft Aton. Der 73-Jährige gehört laut „Forbes“ zu den 100 reichsten Deutschen.

    Mehr: Der Fahrdienstleister aus San Francisco hat hochfliegende Pläne für die Zukunft. Doch die massiven Probleme des Start-ups liegen im Hier und Jetzt. Diese drei Gefahren bedrohen Ubers Geschäftsmodell

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