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Steuerhinterziehung Weiterer Unister-Manager auf freiem Fuß

Ein weiterer Unister-Manager ist am Freitag gegen Kaution frei gekommen. Ihm und zwei weiteren Managern wird Steuerhinterziehung vorgeworfen. Die Generalstaatsanwaltschaft legte Beschwerde gegen die Freilassung ein.
21.12.2012 Update: 21.12.2012 - 19:20 Uhr Kommentieren
Die Firmenzentrale von Unister in Leipzig. Ein weiterer Manager, den die Polizei festgenommen hatte, ist auf Kaution frei gekommen. Quelle: dapd

Die Firmenzentrale von Unister in Leipzig. Ein weiterer Manager, den die Polizei festgenommen hatte, ist auf Kaution frei gekommen.

(Foto: dapd)

Leipzig Von den drei verhafteten Führungskräften des Online-Unternehmens Unister muss nur einer Weihnachten hinter Gittern verbringen. Nachdem am Mittwoch bereits ein Manager gegen Kaution freikam, setzte das Amtsgericht Dresden am Freitag den Haftbefehl gegen einen zweiten Manager außer Vollzug. Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der illegalen Geschäftemacherei und der Steuerhinterziehung gegen Unister.

Der Mann habe Meldeauflagen zu erfüllen. Er sei bereits frei, da die Kaution sofort hinterlegt worden sei, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Wolfgang Klein. Wie schon bei der ersten Freilassung habe die Generalstaatsanwaltschaft auch diesmal Beschwerde eingelegt. „Wir sehen massive Verdunklungsgefahr und Fluchtgefahr“, sagte Klein. Der verbliebene Manager hat am 27. Dezember einen Haftprüfungstermin.

Der Geschäftsführer und Gründer des Online-Unternehmens Unister, Thomas Wagner, hält die Vorwürfe gegen seine Firma laut einem Medienbericht für unbegründet. Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Unister wegen illegaler Geschäftemacherei und Steuerbetrugs. Es sollen auf den Reiseportalen der Unister-Gruppe ohne Genehmigung Versicherungsprodukte angeboten worden sein. „Unsere Anwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind mitten in der Prüfung. Grundsätzlich sind wir über das gesamte Vorgehen der sächsischen Behörden verwundert“, betonte Wagner in einem schriftlich geführten Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ/Samstag).

Schon im Jahr 2002 habe das damalige Bundesaufsichtsamt für Versicherungswesen nach umfangreicher Prüfung festgestellt, dass der umstrittene Stornoschutz kein genehmigungspflichtiges Versicherungsgeschäft sei. Nach Wagners Worten wirkten sich die aktuellen Ermittlungen auf das Geschäft seines Unternehmens aus. „Wir haben natürlich einen erheblichen Imageschaden erlitten.“

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    Allerdings hatte der Touristik-Riese Tui nach Bekanntwerden der Vorwürfe den Vertrag mit Unister gekündigt. Bei einer Razzia in der vorigen Woche hatte es umfangreiche Durchsuchungen gegeben. In diesem Zusammenhang kamen auch die drei Führungskräfte in Untersuchungshaft. Der sächsische Datenschutzbeauftragte ermittelt ebenfalls gegen Unister, nachdem Medien über schwere Pannen bei der Datensicherheit berichtet hatten, die meldepflichtig gewesen wären.

    Unister betreibt unter anderem die Reise-Portale Ab-in-den-Urlaub.de und fluege.de. Das Unternehmen soll auf den Portalen ohne Genehmigung Versicherungsprodukte verkauft haben.

     
    • dpa
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