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Pauschalreisen Tui verliert wichtigen Partner für die Kundengeldabsicherung

Der Wettbewerber DER Touristik zieht sich aus der gemeinsamen Versicherung zurück. Auf Tui kommen damit Sonderlasten von 130 Millionen Euro zu.
24.04.2020 - 12:09 Uhr Kommentieren
Seit Monaten schon berät die Politik in Berlin darüber, wie künftig eine Versicherungs-Unterdeckung zu verhindern ist. Quelle: dpa
Tui-Reisebüro in Berlin

Seit Monaten schon berät die Politik in Berlin darüber, wie künftig eine Versicherungs-Unterdeckung zu verhindern ist.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Vier Tage vor Ablauf der Nachbesserungsfrist, die Deutschlands Finanzaufseher dem Kundengeld-Versicherer der Tui gesetzt haben, verliert Europas größter Reiseveranstalter den einzig noch verbliebenen Partner. Die Rewe-Tochter DER Touristik, mit der man ursprünglich den geforderten Kapitalstock in Höhe von 130 Millionen Euro hinterlegen wollte und dazu die Kartellamts-Erlaubnis einholte, zieht ihre Zusage zurück.

Nach Informationen des Handelsblatts haben die Kölner mit der R+V-Versicherung in den vergangenen Tagen eine deutlich günstigere Lösung gefunden, um Kundengeldanzahlungen – wie vom Gesetzgeber gefordert – gegen mögliche Insolvenzfolgen abzusichern. In der Folge lassen sie den Wettbewerber Tui beim einst gemeinsamen Versicherer DRS, ursprünglich ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, künftig allein.

Tui muss nun die verabredete Sicherungssumme von 130 Millionen Euro ohne einen zweiten Partner aufbringen. Das Geld habe man bereits seit langem für einen solchen Fall reserviert, hieß es dazu bei dem Unternehmen. Ein Finanzengpass sei nicht zu befürchten.

Für Pauschalreiseanbieter wie Tui ist eine ausreichende Versicherung überlebensnotwendig. Ohne sie ist es ihnen laut einer EU-Richtlinie nicht erlaubt, beim Verkauf von Urlaubspaketen im Voraus Geld anzunehmen. Das seit Jahren von Tui und DER Touristik praktizierte Modell einer Versicherung auf Gegenseitigkeit hatte die Finanzaufsicht Bafin jedoch nach der Pleite von Thomas Cook überprüft und für unzureichend beurteilt.

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    Doch der erste Anlauf einer Nachbesserung scheiterte. Ein Konsortium von Rückversicherern, das zunächst beim DRS für ausreichende ‚Bedeckung‘ sorgen wollte, stellte seine Zusage zurück, nachdem Tui Mitte März wegen der Coronakrise den Geschäftsbetrieb einstellte und Staatshilfe beantragte.

    Kurz darauf verständigten sich die zwei Wettbewerber auf einen Plan B. Am 27. März meldeten sie beim Bundeskartellamt ihre Absicht an, den bis dahin nur mit sechs Millionen Euro Kapital ausgestatteten DRS mit genügend Liquidität zu versorgen, um ihn so als eigene Versicherung nutzen zu können.

    Mit den 130 Millionen Euro, die Tui nun alleine bereitstellen muss, ist jedoch vermutlich noch nicht Schluss. Seit Monaten schon berät die Politik in Berlin darüber, wie künftig eine Versicherungs-Unterdeckung zu verhindern ist, die sich bei der Pleite von Thomas Cook zeigte. Im Fall von Tui, dem größten Pauschalreiseanbieter in Deutschland, waren zuletzt Deckungssummen von bis zu einer Milliarde Euro im Gespräch.

    Mehr: Kartellamt ermöglicht Tui weiteren Verkauf von Pauschalreisen

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