Starkes Sommergeschäft Zuversicht der Reisebranche wächst

Das Reisejahr 2016 hatte es in sich. Anschläge und die politische Krise in der Türkei belasten die Tourismusbranche. Veranstalter und Reisebüros setzten weniger um. Jetzt zeigt der Trend wieder nach oben.
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Eines der beliebtesten Reiseziele für den Sommer: Griechenland. Quelle: dpa
Urlaub

Eines der beliebtesten Reiseziele für den Sommer: Griechenland.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainNach dem schwierigen Reisejahr 2016 wächst die Hoffnung der Branche auf bessere Geschäfte in der aktuellen Saison. „Wir rechnen in diesem Jahr insgesamt mit einem moderaten Plus gegenüber 2016“, sagte der Präsident des Branchenverbandes DRV Norbert Fiebig am Donnerstag wenige Tage vor Beginn der Reisemesse ITB. „Derzeit werden kräftig Urlaubspläne geschmiedet.“

Bis Ende Januar verzeichneten die Reisebüros nach Daten der GfK-Konsumforscher bisher ein Umsatzplus von zusammengerechnet 6 Prozent für das wichtige Sommergeschäft gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum. „Viele Deutsche haben ihren Haupturlaub noch früher gebucht als sonst – zum Teil schon im November und Dezember vergangenen Jahres“, erläuterte Fiebig in Frankfurt.

Wo der Städtetrip teurer oder billiger wurde
Platz 10: Köln
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Köln gehört zu den zehn Gewinnerstädten: Die Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 steckten die Hoteliers in der rheinischen Domstadt besser weg als erwartet. Die Zimmerpreise stiegen 2016 um zwei Prozent auf durchschnittlich 104 Euro. Unerwartete Hilfe kam ausgerechnet aus der ungeliebte Nachbarstadt Düsseldorf. Deren Großmessen sorgten dafür, dass sich auch in Köln die Hotels füllten.

(Quelle: Hotelportal HRS)

Platz 9: Zürich
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Schon 2015 waren die Zimmerpreise in der Schweizer Bankenmetropole steil nach oben geschossen, weil sich der Franken gegenüber dem Euro stark verteuerte. 2016 setzten die Züricher Herbergsbetreiber noch einmal 2,4 Prozent oben drauf. Mit durchschnittlich 174 Euro pro Zimmer war die Stadt die teuerste Metropole Europas.

Platz 8: Madrid
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In Spaniens Hauptstadt macht sich der zarte Wirtschaftsaufschwung auch bei den Übernachtungspreisen bemerkbar. 2016 ging es um 3,2 Prozent nach oben – auf durchschnittlich 98 Euro.

Platz 7: Nürnberg
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Nach Düsseldorf galt Nürnberg 2016 zu den stärksten Preisgewinnern in der deutschen Hotellerie. Dank zahlreicher Messen verteuerten sich die Übernachtungen auf durchschnittliche 92 Euro, und damit um 4,5 Prozent.

Platz 6: Prag
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Mit durchschnittlichen Zimmerpreisen von 75 Euro ist der Touristenmagnet an der Moldau zwar immer noch ein Billiganbieter. 2016 aber ging es mit den Preisen immerhin um 5,6 Prozent nach oben.

Platz 5: Düsseldorf
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Das Preisplus von 6,3 Prozent machte Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt 2016 zum Spitzenreiter in Sachen Teuerung. Schuld waren vor allem die Großmessen „Drupa“ (Druck) und „K“ (Kunststoffindustrie), auf die Düsseldorf im Vorjahr verzichten musste. Im Schnitt kostete die Übernachtung 101 Euro.

Platz 4: Washington
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Mit durchschnittlich 206 Euro pro Nacht war die US-Hauptstadt zweitteuerste Stadt der Welt. Doch anders als beim Spitzenreiter New York ging es dort mit den Preisen weiter bergauf, und zwar um 6,3 Prozent. Fünf Prozentpunkte davon stammten allerdings aus der Dollaraufwertung gegenüber dem Euro.

Hoch im Kurs für die schönsten Wochen des Jahres steht Griechenland. Hellas steigt einer GfK-Analyse zufolge nach den Balearen zum zweitstärksten Urlaubsziel der Bundesbürger auf. Im Vergleich zum bislang schwächsten Sommer im Jahr 2012 hätten sich die Griechenland-Umsätze der Reisebüros mehr als verdreifacht. Gefragt seien auch Bulgarien oder Kroatien. Kreuzfahrten würden immer beliebter. Städtereisen verlieren dagegen nach den vergangenen Anschlägen an Attraktivität.

Nach wie vor meiden Deutschlands Urlauber den Angaben zufolge die Türkei. Ende Januar lagen die Buchungsumsätze für das Land 58 Prozent unter dem Stand von 2016. Im vergangenen Jahr hatte es bereits einen Einbruch um 40 Prozent gegeben. Ägypten kehrte in der Gunst der Urlauber dagegen wieder zurück, ist aber noch weit entfernt von früheren Höchstständen.

Zehn Geheimtipps für Reisefreaks
Platz 10: Portland in USA
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Portland ist auf Platz 10 von Lonely Planet: Sie gilt als Amerikas Stadt der Zukunft. Es ist eine multikulturelle Stadt, die von Bergen umgeben und von dem Willamette River durchzogen ist. Portland hat die Kultur großer Städte, ist aber zugleich auch eine historisch gewachsene Kleinstadt.

Quelle: Lonely Planet

Platz 9: Moskau in Russland
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Russlands Hauptstadt wird sich durch die Fußballspiele 2017 und durch die WM 2018 verändern. Neben den klassischen Kulturpunkten wie der rote Platz mit seinem Kuppeln und dem Puschkin-Museum findet sich in der Metropole moderne Kunst im Garage Museum und das neue Museum für Impressionismus in einer alten Süßwarenfabrik. Moskau liegt damit im Trend, Industriebrachen in kulturelle Orte zu verwandeln.

Platz 8: Lissabon in Portugal
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Lissabon ist eines der Supermodels unter den Städten. Die portugiesische Hauptstadt glänzt durch kleine Gässchen, die durch barocke Bauten die Hügeln hochführen und wird durch das Ufer des Tejo gesäumt. Lissabon lädt zu einfachen Spaziergängen durch die Stadt und zahllosen Sehenswürdigkeiten ein.

Platz 7: Seoul in Südkorea
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Die koreanische Hauptstadt wird von Lonely Planet als moderne Metropole mit hoher Lebensqualität angepriesen. Der neue Seoul Skygarden begeistert in urbaner Gegend mit Cafés, Blumenläden und Gratis-Wlan, dass man auch in Bussen und U-Bahnen hat. So steht dem Posten unterwegs nichts im Wege.

Platz 6: Pistoia in Italien
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Gelegentlich wird Pistoia wegen ihrer Kunstschätze und Bauwerke auch als „Klein-Florenz“ bezeichnet. Die toskanische Stadt ist allerdings nicht so von Touristen überlaufen wie Florenz. 2017 wird sie Kulturhauptstadt Italiens und lockt so bald mit zahlreichen kulturellen Projekten – wie mit einer Retrospektive über den Bildhauer Marino Marini in Zusammenarbeit mit dem Guggenheim Museum.

Platz 5: Ohrid in Mazedonien
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Die Strände in Ohrid gelten als die schönsten des Landes. Die Stadt liegt am Ufer des gleichnamigen Sees, der ein kräftiges Blau aufweist. Die Altstadt begeistert mit Terrakottadächern und jahrhundertealten Kirchtürmen. Die Straßen verführen durch verwirrende Labyrinthe die Hügel hinauf, wo die Festung Gorna Porta thront.

Platz 4: Mérida in Mexiko
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Der auf der Halbinsel Yucatán liegende Ort lockt durch eine Fülle an Kultur. Mérida bietet angesagte Feinschmeckerdestination, Märkte und familiengeführte Lokale mit regionalen Küchen Mexikos. Neben täglichen Livekonzerten kann man auch einfach das lockere Leben am Nachmittag in einer Hängematte verbringen.

Mit Buchungen für die USA halten sich die Bundesbürger dagegen bisher zurück. Ob das Minus von 9 Prozent auf die Politik des neuen Präsidenten Donald Trump zurückzuführen ist oder auf den starken Dollar, der Reisen in das Land verteuert, lasse sich derzeit nicht eindeutig beantworten, sagte GfK-Expertin Dörte Nordbeck.

Im vergangenen Jahr hatten Anschläge und politische Krisen in beliebten Urlaubsregionen der erfolgsverwöhnten Branche ein Umsatzminus beschert. Zwar boomten Mittelmeerklassiker wie Spanien sowie Fernreisen und Kreuzfahrten. Unter dem Strich habe dies die deutlichen Rückgänge für die Türkei sowie für Tunesien und Ägypten jedoch nicht komplett ausgleichen können, erläuterte Fiebig. Zudem wächst die Konkurrenz durch Portale wie Airbnb.

Der Umsatz der Reiseveranstalter sank 2016 den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent auf 30,2 Milliarden Euro. Reisebüros verzeichneten einschließlich Geschäftsreisen ein Minus von 1,3 Prozent auf 24,5 Milliarden Euro.

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