Rocket Internet Shopwings gibt in Deutschland auf

Erst im Herbst hatte Rocket Internet seine Tochter Shopwings in Deutschland gestartet. Über den Onlinedienst konnten Kunden in ihrem lokalen Supermärkten bestellen. Doch nun gibt das Start-up hierzulande auf.
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Das Geschäftsmodell von Rocket Internet basiert auf dem Aufbau von Start-ups. Quelle: Reuters
Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet basiert auf dem Aufbau von Start-ups.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie Start-up-Schmiede Rocket Internet zieht bei einem ihrer jüngsten Projekte die Reißleine. Der Einkauf- und Lieferdienst Shopwings werde in Deutschland eingestellt, sagte ein Rocket-Internet-Sprecher am Mittwoch. Das Unternehmen werde sich stattdessen auf andere Märkte in Südostasien konzentrieren.

Shopwings war im Herbst vergangenen Jahres in Deutschland gestartet. Die Idee: der Kunde wählt online seine Artikel aus, ein persönlicher Einkäufer übernimmt den Weg zum Supermarkt in der Nähe – etwa Lidl, Aldi, Edeka oder Alnatura – und liefert die Waren binnen zwei Stunden nach Hause. Je nach Warenwert fällt ein Lieferpreis von bis zu 6,90 Euro an. Genutzt werden kann der Dienst in München und Berlin.

Shopwings werde wegen kostenträchtiger Auflagen für Verbraucherinformationen und die mangelnde Kooperation mit dem Einzelhandel den Dienst kommende Woche einstellen, hatte das Wirtschaftsmagazin Capital zuvor unter Berufung auf Branchenkreise berichtet.

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet basiert auf dem Aufbau von Start-ups. Um Neugründungen und deren Wachstum zu finanzieren, ging das Unternehmen im Herbst an die Börse und hat sich seitdem wiederholt frisches Geld besorgt.

Der Kapitalhunger des Wagniskapitalfinanzierers ist groß, denn die Start-up-Firmen schreiben rote Zahlen. Von den von Rocket betreuten Firmen gelten der Essenslieferdienst Delivery Hero und die beiden Online-Möbelhändler Westwing und Home24 als wahrscheinlichste nächste Kandidaten für einen Börsengang.

Die beliebtesten Marken im deutschen Online-Handel
PayPal, Thomann und Trusted Shops - deutschen "E-Commerce
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Das E-Commerce Ranking betrachtet im Gegensatz zu anderen Markenrankings nicht ausschließlich Hersteller und Händler, sondern bezieht die kaufvorbereitende Leistung von Serviceplattformen in den frühen Phasen der Entscheidungskette mit ein. Der Grund: Fast 80 Prozent aller Internetkäufe werden nicht spontan gemacht, sondern sind das Ende einer mehr oder weniger langen Entscheidungskette, der so genannten „Customer Journey“.

Zur Bewertung mussten die Internet-Marken bei den Kriterien Vertrauenswürdigkeit, Sympathie, Glaubwürdigkeit, Einzigartigkeit und Attraktivität punkten. Hier sind die Top 10 der beliebtesten Marken im deutschen E-Commerce.

Google
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Platz 10: Google Der Internet-Riese Google schafft es gerade so in die Top 10. Bei der ersten Suche nach Produkten nutzen Online-Shopper die Suchmaschine jedoch am häufigsten von allen. In der Kategorie „Vertrauenswürdigkeit“ liegt das Unternehmen sogar nur auf dem 48. Platz. Nur 13,8 Prozent der Nutzer bewerten die Marke als „sehr vertrauenswürdig“. Dafür punktet Google in Sachen „Sympathie“ (Platz 6) und „Einzigartigkeit“ (Platz 3). In der Kategorie „Attraktivität“ belegt der Suchmaschinen-Primus gar den zweiten Platz.

After cyberattack, eBay recommends password change
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Platz 9: Ebay Das Auktions-Portal Ebay belegt ebenso einen der hinteren Plätze der Top 10. In der Kategorie „Vertrauenswürdigkeit“ steht es auf Platz 21. Ein wenig besser sieht es bei der „Sympathie“ aus: Hier landet das Portal auf Platz 10. Bei der „Einzigartigkeit“ steht Ebay auf Platz 6 und bei „Attraktivität“ sogar auf Platz 3.

TÜV Süd
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Platz 8: s@fer shopping (TÜV Süd) Der Siegelanbieter punktet vor allem bei der „Vertrauenswürdigkeit“ (Platz 5) und bei der „Glaubwürdigkeit“ (Platz 4). Das Portal gehört in dem Markenranking zu den so genannten „Superstars“, genauso wie Google und Ebay: Diese Marken gehören zu den bekanntesten im E-Commerce und werden alles in allem positiv wahrgenommen.

chip
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Platz 7: Chip Die Befragten beurteilten die Marke Chip als relativ vertrauenswürdig (Platz 7), sympathisch (Platz 5), glaubwürdig (Platz 6) und attraktiv (Platz 9). Auch Chip gehört zu den „Superstars“ unter den E-Commerce-Marken.

(Quelle: Screenshot Website)

zooplus
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Platz 6: Zooplus Den Tierbedarfs-Shop Zooplus fanden die Studienteilnehmer besonders sympathisch (Platz 4), glaubwürdig und attraktiv (beides Platz 7). Zooplus wird von in der Studie den „Hidden Champions“ zugerechnet: Diese Marken sind nur einer Minderheit unter den Online-Shoppern bekannt, werden von diesen aber geliebt.

(Quelle: Screenshot Website)

sofortüberweisung
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Platz 5: Sofortüberweisung.de Das System, mit dem man im Internet bargeldlos zahlen kann schafft es in allen Kategorien unter die Top 10. Die Nutzer beurteilten es als vertrauenswürdig (Platz 6), sympathisch (Platz 9), einzigartig (Platz 5), glaubwürdig (Platz 8) und attraktiv (Platz 10). Auch Sofortüberweisungt.de gehört zu den „Hidden Champions“. Den guten Umfragewerten zum Trotz stand der Anbieter zuletzt in der Kritik, weil das System umfangreiche Einblicke in die Konten der Kunden erhält.

(Quelle: Screenshot Website)

  • rtr
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1 Kommentar zu "Rocket Internet: Shopwings gibt in Deutschland auf"

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  • Wenn das tatsächlich die Gründe sind, halte ich das ja für einigermaßen unverantwortlich, ein angebliches 30 Milionen €-Unternehmen so an die Wand zu fahren:
    unverantwortlich gegenüber den Mitarbeitern
    unverantwortlich gegenüber den Investoren

    Dass es eine LMIV gibt hätte Shopwings bei der Gründung beachten müssen, spätestens bei der Due Dilligence durch Rocket Internet hätte eine rechtliche Beleuchtung des Geschäftsmodell erfolgen müssen.
    Und ob die Handelsketten bereit sind, in so ein Modell einzusteigen, hätte RI mit einem paar Gesprächen klären können.
    Auf der NOAH in Berlin hat o. Samwer ja dargestellt, wie im Hause Rocket Internet recherchiert wird: am Beispiel Türkei habe man in Wikipedia geschaut und dann in google maps. Eine professionelle Recherche hätte sich nicht gelohnt. (Dafür hat man dann anschließend ein paar hundert Leute auf die Straße gesetzt.
    Es erstaunt dann schon, dass bei einem derartig "professionellen" Vorgehen alleine Tengelmann einen 2stelligen Millionenbetrag in Shopwings investiert.
    Eine Woche vor Schließung noch war die Lebensmittelbranche der Wachstumsmarkt für RI, Riesenpotential! - jetzt zwei Schlappen. Und jetzt ist für shopwings gerade noch Potential in Australien und Asien vorhanden.
    Die nächste Schlappe mit Helpling zeichnet sich schon ab - das Original hat gerade aufgegeben.
    Naja, mit der halben Milliarde, die RI Anfang letzter Woche eingesammelt hat, können die ja nochmal 20 solche Unternehmen hops gehen lassen.
    Den "Brüdern" solltest Du halt kein Geld geben.

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