Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nach tödlichem Unfall US-Gouverneur verbietet Uber alle Fahrten mit Roboterautos

Uber hatte Tests mit Roboterfahrzeugen nach einem tödlichen Unfall eingestellt. In Arizona verbietet der Gouverneur jetzt eine Wiederaufnahme.
Update: 27.03.2018 - 07:36 Uhr Kommentieren

Dieses Video zeigt den Uber-Unfall

PhoenixUber darf nach einem tödlichen Unfall mit einem Roboterauto vorerst keine selbstfahrenden Fahrzeuge auf den Straßen Arizonas testen. Der Gouverneur des US-Staates, Doug Ducey, setzte am Montag eine entsprechende Lizenz für den Fahrdienstvermittler aus.

Videomaterial vom Vorfall vom 18. März habe Sicherheitsbedenken aufkommen lassen, teilte er in einem Brief an Uber-Chef Dara Khosrowshahi mit. Als Gouverneur erwarte er, dass die öffentliche Sicherheit für die Betreiber selbstfahrender Auto Toppriorität habe. Doch stehe der Unfall für ein „unbestreitbares Versagen“, dieser Erwartung gerecht zu werden.

Die Maßnahme des republikanischen Gouverneurs markiert eine große Kehrtwende im Umgang mit autonomen Autos in Arizona. Erst kürzlich hatte er Uber und anderen Firmen seinen Staat bereitwillig als Testfläche für die Technologie angeboten – und ihnen dabei kaum Vorschriften auferlegt. So erlaubte Ducey es noch Anfang März, Roboterautos probeweise ohne einen Insassen auf die Straßen zu schicken.

Waymo darf weiter testen

Das Verbot Duceys betrifft aber nur Uber. Andere Unternehmen wie die Google-Tochter Waymo dürfen weiter in dem Bundesstaat testen. Waymo-Chef John Krafcik hatte am Wochenende gesagt, dass er „großes Vertrauen“ darin habe, dass die eigenen Roboterfahrzeuge einen Unfall wie den mit dem Uber-Fahrzeug verhindert hätten.

Am 21. März veröffentlichte die Polizei in Tempe, einem Vorort von Phoenix, Videobilder von der Tragödie, die sich dort drei Tage zuvor zugetragen hatte: Zu sehen ist eine Frau, die aus dem Halbdunkel auf eine Straße tritt und dann von einem Uber-Geländewagen erfasst wird. Der Wagen war im Selbstfahrmodus, hinter dem Steuer saß zwar ein Techniker. Doch wirkt es, als ob dieser wenige Momente vor dem Zusammenstoß nach unten schaut.

Es war der erste tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto in den USA. Uber stellte das Testprogramm umgehend ein. Ermittler stellten den Unfall mittlerweile mit dem Originalfahrzeug und dem Fahrrad der getöteten Frau nach.

USA: Gouverneur verbietet Uber alle Fahrten mit Roboterautos Quelle: AP
Uber-Roboterfahrzeug

Mit solchen Volvo hat der Fahrdienst bislang seine Tests zum autonomen Fahren unternommen.

(Foto: AP)

Automatisches Bremssystem wohl deaktiviert

Das automatische Bremssystem an Bord des Volvo XC90 könnte von Uber deaktiviert worden sein. Die Technik sorgt bereits in herkömmlichen Fahrzeugen dafür, dass ein Auto Objekte selbstständig erkennt und Notbremsungen ausführt. Laut einem Sprecher von Aptiv, dem Hersteller des Bremsassistenten, habe das eigene System „nichts zu tun“ mit dem Uber-Unfall. Volvo teilte mit, es könne dazu keine Stellung nehmen, da es auf den Unfallbericht der Ermittler warte. Auch Uber wollte keine Stellung nehmen.

Das israelische Unternehmen Mobileye, das Chips und Sensoren für Bremsassistenten herstellt und auch Zulieferer von Aptiv ist, hat nach eigenen Angaben seine eigene Software mit der Videoaufnahme des Unfalls getestet. Dabei waren die Sensoren auf den Videobildschirm gerichtet. Trotz der schlechten Bildqualität konnte das Programm die Fahrradfahrerin eine Sekunde vor dem Aufprall erkennen.

Sollte der Fahrdienstvermittler die Tests wieder aufnehmen, bliebe das Verbot in Arizona weiter bestehen, erklärte Daniel Scarpinato, Sprecher von Gouverneur Ducey. Außer in Arizona hatte das Unternehmen auch in Pittsburgh, San Francisco und Toronto die Technologie erprobt.

Uber versprach in einer Mitteilung, bei den Ermittlungen zu dem tödlichen Unfall in Tempe weiter helfen zu wollen. Zugleich wolle das Unternehmen den Gesprächsfaden zum Gouverneursbüro aufrechterhalten, um auf etwaige Bedenken reagieren zu können, teilte Uber weiter mit.

Neben der Polizei von Tempe hat auch unabhängige Nationale Behörde für Transportsicherheit sowie die Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit Ermittlungen aufgenommen. Experten sagten nach Sichtung des Videos vom Vorfall bereits, dass die Sensoren des Geländewagens die Frau auch in der Nacht hätten registrieren und rechtzeitig abbremsen müssen.

Pannen beim Fahren durch Baustellen

Erst am Freitag hatte die „New York Times“ berichtet, dass interne Dokumente von Uber etliche Probleme im Testprogramm thematisiert hätten. So gebe es Pannen beim Fahren durch Baustellen, überhaupt müsse der Mensch bei selbstfahrenden Uber-Autos weitaus stärker eingreifen als es bei Konkurrenten der Fall sei. Mehrere Unternehmen versuchen, die Technologie möglichst rasch zu verbessern, um damit als erste auf den Markt zu kommen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • mdo
  • ap
  • Bloomberg
Startseite

Mehr zu: Nach tödlichem Unfall - US-Gouverneur verbietet Uber alle Fahrten mit Roboterautos

0 Kommentare zu "Nach tödlichem Unfall: US-Gouverneur verbietet Uber alle Fahrten mit Roboterautos"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.