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Pharma-Streit Gilead muss Krankenkassen Beträge erstatten

Der US-Pharmahersteller Gilead und die deutschen Krankenkassen haben sich auf einen Erstattungsbeitrag für das Hepatitis-Medikament Sovaldi geeinigt. Für Krankenkassen bringt das enormes Einsparungspotenzial.
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In Deutschland sind 400.000-500.000 Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Das Medikament Sovaldi verspricht Heilung. Quelle: dpa
Hepatitis C

In Deutschland sind 400.000-500.000 Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Das Medikament Sovaldi verspricht Heilung.

(Foto: dpa)

Berlin Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die gesetzlichen Krankenkassen mit dem US-Pharmahersteller Gilead auf einen Erstattungsbetrag für das neue Hepatitis-C-Medikament Sovaldi geeinigt. Wie der Spitzenverband der Kassen (GKV) am Donnerstag in Berlin mitteilte, gilt rückwirkend zum 23. Januar pro Packung ein Erstattungsbetrag von rund 14.520 Euro. Für eine zwölfwöchige Therapie liegt der Betrag damit bei rund 43.500 Euro. Bislang galten für die Therapie Mindestpreise von 60.000 Euro.

Der Kompromiss wurde laut GKV nach sieben Monaten Verhandlung erzielt. Die Vereinbarung gelte drei Jahre und sehe eine Preisstaffelung vor, die in den beiden folgenden Jahren zu weiteren Einsparungen führe.

Dem Wirkstoff Sofosbuvir, der unter dem Handelsnamen Sovaldi bekannt ist und in Deutschland seit rund einem Jahr im Verkehr ist, wurde als große Innovation gefeiert. Sofosbuvir gehört zu neuartigen Wirkstoffen, mit denen künftig fast alle Patienten mit einer chronischen Hepatitis C geheilt werden können - und zwar in kürzerer Zeit als bisher und mit deutlich weniger Nebenwirkungen.

Hepatitis C ist eine Virusinfektion, die sehr häufig chronisch wird und dann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Das Virus wird durch Blut übertragen, eine Impfung ist bisher nicht möglich. Weltweit sind 130 bis 180 Millionen Menschen mit Hepatitis C infiziert, in Deutschland 400.000 bis 500.000.

Der GKV-Spitzenverband verhandelt mit den Arzneimittelherstellern über Erstattungsbeträge für neue Medikamente. In den ersten zwölf Monaten vor den Verhandlungen gilt der vom Hersteller festgelegte Preis. Danach müssen sich beide Seiten auf einen Erstattungsbetrag einigen, ansonsten muss eine Schiedsstelle eingeschaltet werden. Ausschlaggebend für den Erstattungsbetrag ist, ob ein Zusatznutzen für das neue Mittel bestätigt wurde.

  • afp
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