Paypal-Chef Marcus im Interview „Man drückt einen Knopf und geht”

Paypal will das Handy zum Portemonnaie machen. Der Dienstleister hat ein System entwickelt, mit dem man auf Knopfdruck bestellt und bezahlt. Das löse ein echtes Problem, sagt Firmenchef David Marcus: Schlange stehen.
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Paypal-Chef David Marcus. Quelle: dpa

Paypal-Chef David Marcus.

(Foto: dpa)

Handelsblatt Online: Viele Menschen in Deutschland lieben Bargeld. Wie wollen Sie die Menschen davon überzeugen, mit dem Handy zu bezahlen – ob einen Kaffee oder auch etwas Größeres?

David Marcus: Deutschland unterscheidet sich tatsächlich sehr von anderen Ländern, viele Menschen bezahlen im Internet per Online-Banking oder Lastschrift, offline mit Bargeld. Wenn man ihre Gewohnheiten verändern will, muss man echte Probleme lösen. Wir arbeiten deswegen an Szenarien, in denen Menschen Zeit sparen können, etwa indem sie im Kaffeeladen nicht in der Schlange stehen oder im Restaurant auf die Rechnung warten müssen.

Wie soll das funktionieren?

Das System Paypal Mobile ist schon im Einsatz, in Frankreich kooperieren wir zum Beispiel mit McDonalds. Aus Sicht des Verbrauchers läuft das so: Man schaut in der App, wo ein Geschäft ist, und ordert. Wenn man dort ankommt, ist die Bestellung schon fertig. Man holt sie an einem speziellen Schalter ab, ohne dass man zehn Minuten warten muss. Eine andere Möglichkeit: Man bezahlt im Restaurant, ohne auf den Kellner warten oder an die Kasse gehen zu müssen. Man drückt einen Knopf und geht.


Wenn ich einfach aus einem Laden herausspaziere, fühle ich mich aber wie ein Dieb.

Beim ersten Mal fühlt es sich vielleicht komisch an, aber wenn es Ihnen 20 Minuten kostbare Zeit spart? Dann ist es beim nächsten Mal einfach nur bequem. Die Menschen verändern ihre Gewohnheiten. Warum sollte das beim Einkaufen nicht auch so sein?

Für die Händler bedeuten neue Bezahlsysteme allerdings oft zusätzliche Kosten.

Viele kleine Händler verlieren aber auch Kunden, weil sie nur Bargeld nehmen. Unsere Gebühren sind ähnlich wie bei Kreditkartenunternehmen. Wenn man aufrechnet, welche Kosten die Händler für ihr Bankkonto und das Kartenlesegerät haben, ist das sehr günstig. Außerdem ist die Nutzererfahrung viel besser: Der Händler sieht bei der Bestellung ein Foto des Kunden und kann ihn namentlich begrüßen. Es entsteht eine persönliche Verbindung, die in den vergangenen Jahrzehnten verloren gegangen ist.


Viele Verbraucher in Deutschland sehen elektronische Bezahlsysteme skeptisch, weil sie Sicherheitsbedenken haben. Womit wollen Sie die überzeugen?

Online-Banking ist relativ umständlich und wenn der Händler nicht liefert, ist das Geld weg. Wenn Sie Paypal nutzen, teilen wir niemandem Ihre Bankdaten mit, und wenn etwas schief geht, erhalten Sie eine hundertprozentige Erstattung. Es ist alles eine Frage der Gewohnheit. Wir müssen unsere Stärken in Deutschland besser verkaufen und werden deswegen eine Werbekampagne starten. Und sobald die Verbraucher unseren Service mehr online nutzen, nutzen sie ihn auch für andere Zwecke, zum Beispiel im Geschäft.


Ab wann soll es das System denn in Deutschland geben?

Innerhalb weniger Monate. Je schneller, desto besser.

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10 Kommentare zu "Paypal-Chef Marcus im Interview: „Man drückt einen Knopf und geht”"

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  • Lest Ihr eigentlich den Artikel zu dem Ihr hier kommentiert?
    Es gibt keine "PayPal - Punkte" und der Satz:

    "auf Payal haben nur noch weniger interesse wegen den prämien die man bei genauem ausrechnen erkennt daß man Fremde Punkte durch bezahlen für Fremde sich es ermogelt hat."

    Voll daneben! Es geht einfach ums Bezahlen und um Sicherheit - PayPal hat meine Daten damit sie kein anderer bekommt und missbraucht. Dafür bekommt PayPal Gebühren vom Händler wie jeder andere Zahlungsanbieter.

  • Hallo ?
    Könnt Ihr mal aufhören PayPal mit dem Payback Prämienbonussystem zu verwechseln ??

    Die Schreiber der unten stehenden Kommentare haben KEINE AHNUNG, wovon sie sprechen!

    Payback hat absolut NICHTS mit dem Bezahlsystem PayPAl zu tun!

  • Dabke W Boehme
    ....was hier überall als "Verbesserung" verkauft wird, sind doch immer nur neue Wege an Daten zu kommen oder Abhängigkeiten zu festigen!
    Macht Euch frei!....Scheißt doch auf die "Punkte"....Payback?...heißt das, daß ich mein Geld zurückbekomme?...laßt Euch doch nicht verarschen, alle anderen müssen auch ihr Geld verdienen, nur hat früher ein normaler Job gereicht und die Wünsche waren auch überschaubar!....und vielleicht hat auch der "normale Menschenverstand" noch besser funktioniert!

  • Kann mich nur anschließen, ein weiterer Schritt Richtung gläserner Kunde. Habe vor Jahren ein paypal-Konto angelegt, den Registrierungsprozess aber nie abgeschlossen. Heute bin ich heilfroh darüber und nutze paypal schon aus Prinzip nicht. Auch wenn ich die Annehmlichkeiten des onlinebankings etc. nicht missen möchte, so muß ich doch nicht unnötigerweise meine Bankdaten im Netz verteilen. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen sich Ihre Skepsis bewahren

  • Bargeld ist angewandter und selbst kontrollierbarer Datenschutz und dabei ein Stück bürgerliche Freiheit, das gegenüber allen Visionen vom gläserenen Büger und Konsumenten.

    Freiheit ist ohne Privatspäre nicht denkbar.

    Wer seine Privatspäre ernst nimmt, kauft nur in Ausnahmefällen mit digitalem Geld ein; er hat auch keine Paybackkarten und benutzt bloß Prepaidhandys irgendwelcher Discounter.
    Die Abschaffung des Bargeldes ist zwangläufig der erste Schritt in Richtung eines totalen Überwachungsstaates. Den Schutz der Daten beim digitalen Bezahlen kann man unter fast beliebigem Vorwand jederzeit aufheben: Schwarzarbeit, Drogenhandel, Steuerschulden, Verbrechenbekämpfung, Allergievermeidung, Harz IV Schwindler, gesundheitliche Risiken bei falschem Konsum etc. etc.

  • Paypal hat zurecht immer wieder Ärger mit Kartellamt und Verbraucherklagen wegen monopolistischen Gebahrens und Knebel-AGBs !!!

    Paypal kassiert horrende Gebühren, z.B. bei Ebayern 4% vom Verkaufspreis.
    Paypal limitiert auch willkürlich den Kontozugang, wenn Guthaben irgendwelche imaginären Höhenschwellen überschreiten, Kontos wildfremder Teilnehmer irrtümlich miteinander verknüpft werden (das machen die teils aus Kontrollgründen, da Paypal zum Tummelplatz von sowohl Kleingaunern und internatonalen Geldwäschern geworden ist), etc.

    Verbraucher-Guthaben unterliegen NICHT der deutschen Einlagensicherung, obwohl Paypal sich zur Bank erklärt hat.

    Zuständig ist die laxe Luxemburger Bankenaufsicht CSSF, Commission de Surveillance du Secteur Financier, 110, route d’Arlon, L-2991 LUXEMBOURG, die auch Beschwerden entgegennimmt.

  • Man sollte sich sehr gut überlegen, ob man PAYPAL persönliche Daten anvertraut.

    Auskünfte gemäß Datenschutzgesetz werden nur unter erschwerten Bedingungen erteilt. Man muss eine Kopie seines Ausweises beispielsweise nach Irland schicken. Der Datenschutzbeauftragte sitzt in Luxemburg und Mitarbeiter im Service-Team scheint Datenschutz ein Fremdwort zu sein. Nur so läßt es sich erklären, dass man bei Paypal auf monatelange Nachfrage nicht in der Lage ist, Auskunft zu erteilen, welche GESETZLICHEN Datenschutzbestimmungen für PAYPAL gelten.

    Auch die Speicherung der Daten auf ausländischen Servern ist nicht nur unübersichtlich, es ist vollkommen unklar, ob PAYPAL die Daten nach Beendigung des Vertragsverhältnisses weiter aktiv nutzt, archiviert und ob sie überhaupt zu irgendeinem Zeitpunkt gelöscht werden.

    Bei Paypal ist man mehr als nur ein gläserner Kunde und daher sollte man sich sehr wohl überlegen, ob der vereinfachte Geldtransfer dies auch wirklich rechtfertigt.

    Auch der vermeintliche Käuferschutz kann dies nicht aufwiegen.

    Einfach mal googeln und sich überraschen lassen, was man alles über Paypal findet.

  • Soso, alles sicher...?!
    http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/technik/PayPal-veraergert-Kunden-article17414.html

  • "Der Händler sieht bei der Bestellung ein Foto des Kunden und kann ihn namentlich begrüßen. "
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    Es geht doch nur um den gläsernen Kunden und seine Profile. In meinen 2½ Stammgeschäften für Fachbedarf kennt man mich ohnehin (selbst da wird bar bezahlt!) und wo ich Laufkunde bin, beim Discounter, im Warenhaus oder eben auch in einem Coffee Shop geht es NIEMANDEN etwas an, wie ich heiße, wo ich wohne oder sonst irgendwas persönliches. Punkt! Ende der Diskussion! Alleine schon bei dem Gedanken, mit einem Handy zu bezahlen, bekomme ich Zustände. Da schreit alles in mir "Roter Alarm!"
    Will sagen: Anonymes Bargeld lacht! Wir haben genug Bespitzelung in diesem Land!

  • Man zahlt vorneweg eine rißen Gebühr, somit wird es teurer.
    Das spiel kennt man bei ebay Amazon und Paypal, mit Ihren bis zu 15% Gebühren für eine lumpige Bankbuchung.
    Und am "Paypalschalter" muss man nicht schlange stehn? Wer garantiert das? Am Scanner bei Ikea steht ich immer mehrere 10 min an

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