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Pricewaterhouse Coopers Unternehmensberatung PwC profitiert von steigender Digitalisierung

Die zunehmende Digitalisierung beschert den Beratern von PwC hohe Umsätze. Der neue Deutschlandchef stellt weiteres Wachstum in Aussicht.
Update: 23.10.2018 - 13:17 Uhr Kommentieren
Unternehmensberatung PwC profitiert von steigender Digitalisierung Quelle: Reuters
PwC

Die Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen in Zeiten der Digitalisierung sorgt für weitere Zuwächse dei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft.

(Foto: Reuters)

FrankfurtGröße zählt im Geschäft der führenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen. Das machte jetzt auch der deutsche Branchenführer PwC mit seinen jüngsten Zahlen und Prognosen deutlich. Nachdem man 2017 erstmals die zwei Milliarden-Schwelle überschritten hatte, konnte PwC in dem Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017/18 mit 11.145 Mitarbeitern den Umsatz um weitere vier Prozent auf 2,15 Milliarden Euro, und die Gesamtleistung inklusive der noch nicht abgerechneten Leistungen um 5,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro steigern.

PwC legt damit zwar nicht so stürmisch zu wie der aktuelle Wachstumschampion Deloitte (+ 18 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro), dürfte aber die Führungsposition auf dem deutschen Markt klar verteidigt haben, und der Abstand zum Branchenvierten Deloittte ist mit rund 700 Millionen Euro noch immer erheblich. Die Nummer Zwei der Branche, die EY-Gruppe, legt ihre Zahlen für 2017/18 in der kommenden Woche vor.

Der neue Sprecher der PwC-Geschäftsführung, Ulrich Störk, stellt für das laufende Jahr ein weiteres Plus im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Ziel seien nicht unbedingt exorbitante Sprünge, sondern nachhaltiges Wachstum, betont Störk, der Anfang Juli als Nachfolger von Norbert Winkeljohann die Rolle des Sprechers der Geschäftsführung bei PwC Deutschland übernommen hat. „Wir wollen mit Augenmaß wachsen und die Leute, die wir haben, nachhaltig beschäftigen“, sagt Störk.

Ähnlich wie bei den Konkurrenten wird auch bei PwC das Geschäft vor allem von der Unternehmensberatung getrieben. Hier legte die Gruppe im vergangenen Jahr um knapp ein Zehntel auf 858 Millionen Euro zu. Das Beratungsgeschäft erwirtschaftet damit inzwischen fast 40 Prozent der Gesamtleistung.

PwC setzt hier weiter auf technologische Kompetenz und einen integrierten Ansatz. Vor knapp fünf Jahren verstärkte sich die Gruppe in dem Bereich durch die Übernahme des Strategieberaters Booz & Company – ein Schritt, der sich aus Sicht Störks inzwischen nachhaltig auszahlt.

Denn PwC sei damit als einziger der Big Four in der Lage, einen sowohl Strategieberatung als auch die nachgelagerte Beratung für die Umsetzung von Projekten anzubieten. Man könne den Kunden damit einen Wertbeitrag liefern, der deutlich über die reine Strategieberatung hinausgehe.

Solche Lösungen sind aus Sicht Störks unter anderem dort stark gefragt, wo es um die Transformation von Geschäftsmodellen geht, etwa vom Hardware- in Richtung Software- oder Serviceanbieter. Ein anderes wichtiges Thema für das Beratergeschäft ist aus Sicht des PwC-Chefs die Neuausrichtung der Vertriebsseite.

„Viele Unternehmen haben auf der Kostenseite ihre Hausaufgaben gemacht und wollen sich nun auf der Umsatzseite flexibler aufstellen“, so Störk. „Sie versuchen daher ihre Organisation zu transformieren, um digitaler und schneller zu werden.“

Wirtschaftsprüfung bleibt wichtig

Ungeachtet der Dynamik im Beratungsgeschäft bleibt indessen auch die Wirtschaftsprüfung ein „absolutes Kerngeschäft“ für PwC, wie der neue Deutschlandchef betont. PwC legte in diesem Bereich in Deutschland im letzten Geschäftsjahr um 3,1 Prozent auf knapp 767 Millionen Euro zu und dürfte damit klar größter Wirtschaftsprüfer in Deutschland geblieben sein.

Die Gruppe wird dabei weiterhin, wie Störk deutlich machte, um jedes ausgeschriebene Mandat kämpfen. Bei den Dax-Konzernen hat PwC im Zuge der neu eingeführten Rotationspflicht für börsennotierte Firmen 2016 zwar das Mandat von Bayer an Deloitte verloren, andererseits aber Allianz und BMW als neue Kunden gewonnen.

Auch in der Wirtschaftsprüfung, zeigt sich Störk überzeugt, wird die starke internationale Vernetzung und die technologische Führerschaft letztlich der großen WP-Gruppe helfen, ihre Marktanteile weiter auszubauen. Denn vor allem größere, international agierende Mittelständler dürften im Zweifel eher zu einem großen Wirtschaftsprüfer wechseln.

Ähnlich wie die Konkurrenten sieht man auch bei PwC dabei einen deutlichen Trend hin zur Vollprüfung. Dabei werden die Geschäftsvorgänge bei Kunden nicht mehr nur stichprobenartig geprüft, sondern komplett. Ermöglicht werde das durch neue Software-Tools, die am Datenbestand der Mandanten direkt ansetzen und diesen umfänglich analysieren können.

Sie bieten aus Sicht Störks die Möglichkeit, die Qualität der Prüfung deutlich zu steigern und könnten damit auch wesentlich dazu beitragen, die Erwartungslücke zwischen den Möglichkeiten des Prüfers und den Ansprüchen von Mandanten und externen Stakeholdern zu schließen. Unter anderem könne so etwa wesentlich genauer geprüft werden, inwieweit vorgegebene Prozesse und Regeln intern eingehalten werden. Störk verweist ferner etwa auf die Möglichkeit von Stresstests für neue Geschäftsmodelle.

Die Vollprüfung dürfte für die WP-Gruppe zudem ein wichtiges Instrument sein, um Reputationsrisiken zu mindern, wie sie etwa im Zuge prominenter Insolvenzen oder Betrugsfälle auftreten. So wurde PwC im Sommer etwa im Zusammenhang mit der Pleite der US-Bank Colonial Group zu einer Schadensersatzzahlung von 625 Millionen Dollar verurteilt. Im Zusammenhang mit dem Skandal um den  Möbelhändler Steinhoff sind Deloitte und andere, kleinere WP-Gesellschaften in die Kritik geraten.

Dritter Wachstumstreiber für PwC ist auch die Steuer- und Rechtsberatung geblieben, mit einer Leistungssteigerung um ebenfalls 3,1 Prozent auf 541 Millionen Euro. Hier war es vor allem die Transaktionsberatung, die für Schub sorgte, wie Störk deutlich machte. Hintergrund ist die weiterhin rege M&A-Aktivität der deutschen Unternehmen.

Sie wird nicht nur von großen Übernahmen  und Fusionen wie Bayer/Monsanto oder Linde/Praxair geprägt, sondern auch vom strukturellen Umbau der Konzerne mit der Ausgliederung von Tochterfirmen und der Schaffung neuer Holding-Strukturen.  Der PwC-Chef zeigt sich auch für diesen Wachstumstreiber zuversichtlich: „Wir sehen weiter viele Transaktionen. Viele Firmen wollen agiler werden und stellen sich komplett neu auf. Das bringt schöne Projekte auf globaler Ebene.“

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