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Simon Hu Dieser Mann soll den IPO der Superlative stemmen

Hu ist erst seit Kurzem Chef des Alipay-Unternehmens Ant. Er soll den chinesischen Konzern zu mehr Wachstum führen – und frisches Geld beschaffen.
18.08.2020 - 19:34 Uhr Kommentieren
Seine Strategie soll der wachsenden Inlandsnachfrage in China gerecht werden. Quelle: imago/VCG
Simon Hu

Seine Strategie soll der wachsenden Inlandsnachfrage in China gerecht werden.

(Foto: imago/VCG)

Peking Auf den ersten Blick wirkt Simon Hu eher unscheinbar. Was für Manager aus dem Silicon Valley oder Start-up-Vertreter der Hoodie oder das unifarbene T-Shirt sind, ist für den CEO der Ant Group das immergleiche hellblaue Hemd. Manchmal trägt er dazu auch ein Sakko. Dagegen erscheint Hus Profilbild bei Weibo, der chinesischen Version von Twitter, geradezu exzentrisch: Es zeigt „C-3PO“, den freundlichen, goldfarbenen Protokoll-Droiden aus der „Star Wars“-Reihe.

Simon Hu, oder Hu Xiaoming, wie sein chinesischer Name lautet, wurde erst Ende vergangenen Jahres in einer Reihe von Veränderungen in der obersten Führungsriege von Ant zum CEO ernannt. Nun soll er den Alipay-Konzern zu einem lange erwarteten Börsengang der Superlative führen.

Der Finanzdienstleister plant ein Doppellisting an den Börsen in Hongkong und Schanghai. Insidern zufolge könnte das mehr als 20 Milliarden Dollar frisches Kapital einbringen – und sogar den größten Börsengang aller Zeiten von Saudi Aramco übertreffen.

Hu war vergangenes Jahr auf Eric Jing gefolgt, der weiterhin Executive Chairman blieb. Ihm muss Hu Bericht erstatten. In einer internen Mitteilung hatte Jing laut Medienberichten den Schritt damit begründet, dass er selbst mehr Zeit und Energie auf „das zukünftige Marktpotenzial unserer Globalisierungsstrategie“ verwenden müsse.

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    Hu solle sich hingegen darauf konzentrieren, das Unternehmen so zu führen, dass es der wachsenden Inlandsnachfrage in China gerecht werde, hieß es in einer Mitteilung von Ant. Zudem solle Ant mehr Dienstleistungsunternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen.

    Jack Ma hält 33 Prozent an Ant

    Alipay startete im Jahr 2004 als Zahlungsabwickler als Teil des Onlinehändlers Alibaba, bevor Alibaba-Gründer Jack Ma das Unternehmen im Jahr 2011 aus dem Konzern herauslöste. Inzwischen hält Alibaba 33 Prozent der Anteile an Ant, Ma kontrolliert jedoch 50 Prozent der Stimmrechte.

    Der Markt für Zahlungsdienstleistungen in China wächst zwar noch immer, allerdings deutlich langsamer als noch vor ein paar Jahren. Ant will laut eigenen Angaben daher nicht mehr nur Partner von Finanzdienstleistern, sondern künftig auch eine Plattform für Unternehmen aus dem nicht finanziellen Bereich sein.

    Hu soll dieses neue Geschäftsfeld vorantreiben. Das Unternehmen wolle seine Technologie und seine Ressourcen mit öffentlichen und privaten Dienstleistern sowie anderen Ländern teilen, sagte Hu gegenüber dem Nachrichtendienst Bloomberg in einem seiner seltenen Interviews Ende Juni.

    Heute liege der Fortschritt der digitalen Transformation in der Dienstleistungsindustrie bei gerade einmal 20 Prozent, erklärte er im März dem chinesischen Technologieinformationsanbieter „TMTPost“. „Das ist eine riesige Chance, die wir uns vorgenommen haben, und eine Verantwortung für mich und mein Team für die nächsten fünf bis zehn Jahre.“

    Hu ist kein Unbekannter bei Ant und kennt sich im Finanzbereich gut aus. Seit Ende 2018 hatte er als Präsident bei dem Unternehmen gearbeitet. Zuvor war er jahrelang Manager bei Alibaba. Bereits 2009 hatte Hu ein internes Unternehmen namens AliFinance innerhalb von Alibaba gegründet. Die Firma nutzt ein Kredit-Scoring, um für kleine und kleinste Unternehmen in China Finanzierungsdienstleistungen anzubieten.

    Aus Hus Zeit bei Alibaba stammt auch sein Spitzname. Teil der Unternehmenskultur bei dem Tech-Konzern mit Hauptsitz im ostchinesischen Hangzhou ist es, dass sich die Mitarbeiter selbst Namen in Anlehnung an historische oder fiktionale Figuren geben. Hus Alias ist Sun Quan, ein Name, der auch in seinem Weibo-Profil auftaucht.

    Nachdenklicher Kriegsherr

    Sun Quan ist eine in China sehr bekannte historische Figur, die auch in vielen fiktionalen Geschichten auftaucht. Er wird als ein eher nachdenklicher, zurückhaltender Kriegsherr beschrieben, der das Königreich Wu während der Ära der Drei Königreiche errichtete.

    Bevor Hu zum CEO von Ant ernannt wurde, verantwortete er das Cloud-Geschäft von Alibaba. Unter seiner Führung sei die Cloud schnell gewachsen, heißt es auf der Webseite von Ant, und habe seine globale Expansion begonnen. Seine Karriere begann Hu im Bankensektor bei der chinesischen staatlichen Großbank China Construction Bank und der China Everbright Bank.

    Eins ist klar: Die nächsten Wochen werden Hus stressigste Wochen als Ant-CEO. Wann der Börsengang vollzogen werden soll, darüber hält sich das Unternehmen zwar bislang bedeckt. Am Freitag war bei der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde aber bereits ein entsprechender Antrag für den geplanten Börsengang veröffentlicht worden. Das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ zitierte jüngst einen Insider damit, dass es schon im September oder Oktober so weit sein könnte.

    Mehr: Der Börsengang von Ant Financial ist richtungsweisend.

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