Post-Chef Frank Appel „Wir verstehen nicht, was Verdi gegen 6000 unbefristete Arbeitsplätze hat“

Am Montag hat die Deutsche Post klargemacht, dass sie im Tarifkonflikt nicht einzuknicken gedenkt. Daraufhin rief die Gewerkschaft Verdi zum unbefristeten Streik auf. Post-Chef Appel macht ihr nun Vorwürfe.
6 Kommentare

Post-Chef Appel verteidigt niedrige Löhne

BerlinDie Deutsche Post hat der Gewerkschaft Verdi im Tarifkonflikt vorgeworfen, eigene Ziele auf dem Rücken der Mitarbeiter auszutragen. Es stelle sich die Frage, ob Verdi die Interessen der Arbeitnehmer verfolge, sagte Konzernchef Frank Appel der "Bild" laut Vorabmeldung.

Der Manager verteidigte zudem unterschiedliche Tarifstrukturen im Unternehmen. Das Nebeneinander verschiedener Löhne gebe es mit Zustimmung von Verdi seit vielen Jahren. "Wir verstehen nicht, was Verdi gegen 6000 unbefristete Arbeitsplätze hat, die nach Verdi-Tarifverträgen bezahlt werden und immer noch 50 Prozent über den Löhnen unserer Wettbewerber liegen."

Der Unternehmenschef warnte Verdi davor, mit dem Arbeitskampf die Existenz von Arbeitsplätzen im Unternehmen zu gefährden. "Unsere Löhne liegen doppelt so hoch wie bei unseren Wettbewerbern - wenn wir so weitermachen, entstehen neue Arbeitsplätze in der Paketzustellung nur noch bei der Konkurrenz", warnte Appel.

Die Post ist erstmals seit ihrem Börsengang vor 15 Jahren von unbefristeten, bundesweiten Streiks betroffen. Appel zeigte sich zuversichtlich, den Ausstand bewältigen zu können. "Wir hatten ja in diesem Jahr schon 28 Streiktage und können damit umgehen."

Sein Unternehmen setze für die streikenden Mitarbeiter Kollegen aus Verwaltung und Vertrieb sowie externe Dienstleister ein. "Und unsere rund 40.000 Beamten arbeiten auch wie jeden Tag." Die Forderungen der Gewerkschaft lehnte Appel ab; sie seien "leider kein Beitrag zur Lösung unseres Kernproblems", sagte er der "Bild".

Entzündet hatte sich der Konflikt an der Ankündigung des Konzerns, Tausende Stellen schaffen zu wollen - allerdings in neuen Gesellschaften, für die niedrigere Löhne gelten. Die neuen Firmen orientieren sich an den Tarifverträgen der Logistikbranche, die deutlich unter dem Haustarif der Post liegen.

Zuletzt hatte die Gewerkschaft angeboten, auf eine lineare Einkommenserhöhung in diesem Jahr zu verzichten. Im Gegenzug forderte sie aber, die Beschäftigten der 49 Regionalgesellschaften nach Haustarif zu bezahlen. Dieses Vorgehen lehnte die Deutsche Post am Montag ab, da es durch eine Mehrbelastung von 300 Millionen Euro den "bestehenden Wettbewerbsnachteil" weiter verschärfen würde.

Bei der Post arbeiten 138.000 Tarifbeschäftigte und 40.000 Beamte. Letztere streiken nicht. Daher hatte die Post auch bei wochenlangen Warnstreiks zuletzt einen Teil ihres Angebots aufrechterhalten können.

  • rtr
  • afp
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Post-Chef Frank Appel - „Wir verstehen nicht, was Verdi gegen 6000 unbefristete Arbeitsplätze hat“

6 Kommentare zu "Post-Chef Frank Appel: „Wir verstehen nicht, was Verdi gegen 6000 unbefristete Arbeitsplätze hat“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Teil 2 !! ---> Qualität kostet !!! Das ist nun mal so. Überall.
    UPS macht es vor !! Die haben soweit ich weiß ihren Umsatz noch gesteigert, nach dem sie die Preise erhöht haben.
    Fakt ist, das Paketaufkommen steigt und steigt, um das zu bewältigen, müssen die Manager bei der Post meines erachtens nach mal frische neue Ideen , Konzepte er arbeiten. Abseits vom wir machen es billiger. Dafür werden diese doch sehr sehr gut bezahlt.
    Letzendlich brauchen die Arbeitgeber die Arbeitnehmer und umgekehrt. Die Aktionäre fahren nämlich keine Pakete aus !!

  • Nun, als jemand der als Paketbote der Post direkt betroffenen , möchte ich mal ein paar dinge dazu loswerden.
    Zu aller erst einmal, denke ich das wir !! Die Paketkunden das größte Problem sind. Wir sind nicht bereit für eine harte Arbeit, einen angemessenen Preis zu zahlen. Was sich leider wie ein roter Faden durch unsere Gesellschaft zieht :-(.
    Nahezu jeder weiß was für ein harter Job das ist. Das wird von den Kunden auch oft angesprochen. Aber Trinkgeld !! , Nö, warum das ? ich habe ja schon bezahlt !!Oder angemessene Preise zu zahlen ist man nicht bereit !!
    Der Post und deren Managern mache ich den Vorwurf der Mutlosigkeit !! Wenn die Einnahmen nicht mehr reichen um die Aktionäre und die Mitarbeiter zufrieden zu stellen.... dann muss man halt die Preise erhöhen !!
    Die befürchtung das die Kunden dann zur billigeren !! Konkurrenz abwandern ( Geiz ist Geil ) ist natürlich angebracht. Aber !! So wie ich das sehe, arbeitet die Gesamte !! Paketlogistik schon hart an der Grenze des noch machbaren. Wenn nun Kunden scharenweise zu Hermes und co abwandern, was wird wohl passieren ? Diese werden mit der Menge rein Logistich nicht klar kommen ( außer man lässt halb Rumänien auf die Pakete los ) . Der kunde wird sehr schnell merken welchen Preis er letzendlich tatsächlich für sein Paket zahlt. Und vielleicht recht schnell feststellen, das Qua

  • Deutschland befindet sich mittlerweile im Status "Zu viele Ratten in einem Käfig". Alle beissen nur noch ohne Gehirn sinnlos um sich und auf die anderen ein. So ist das kurz vor dem Ende.

  • Was hat die Problematik mit Globalisierung zu tun?
    Es gibt mit PostModern auch in Deutschland günstigere Wettbewerber.
    In Zukunft wird dank Automatisierung immer weniger gearbeitet werden. Allein für Essen und ein Dach über den Kopf geht heute schon kaum noch einer arbeiten.

  • Die Globalisierung trägt eben nur Früchte für die Reichen!

    Wer arbeitet hat eben Pech - die Löhne sinken.

    Und freiwillig wird sich daran nichts ändern! Die Sonntagsreden und das Gesappere der Machthaber dienen nur der Beruhigung der Bürger!

  • Die Dienstleistungsbranche steht im Markt und ist allen Angriffen von irgendwelchen
    Welltverbesserern insbesondere aus dem Ausland ausgesetzt.
    Die Zeiten sind längst vorbei, wo eine staatliche Aufsicht die wildesten Auswüchse
    verhindern konnte. Die Globalisierung hat jedem Unfug Tür und Tor geöffnet.
    Verdi sollte bedenken, dass Menschen, die nicht so hoch qualifiziert sind und auch nicht
    "unendlich" weiter qualifiziert werden können, einen Arbeitsplatz brauchen. Auch vor dem
    Hintergrund der fortschreitenden "Digitalisierung" sollte hier die Gewerkschaft um die lang-
    fristige Sicherung der Arbeitsplätze bemüht sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%