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Rechtsmarkt Top-Wirtschaftskanzleien schwingen sich zu neuen Umsatzrekorden auf

Der M&A-Boom sowie der Dieselskandal bescheren Wirtschaftskanzleien ein lukratives Geschäft. Noch nie haben sich so viele Anwälte beschäftigt, nie haben sie mehr verdient.
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Freshfields Bruckhaus Deringer vertritt VW im Dieselskandal und konnte auf diese Weise seinen Umsatz um zehn Prozent steigern. Quelle: dpa
Wirtschaftskanzleien profitieren vom Dieselskandal

Freshfields Bruckhaus Deringer vertritt VW im Dieselskandal und konnte auf diese Weise seinen Umsatz um zehn Prozent steigern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie 100 umsatzstärksten Wirtschaftskanzleien in Deutschland blicken auf ein weiteres Rekordjahr zurück: Nach Recherchen des Kölner Branchenmagazins Juve setzten sie zusammengerechnet im Geschäftsjahr 2017/18 rund 6,33 Milliarden Euro um – sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Auf Sicht von drei Jahren legten die wichtigsten Sozietäten hierzulande sogar um fast 22 Prozent zu. Sie beschäftigen dabei auch so viele Anwälte wie nie. Die Zahl der Berufsträger wuchs während des gleichen Zeitraums von 10.800 auf rund 12.120, ein Plus von zwölf Prozent. Jeder Anwalt der 100 größten Sozietäten erwirtschaftet damit im Schnitt rechnerisch mehr als 520.000 Euro.

Treiber des anhaltenden Booms sind neben der Beratung bei M&A- und Private Equity-Transaktionen große Prozesse und insbesondere das Compliance-Geschäft. Das wohl eindrücklichste Beispiel dafür ist der Dieselskandal, der auch drei Jahre nach Bekanntwerden Heerscharen von Anwälten beschäftigt.

Das größte Stück vom Beratungskuchen in der Aufarbeitung des großflächigen Betrugs schneidet sich dabei seit Jahr und Tag Freshfields Bruckhaus Deringer ab, Branchenkenner taxieren alleine den durch die Arbeit für Volkswagen erzielten Umsatz seit Beginn des Skandals auf eine dreistellige Millionensumme. Auch deshalb behauptet Freshfields ihre Position der umsatzstärksten Kanzlei hierzulande sie souverän.

Mit fast 490 Berufsträgern erwirtschaftete die Kanzlei im vergangenen Geschäftsjahr zehn Prozent mehr als im Vorjahr, insgesamt 405 Millionen Euro. Dies sind fast 100 Millionen Euro mehr als die zweitplatzierte Konkurrentin CMS Hasche Sigle umsetzte, die ihren Platz ebenso behauptete wie die Drittplatzierte Hengeler Mueller.

Doch es gab auch Bewegung unter den Top 10. Gleich zwei Kanzleien rückten dank prozentual zweistelliger Umsatzzuwächse in die Spitzengruppe vor, Heuking Kühn Lüer Wojtek und Luther, die um zwölf beziehungsweise fast 27 Prozent zulegten.

Luther verdankt den enormen Sprung dabei im Wesentlichen dem erheblichen Personalwachstum. Fast 20 Prozent mehr Anwälte beschäftigte die Kanzlei. Aus den Top 10 verdrängt wurden dadurch die britische Konkurrentin Allen & Overy und die US-Kanzlei White & Case, deren Umsätze nahezu stagnierten.

Als einzige Sozietät einen Umsatzrückgang unter den Top 10 verbuchte Clifford Chance. 171 Millionen Euro bedeuten ein Minus von 1,5 Prozent. Allerdings verkleinerte die britische Gesellschaft auch ihre Mannschaft um fast fünf Prozent, so dass der Umsatz pro Berufsträger auf mehr als 700.000 Euro wuchs.

Die Kanzleien mit dem höchsten Umsatz pro Berufsträger – einem Indikator für die Mandatsqualität und die effiziente anwaltliche Beratung – stellen unterdessen einmal mehr Sozietäten mit Sitz in den USA.

Mehr als eine Million Euro setzte jeder deutsche Anwalt der New Yorker Sozietät Weil Gotshal & Manges rein rechnerisch zuletzt um. Einen ähnlich hohen Wert erreicht als einzige deutsche Kanzlei nur Hengeler Mueller, deren Anwälte im Schnitt jeweils etwas mehr als 915.000 Euro erlösten.

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