Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

NS-Vergangenheit Georg Bergers Zwei Preisträger lehnen Roland-Berger-Preis ab

Die Zweifel an der Rolle Georg Bergers im Dritten Reich haben Konsequenzen: Adam Bodnar und das Netzwerk Schule mit Courage verzichten auf den Berger-Preis.
Update: 19.10.2019 - 09:24 Uhr Kommentieren
Der Bürgerrechtler ist in Polen ein hoch angesehener Mann. Seit 2015 ist der Verfassungsrechtler Beauftragter für Bürgerrechte in Polen. Quelle: Imago
Adam Bodnar

Der Bürgerrechtler ist in Polen ein hoch angesehener Mann. Seit 2015 ist der Verfassungsrechtler Beauftragter für Bürgerrechte in Polen.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Nach dem polnischen Bürgerrechtler Adam Bodnar lehnt nun auch das „Netzwerk Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ den Berger-Preis ab. „Geschichtsklitterung nehmen wir nicht hin; sie widerspricht einem couragierten Einsatz für die Menschenwürde“, sagt Sanem Kleff, die Vorstandsvorsitzende des Netzwerkes in einer Stellungnahme. Das Netzwerk verzichtet damit auf 30.000 Euro Preisgeld. Die Jury des Roland Berger Preises hatte das Engagement des bundesweiten Courage-Netzwerkes gegen Rassismus, Antisemitismus und für die Menschenwürde mit dem Preis würdigen wollen.

Der polnische Bürgerrechtler Adam Bodnar hatte am Freitagabend bekannt gegeben, dass er den Preis nicht annehmen wird. „Im Zusammenhang mit in der deutschen Presse bekannt gewordenen Informationen und Zweifeln bezüglich der Rolle von Georg Berger während des Dritten Reiches ist Herr Bodnar derzeit nicht in der Lage, den Roland Berger Preis entgegenzunehmen“, sagte eine Sprecherin dem Handelsblatt.

Bodnar veröffentlichte ein entsprechendes Statement auf der offiziellen Homepage des Bürgerrechtsbeauftragten der Republik Polen.

Die Roland Berger Stiftung hat für Montagabend zu einer feierlichen Preisverleihung nach Berlin eingeladen. Auf dem Programm steht auch eine Rede von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Der Preis ist insgesamt mit einer Million Euro dotiert. Bodnar verzichtet also auf ein erhebliches Preisgeld.

Das Handelsblatt hatte aufgedeckt, dass der Vater von Roland Berger kein Opfer der Nazis war, wie dieser über viele Jahre hinweg behauptet hat, sondern Profiteur des NS-Regimes.

Adam Bodnar ist in Polen ein hoch angesehener Mann. Seit 2015 ist der von den polnischen Sozialdemokraten vorgeschlagene Verfassungsrechtler Beauftragter für Bürgerrechte in Polen. Der 42-Jährige gilt wegen seiner Verortung als Atheist im streng katholischen Polen und seinem Eintreten für eingetragener Lebenspartnerschaften für Homosexuelle als linksliberal.

Homosexuelle werden von der regierenden nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) sowie vor allem von der gerade erstmals in den Sejm gewählten rechtsextremen Partei Konfederacja angefeindet, Gay-Paraden werden von Hooligans und Skinheads angegriffen. Der Bürgerrechtsbeauftrage ist eine Ombudsperson der polnischen Politik zum Schutz der Bürger vor rechtswidrigem staatlichen Handeln und zum Schutz der Menschenrechte.

Mehr: Georg Berger war früh NSDAP-Mitglied und Profiteur von Arisierungen. Über diese dunkle Seiten sprechen der Berater Roland Berger und der Historiker Michael Wolffsohn im Interview mit dem Handelsblatt.

Startseite

Mehr zu: NS-Vergangenheit Georg Bergers - Zwei Preisträger lehnen Roland-Berger-Preis ab

0 Kommentare zu "NS-Vergangenheit Georg Bergers: Zwei Preisträger lehnen Roland-Berger-Preis ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.