Nach Trennungskrise vom Gründer Sausalitos ist wieder auf Kurs und strebt den Weiterverkauf an

Nach der Trennung von Hans-im-Glück-Gründer Thomas Hirschberger erholt sich die Cocktailkette wieder. Filialen werden geöffnet und Investoren gesucht.
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Heute hat Sausalitos 41 Filialen mit 54,4 Millionen Euro Umsatz und 1350 Mitarbeitern. Quelle: imago/Stefan M Prager
Sausalitos

Heute hat Sausalitos 41 Filialen mit 54,4 Millionen Euro Umsatz und 1350 Mitarbeitern.

(Foto: imago/Stefan M Prager)

MünchenDie Cocktailkette Sausalitos sieht sich nach der konfliktreichen Trennung von ihrem Gründer Thomas Hirschberger wieder auf Kurs. Noch im laufenden Jahr sollten vier neue Filialen eröffnen, sagte der heutige Chef Christoph Heidt dem Handelsblatt.

Schon 2019 seien Verhandlungen des Eigentümers, des Finanzinvestors Ergon Capital, mit Kaufinteressenten denkbar. Die Kette hat eine schwierige Zeit hinter sich.

2008 war der Investor EQT bei Sausalitos eingestiegen. Hirschberger, der die Kette 1994 gegründet hatte, blieb zwar als Miteigentümer an Bord, richtete seine Energie aber offenbar hauptsächlich auf den Aufbau seiner neuen Idee Hans im Glück.

„Eine Trennung von Gründern ist immer eine zähe Sache – vor allem, wenn sie schlecht gemacht wird“, sagte Heidt. Zudem sei Sausalitos bis zum Einstieg des Investors zwar rasch gewachsen – ohne den Investor wäre es nach Heidts Einschätzung aber wohl nicht mehr lange so weitergegangen.

Nachdem vor vier Jahren Ergon die EQT-Anteile übernommen hatte, eskalierte der Konflikt. Ergon warf Hirschberger vor, zahlreiche Sausalitos-Führungskräfte abgeworben zu haben.

Beide schlossen einen Vergleich, nach dem Hirschberger seine restlichen Anteile abgab und eine Entschädigung zahlte. Hirschberger will sich zu dem Vorgang nicht äußern. Heidt sagte, es sei finanziell alles geklärt. Im eventuellen Wiederholungsfall werde Ergon aber nicht „so kulant“ sein.

Zehn neue Mietverträge

Die Abwerbung von Führungskräften hatte Sausalitos in die Krise gestürzt. „Als ich 2017 hier angefangen habe, war die Stimmung: Wer noch hier ist, den hat man vergessen, zu Hans im Glück mitzunehmen“, sagte Heidt.

Zugleich sanken die Umsätze auf vergleichbarer Fläche – eine Kennzahl, die in der Gastronomie wichtig für die Profitabilität ist. „Wir mussten nach dem Abfluss von Kompetenz aus der zweiten Reihe die erste machen. Das ist uns gelungen“, sagte der 52-Jährige.

Der ehemalige Manager der Handtaschenmarke Liebeskind sieht sich mehr als Markenexperte denn als Gastronom. Entsprechend positionierte er Sausalitos um: Kern der Marke soll Spaß sein, weniger das vom Zeitgeist überholte mexikanische Konzept der Anfangszeit.

Hauptzielgruppe sind junge Frauen zwischen 19 und 30 Jahren. „Bei uns kann man auch mal auf der Theke stehen und feiern“, sagte Heidt.

Lohn der Mühe: Inzwischen sei die Umsatzentwicklung „sehr solide“. Heute hat Sausalitos 41 Filialen mit 54,4 Millionen Euro Umsatz und 1350 Mitarbeitern.

Weil Sausalitos mit weniger Franchisenehmern zusammenarbeite, könne die Marke strikter gesteuert werden. Insgesamt seien zehn Mietverträge für neue Standorte bis 2020 unterschrieben. Zunächst aber stehen noch überfällige Renovierungsarbeiten in den Filialen und bei Kassen- und Warenwirtschaftssoftware an.

Fünf bis sechs Neueröffnungen seien künftig jährlich denkbar – auch mit einem neuen reinen Bar-Konzept ohne Speisen. Schließlich sind die Getränke für Sausalitos profitabler.

„Grundsätzlich trauen wir uns 100 Betriebe in Deutschland zu“, sagte Heidt. Denkbar sei zudem, das Konzept mit einem Franchisepartner ins Ausland zu bringen.

Mit solchen Ideen könnte Investor Ergon Kaufinteressenten locken. Verhandlungen seien schon kommendes Jahr denkbar, wenn sich ein Interessent melde, meint Heidt.

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