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Reiseveranstalter Brexit drückt Thomas-Cook-Zahlen tief ins Minus – Aktie bricht 20 Prozent ein

Der Konzern leidet unter den Brexit-Folgen. Es gibt zwar großes Interesse an den zum Verkauf gestellten Airlines. Doch die Investoren tröstet das nicht.
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Thomas Cook: Brexit drückt die Zahlen tief ins Minus Quelle: Reuters
Thomas Cook

Der britische Reiseveranstalter ist in seinem ersten Halbjahr weiter ins Minus gerutscht.

(Foto: Reuters)

LondonDer britische Reiseveranstalter Thomas Cook ist in seinem ersten Halbjahr weiter ins Minus gerutscht. Das liegt nicht zuletzt am bevorstehenden Brexit, der die sonst so reisefreudigen Briten verschreckte. Dazu kam eine milliardenschwere Sonderabschreibung auf mehrere britische Veranstaltermarken, sodass der Reisekonzern im Winterhalbjahr bis Ende März einen Nettoverlust von 1,5 Milliarden britischen Pfund (rund 1,7 Milliarden Euro) verbuchen musste.

Das teilte das Unternehmen mit Marken wie Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor am Donnerstag mit. Ein Jahr zuvor hatte das saisontypische Minus nur 255 Millionen Pfund betragen. An der Börse sorgten die aktuellen Zahlen für Entsetzen: Die Aktie, die schon in den vergangenen Monaten drei Viertel ihres Wertes verloren hatte, sackte weiter ab. Kurz nach Handelsbeginn ist die Aktie in London um 20,4 Prozent gefallen.

„Die ersten sechs Monate dieses Jahres waren in allen unseren Märkten von einem unsicheren Verbraucherumfeld geprägt“, erklärte Firmenchef Peter Fankhauser. „Die anhaltende Hitzewelle im letzten Sommer und die hohen Preise auf den Kanarischen Inseln haben die Nachfrage der Kunden nach Wintersonne, insbesondere in der nordischen Region, verringert“.

Es bestehe kein Zweifel mehr, dass der Brexit-Prozess viele britische Kunden veranlasst habe, ihre Urlaubspläne für diesen Sommer zu verschieben. Im zweiten Halbjahr werde das operative Ergebnis ebenfalls unter dem des Vorjahres liegen.

Der einzige „Hoffnungsschimmer“, wie Marktanalyst Laith Khalaf von Hargreaves Lansdown sagte, sei eine andere Ankündigung gewesen: Der klamme Konzern hat sich eine neue Kreditlinie über 300 Millionen Pfund verschafft, die ab Oktober genutzt werden kann. Für Reiseanbieter ist vor allem die Wintersaison schwierig, wenn sie das bevorstehende Sommergeschäft vorfinanzieren müssen.

Allerdings wird sich dadurch der Schuldenberg von Thomas Cook weiter erhöhen, der zuletzt schon auf 1,25 Milliarden Pfund gestiegen war.


Mehrere Gebote für Airlines

Wenig Konkretes gab es hingegen zu einem Thema, das die Investoren interessiert hätte: Dem Verkauf der Airlines des Thomas Cook-Konzerns. „Nach der Ankündigung der strategischen Überprüfung unserer Group Airline im Februar haben wir mehrere Angebote erhalten, auch für das gesamte oder Teile des Airline-Geschäfts“, erklärte Firmenchef Fankhauser. Ins Detail wollte er jedoch nicht gehen – noch prüfe Thomas Cook die Angebote. Deshalb bat Fankhauser um Nachsicht.
Im Februar hatte Thomas Cook verkündet, mehr in seine Hotels und sein Internet-Angebot investieren zu wollen. Dafür brauche der Reisekonzern „mehr finanziellen Spielraum”. Deswegen wurden die Airlines des Konzerns zum Verkauf gestellt. Dazu gehören Condor sowie Thomas Cook Airlines Scandinavia, Thomas Cook Airlines Balearics und Thomas Cook Airlines UK.

Seitdem kursieren im Markt Spekulationen darüber, wer an welchen Fluggesellschaften interessiert sein könnte – und sogar die anderen Geschäftsteile des Reisekonzerns sollen Medienberichten zufolge in den Blick potenzieller Bieter gekommen sein. Bisher hatte nur die Lufthansa offiziell Interesse bekundet – und zwar an Condor.
Dass das Jahr bislang „herausfordernd“ ist, wie Thomas-Cook-Chef Fankhauser es beschrieb, hatte auch Konkurrent Tui zu spüren bekommen. Hier sank das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) von Oktober bis März auf minus 300 Millionen Euro nach minus 170 Millionen vor Jahresfrist. Auch Tui-Chef Fritz Joussen begründete seine Konzernzahlen mit den „Auswirkungen des heißen Sommers 2018, Überkapazitäten in Spanien aufgrund der Nachfrageverlagerung in das östliche Mittelmeer, die mit dem Brexit verbundene anhaltende Unsicherheit sowie besonders starke Vergleichswerte für die Nordischen Länder“ im Jahr zuvor.

Hinzu kam, dass Tui wegen des Flugverbots für Boeing-Flugzeuge des Typs 737 Max Kosten verbuchen muss. Wenigstens das Problem blieb Thomas Cook erspart, da der Konzern keine Maschinen dieses Typs einsetzen.

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