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Quartalszahlen Trotz verlustreicher Brief- und Paketsparte – Deutsche Post bestätigt Jahresziele

2018 und 2020 werden die Ziele erreicht. Doch wie sich die überraschend auf Eis gelegte Protoerhöhung auf das kommende Geschäftsjahr auswirkt, ließ Post-Chef Appel offen.
06.11.2018 - 15:00 Uhr Kommentieren
Deutsche Post bestätigt Jahresziele Quelle: dpa
Deutsche Post

Obwohl das Brief- und Paket-Geschäft kriselt, sollen die Jahresziele für 2018 und 2020 erreicht werden.

(Foto: dpa)

Bonn „Wir sind zuversichtlich, unsere Ergebnisziele für 2018 und 2020 zu erreichen“, erklärte Post-Vorstandschef Frank Appel bei der Vorlage der Quartalsergebnisse im Bonner Posttower. Nach wie vor sei 2020 ein operatives Konzernergebnis von fünf Milliarden Euro zu schaffen, versprach er. 2018 werde es für 3,2 Milliarden Euro reichen, nachdem er die Ertragsprognose im Juni für das laufende Jahr um ein Viertel gesenkt hatte.

Zu den Ertragsaussichten für 2019, wenn nach der jüngsten Entscheidung der Bundesnetzagentur weniger Porto in die Kasse fließt als von Appel erwartet, äußerte sich der Post-Chef allerdings nicht. Eine Prognose dazu werde es erst im März geben.

Ende Oktober hatte die Bonner Behörde die für den Jahreswechsel erwartete Portoerhöhung von 70 auf 80 Cent für den Standardbrief vorläufig auf Eis gelegt. Wegen des Konzernumbaus fehle das notwendige Zahlenmaterial, um den Kostendruck einschätzen zu können, hieß es zur Begründung.

Die Analysten von HSBC reduzierten daraufhin ihr Kursziel von 40 Euro auf 29 Euro für die Aktie Gelb. Statt „Kaufen“ heißt die Empfehlung der Großbank seitdem nur noch „Halten“.

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    Dass am Dienstag dennoch keine erneute Gewinnwarnung von der Post kam, ließ die Börse aufatmen. Zeitweilig legte der Kurs um 3,6 Prozent auf 28,90 Euro zu. Für den Kursanstieg sei ganz wesentlich gewesen, erklärte Analyst Joel Spungin von der Berenberg Bank, dass es keine weiteren Änderungen an der Jahresprognose und dem Ausblick für 2020 gegeben habe. Die Hamburger Privatbank beließ die Post-Aktie auf „Kaufen“ und nannte ein Kursziel von 38 Euro. Auch UBS und Societe Generale rieten zum Aktienerwerb.

    Dabei fiel das dritte Quartal für die Deutsche Post keineswegs überzeugend aus. Die Probleme in der Brief- und Paketsparte, die den Gelben Riesen seit Juni zu Sanierungsarbeiten zwingen, belasteten erheblich. Von dem für 2018 angekündigten Mehraufwand von 500 Millionen Euro fielen zwischen Juli und September 392 Millionen Euro an. Bereits im zweiten Quartal steckte die Post 51 Millionen in die Restrukturierung, die vor allem ein Abfindungsprogramm für Beamte vorsieht. Zudem flossen 45 Millionen Euro zusätzlich in Investitionen, die die Produktivität der Brief- und Paketsparte verbessern sollen. Für 2018 und die Folgejahre sind jeweils 150 Millionen Euro geplant.

    Nicht nur beim Cashflow hinterließ das negative Spuren. Mit zwölf Cent Gewinn pro Aktie verdiente die Post im abgelaufenen Quartal so schlecht wie lange nicht mehr. Analysten hatten im Schnitt laut Thomson-Reuters mit einem Quartalsgewinn von 17 Cent je Aktie gerechnet. Im Jahr zuvor hatte der Dax-Konzern pro Anteilsschein noch 53 Cent verdient. Für das laufende Jahr erwarten Analysten einen Gewinn je Aktie von 1,69 Euro – nach 2,24 Euro 2017.

    Auch der Umsatz lag im dritten Quartal mit 14,8 Milliarden Euro unter den Erwartungen. Branchenkenner hatten für die abgelaufenen drei Monate mit einem Erlös von 15,09 Milliarden Euro gerechnet. Doch statt einer Steigerung um 3,1 Prozent mussten sich die Bonner mit einem Plus von 1,4 Prozent begnügen.

    Die hohen Restrukturierungsaufwendungen haben den einstigen Ertragsbringer Post und Paket im abgelaufenen Quartal sogar unter die Nulllinie gedrückt. Operativ wies die Division ein Minus von 209 Millionen Euro aus – nach einem Plus von 307 Millionen Euro im Vorjahr. Bei den trüben Ergebnissen aber soll es nicht bleiben. „Im vierten Quartal“, versprach Appel, „werden wir schon deutliche Verbesserungen sehen.“

    Doch selbst bereinigt um die Sanierungskosten von knapp 400 Millionen Euro lag das Ergebnis um 79 Millionen Euro unter dem Vorjahr, bedingt durch stark gestiegenen Personal- und Spritkosten. „In Deutschland sind die Tarifgehälter um drei Prozent gestiegen“, erklärte Appel dazu. Gleichzeitig seien die Briefmengen um 5,5 Prozent gefallen.

    Doch es gab auch einen Lichtblick: Der Unternehmensbereich Fracht („Global Forwarding/Freight“) gewinnt unter der neuen Führung von Tim Scharwath, der vor gut einem Jahr von Wettbewerber Kühne + Nagel kam, wieder an Fahrt. Nicht nur der Quartalsumsatz stieg um 4,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Mehr noch verbesserte sich das operative Ergebnis. Mit 106 Millionen Euro lag es im abgelaufenen Quartal um 58 Prozent über Vorjahr. Die Frachtsparte galt lange als harter Sanierungsfall, nachdem die Einführung einer neuen Software gescheitert war.

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