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Stefanie Lemcke Eine Deutsche erfindet das Uber für Kinder

Stefanie Lemcke hat in den USA eine App entwickelt, die Mitfahrgelegenheiten für Kinder koordiniert. Nun ist auch die Deutsche Bahn eingestiegen.
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Mit ihrem Start-up versucht eine Deutsche amerikanischen Eltern das Leben zu erleichtern. Quelle: GoKid Pressebild
Kinder-Abholdienst

Mit ihrem Start-up versucht eine Deutsche amerikanischen Eltern das Leben zu erleichtern.

(Foto: GoKid Pressebild)

New YorkAls Stefanie Lemcke mit ihrer Familie von New York nach Connecticut zog, kam der Kulturschock. Auf einmal mussten die beiden Töchter überall hingefahren werden: zur Schule, zum Fußball, zum Reiten. Für das arbeitende Ehepaar war das eine Herausforderung. Fahrgemeinschaften funktionierten nur bedingt.

„Ich saß im Meeting, und dann kam die SMS: ‚Ich kann deine Tochter heute doch nicht mitnehmen.‘ Da stieg bei mir die Panik auf“, erinnert sich die promovierte Juristin noch heute. Gleichzeitig war das der Moment, in dem ihr die Idee für ihr Unternehmen kam.

„Ich habe mir gedacht: Es kann doch nicht sein, dass wir uns in Zeiten von Uber und Lyft noch per Mail und SMS koordinieren müssen, wer wen wohin mitnimmt“, erzählt Lemcke heute in ihrem Co-Working-Büro im angesagten New Yorker Flat-Iron-District, wo sich die New Yorker Start-ups tummeln.

Aus der Idee wurde ein Unternehmen mit einer App, die seit Juli des vergangenen Jahres in 25 Ländern mehr als 140.000 Fahrten vermittelt hat. Mit zehn Mitarbeitern hat GoKid im vergangenen Jahr 100.000 Dollar umgesetzt und will das dieses Jahr mindestens verdoppeln.

Die Gründerin von GoKid lebt in New York. Quelle: GoKid Pressebild
Stefanie Lemcke

Die Gründerin von GoKid lebt in New York.

(Foto: GoKid Pressebild)

Das Geschäftsmodell ist einfach: Auf der App können sich Eltern mit anderen bekannten Eltern vernetzen. Für 4,99 Dollar im Monat können sie live verfolgen, wo ihr Kind gerade langfährt, und die Kalender synchronisieren. Für die Fahrt selbst fällt kein Geld an.

Damit ist die App deutlich günstiger als Uber, das etwa viele New Yorker Eltern nutzen, um ihre Kinder umherkutschieren zu lassen. Die gebürtige Düsseldorferin hat mit 20 Schulen Lizenzverträge geschlossen. Mehr als 200 haben bereits angefragt. Sie wollen GoKid den Eltern anbieten, um die Staus vor der Schule zu verkleinern.

100.000 Dollar hat die Start-upperin aus eigenen Mitteln in die App gesteckt, als sie GoKid neben ihrem Job als Unternehmensberaterin aufbaute. Dann konnte sie das prestigeträchtige Start-up-Programm „Tech-Star“ von ihrem Konzept überzeugen und bekam externe Investoren. Seit 2016 widmet sie sich ganz ihrem Start-up.

In einer ersten Finanzierungsrunde bekam Lemcke 1,1 Millionen Dollar. Die selbstbewusste Frau, die ihr Alter aus Prinzip nicht nennen will, weist darauf hin, dass das mehr Geld ist, als weibliche Unternehmerinnen im Durchschnitt erhalten. Die zweite Runde hat sie gerade mit 1,5 Millionen Dollar abgeschlossen – und diesmal ist auch der DB Digital Ventures Fonds der Deutschen Bahn dabei. Die Investoren bewerten das Unternehmen mit zehn Millionen Dollar.

Die Bahn käme nicht nur als Investor, sondern auch als Partner in Betracht: So könnten Eltern-Fahrer die letzte Meile zwischen Haustür und Bahnhof abdecken. Bisher ist jedoch nichts konkret. GoKid zeige, wie vielfältig der Sharing-Markt inzwischen sei, sagte ein Sprecher von DB Digital Ventures.

„Neue Car- und Ridesharing-Services sind immer zielgruppenspezifischer, was wir als Deutsche Bahn mit unseren Beteiligungen im Start-up-Fonds bewusst abbilden“, sagt der Sprecher. „Das hilft uns, der wachsenden Kundennachfrage gerecht zu werden und an der Marktentwicklung zu partizipieren.“ Man werde eine potenzielle Zusammenarbeit mit GoKid im Rahmen eines neuen Angebots für Kunden der DB rasch prüfen.

Darüber hinaus arbeitet Lemcke auch mit Autoherstellern wie Jaguar und Land Rover zusammen, die die App integrieren wollen. GoKid ist derzeit vor allem an der Ost- und Westküste der USA unterwegs, aber auch in Mexiko, Australien, Neuseeland und Großbritannien. Jetzt will Lemcke auch in ihrer deutschen Heimat stärker werden. 

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