Schweizer Franken Die ersten Opfer der Franken-Entkopplung

Die Entscheidung der Schweizer Notenbank, die Franken-Euro-Bindung aufzuheben, fordert erste Opfer. Ein Broker ist bereits pleite, andere sind schwer angeschlagen. Es könnten noch viele Weitere folgen.
13 Kommentare
Geschlossen wegen Geschäftsaufgabe: Manch ein Unternehmen hat die Schweizer Entscheidung mehr als nur Geld gekostet. Quelle: Getty Images

Geschlossen wegen Geschäftsaufgabe: Manch ein Unternehmen hat die Schweizer Entscheidung mehr als nur Geld gekostet.

(Foto: Getty Images)

London/DüsseldorfDie Entscheidung der Schweizer Notenbank (SNB), den Franken vom Euro zu entkoppeln, fordert erste Opfer. Der britische Devisen-Broker Alpari hat Insolvenz angemeldet, die neuseeländische Firma Global Brokers NZ ist wegen hoher Verluste infolge der Währungsänderungen ins Visier der Behörden geraten.

Die Bewegung des Schweizer Franken, die auf die Entscheidung der Schweizer Notenbank folgte, habe zu „einer außergewöhnlichen Volatilität und einem extremen Mangel an Liquidität“ geführt, schreibt der Broker auf seiner Homepage. In der Folge hätten die meisten der Kunden Verluste erlitten, die ihre Kontostände überstiegen. Wenn ein Kunde diesen Verlust nicht abdecken könne, „wird er an uns weitergegeben“, heißt es in der Mitteilung. Das zwinge Alpari (UK) Limited dazu, in die Insolvenz zu gehen.

Nach der Abschaffung des Mindestkurses am Vortag wertete der Franken zum Euro stark auf. Ein Euro kostet derzeit noch rund 1,02 Franken. In Neuseeland geriet die kleine Devisenhandelsbank Global Brokers NZ nach den von der SNB ausgelösten Kursturbulenzen am Devisenmarkt ins Visier der Bankenaufsicht. Die Bank teilte mit, Verluste bei Kunden mit Franken-Positionen hätten das Kapital der Bank so vermindert, dass sie die Eigenkapitalanforderungen nicht mehr erfüllen könne. Die Financial Market Authority (FMA) prüfe nun, ob die Einlagen der Kunden bei Global Brokers noch sicher seien, sagte ein FMA-Sprecher.

In Hongkong berichtete die auf kleinere Kunden ausgerichteten Devisenhandelsfirma FXCM, ihre Kunden hätten Verluste von umgerechnet insgesamt 225 Millionen Dollar eingefahren. Der Aktienkurs des Brokers fiel am Donnerstag um 15 Prozent nahe an ein Zweijahrestief.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Die Menschen fühlen sich verletzt und betrogen“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Schweizer Franken - Die ersten Opfer der Franken-Entkopplung

13 Kommentare zu "Schweizer Franken: Die ersten Opfer der Franken-Entkopplung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Banker bzw. ale, die Menschen schädigen, müssen den Schaden persönlich zahlen. Sofort! Wieviele Banken haben menschliche Existenzen vorsätzlich vernichtet durch Ihre Manapulationen?

  • Wer auf eine Abwertung des CHF spekulierte, hat seine Verluste zu Recht verdient. Dümmer geht es wirklich nicht mehr!

  • Ein gutes hat es, der Startschuss zur Gold-Rally ist gefallen...;-)

  • „Das war eine 180-Grad-Drehung der SNB. Die Menschen fühlen sich verletzt und betrogen.“

    Das ist kein Betrug seitens der SNB sondern reine Notwehr!

  • herr westend wenn alle broker so toll arbeiten wie sie, hätte es die verwerfungen im jahre 2008 gar nicht erst geben dürfen. offensichtlich sind sie allein auf weiter flur mit ihrem hedging und ihren gegenpositionen. ganz toll!

  • Hat so ein Retail-Broker kein Hedging oder zumindest für jedes Geschäft eine Gegenseite ?

    Aber so ist das vielleicht, wenn man Amateure und Zocker, ohne jegliche Erfahrung und fundiertes Backgroundwissen welche man nur während einer Händlerausbildung bei einer Investmentbank bekommt und anschl. jahrelang im Eigenhandel/Prop-Trading ein Handelsbuch (mit 7- bis 8 stelligen Handelslimit) und positiven Track-Record geführt hat, an die Märkte/Börse lässt. Selber schuld.


    Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope and HQ of Super-Mario.


    Ralph

    Investmentbanker (CFA, Eurex- und Xetra-Lizenz)
    - selbst. Börsenhändler -
    Algo- und System-Trading

    Handelsbuch mit 5,0 Mio. € Handelslimit, genehmigt durch die hinterlegte Sicherheit in physischen Gold auf dem Margin-Konto

  • wieviele opfer ohne lobby wurden durch schweizer banken schwer geschädigt. diese schweizer bänker sind offensichtlich ehemalige bergbauern mit umgebundener krawatte. das ganze schweizer bankensystem lebte beinahe ausschließlich von der leistungskraft anderer volkswirtschaften oder vom geld aus diktaturen. auf dauer konnte dies nicht gut gehen. jetzt können sie ja ihre produkte auf den weltmärkten losschlagen. wenn man jahrelang gutgläubige anleger abzockt darf man sich jetzt über die schadenfreude nicht wundern. es gibt ja immer noch genügend deutsche die ihr geld in deutschland verdient haben und jetzt in der schweiz bunkern. modernes schmarotzertum eben.

  • Jeder Broker, der über den Jordan geht, ist ein Hai weniger in diesem Haifischbecken. Mein Mitleid mit diesem Volk hält sich sehr in Grenzen.

  • >> Ein Broker ist bereits pleite, andere sind schwer angeschlagen >>

    Weg mit den Spekulanten ! Alle auf den Bau !

  • ...so ein armer Mensch, der Broker, der jetzt €-Opfer wurde. Müssen wir jetzt den Hut herumgehen lassen...?

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%