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Petra von Strombeck Xing im Umbruch – Neuer Name, neue Chefin

Der Betreiber des Karriere-Netzwerks Xing nennt sich künftig New Work SE und bekommt mit Petra von Strombeck ab Mai kommenden Jahres eine neue Chefin.
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In ihrer Zeit bei Lotto 24 hat sich der Börsenwert des Unternehmens verzehnfacht. Quelle: New Work SE
Petra von Strombeck

In ihrer Zeit bei Lotto 24 hat sich der Börsenwert des Unternehmens verzehnfacht.

(Foto: New Work SE)

Düsseldorf Für das Karrierenetzwerk Xing stehen zwei wichtige Veränderungen an. Zum einen heißt das Hamburger Mutterunternehmen künftig New Work; zum anderen gibt es einen Wechsel an der Führungsspitze: Petra von Strombeck löst im kommenden Mai den bisherigen CEO Thomas Vollmoeller ab. Das Unternehmen, dessen Geschäftsmodell das Vernetzen von berufstätigen Menschen und das Verbreiten neuer Arbeitsformen ist, ist damit eines der wenigen deutschen Tech-Unternehmen, das von einer Frau geführt wird.

Die Ablösung von Vollmoeller überrascht weniger. Er ist seit 2012 CEO des börsennotierten Unternehmens, das mehrheitlich dem Münchener Medienunternehmen Burda gehört. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Manager seinen Abschied angekündet. Mit der nächsten Hauptversammlung im Mai 2020 soll der Chefwechsel vollzogen werden. Von Strombeck fängt bereits Anfang Januar 2020 bei Xing an, zunächst als Vorstandsmitglied.

Die 50-Jährige verfügt über fundierte Kenntnisse in der deutschen Internetwirtschaft. Seit 2012 ist die Diplom-Kauffrau Vorstandsvorsitzende der Lotto 24 AG. In dieser Zeit kippte das Verbot von Internet- und TV-Werbung für Lotto 24, und der Börsenkurs der Firma stieg rasch an. In ihrer Amtszeit hat sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens mehr als verzehnfacht.

Zuvor war von Strombeck zwei Jahre lang Vorstand der Tipp 24 SE. Sie war zudem Geschäftsführerin der Serpie S.A.S., einer französischen Tochter der Tchibo GmbH, verantwortete den E-Commerce bei der Tchibo Direct GmbH und leitete drei Jahre lang bei Premiere Medien (heute Sky Deutschland) das Marketing.

Von Strombeck „verfügt über eine langjährige und ausgewiesene Expertise in den Bereichen Online und E-Commerce. Ihre Erfolgsbilanz ist beeindruckend“, sagte Stefan Winners, Aufsichtsratsvorsitzender von New Work.

In der Karrierenetzwerk-Welt ist die Managerin allerdings ein Neuling. Doch die Branche und das Unternehmen erfinden sich gerade neu. Dies ist einer der Gründe, warum das Unternehmen Xing, das 2003 von dem Internetunternehmer Lars Hinrichs unter dem Namen Open BC gegründet wurde, künftig New Work, neue Arbeit, heißt.

Vollmoeller hinterlässt ein gut bestelltes Haus

Es besitzt Kununu, eine Online-Plattform für Arbeitgeberbewertungen, und HalloFreelancer, eine Webportal für Freiberufler. „Die New Work SE ist hervorragend positioniert und besetzt mit ihren Produkten und Aktivitäten rund um die ‚Zukunft der Arbeit‘ ein Thema von großer gesellschaftlicher Relevanz“, teilte die designierte Chefin mit.

Vollmoeller hinterlässt ein gut bestelltes Haus. So hat sich in seiner bisherigen Amtszeit der Börsenkurs mehr als versechsfacht, Umsatz und Gewinn legten rund um das Vierfache zu. Die Anzahl der Xing-Mitglieder stieg von rund sechs auf 17 Millionen, die der Mitarbeiter von 500 auf etwa 1 800 am Ende des Jahres 2019.

Die Karriereplattform Xing vernetzt nicht nur Berufstätige miteinander, sie dient auch als Plattform für Branchennachrichten. Mit dieser Positionierung rivalisiert Xing mit dem Wettbewerber LinkedIn, der ebenfalls auf eine breit angelegte Content-Strategie setzt.

Doch bis heute konnte Linked-In, das 2015 von dem Tech-Konzern Microsoft gekauft wurde, dem deutschen Wettbewerber nicht die Marktführerschaft streitig machen. Das US-Netzwerk zählt etwa 13 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum.
Das große Wachstumsfeld der Firma heißt E-Recruiting – das Vermitteln von Fachkräften über die Onlineplattform. Um diesen Bereich auszubauen, hat Xing in diesem Jahr etwa das Berliner Start-up Honeypot gekauft.

Auf seinem Xing-Account schrieb Vollmoeller am Montag über die neue Form des Arbeitens. So meinte der Firmenchef, der einst Schlagzeilen mit der Meldung machte, er würde ein mehrmonatiges Sabbatical einlegen: „Wer will denn bitte wirklich noch in restriktiven, patriarchalischen Unternehmen große Teile der eigenen Lebenszeit und Energie investieren?“ Die Kultur einer Firma sei inzwischen ein „wesentlicher Erfolgsfaktor“.

Mehr: Handelsblattpodcast Disrupt – Beim Karriere-Netzwerk sind die Einkünfte der Kollegen kein Geheimnis. Im Podcast erklärt Xing-Chef Thomas Vollmoeller, welche Effekte diese Offenheit für das Unternehmen hat.

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