Suche nach Lufthansa-CEO Wer wird gleich in die Luft gehen?

Die Suche nach einem Nachfolger für Christoph Franz nagt an der Lufthansa. Die einen sind nicht gut genug, die anderen wollen den Posten überhaupt nicht. Nur einer ist bester Dinge: Der scheidende CEO.
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Spekulationen sorgen für Unruhe bei der Lufthansa. Die Situation erinnert an das Softwareunternehmen Microsoft Quelle: dpa

Spekulationen sorgen für Unruhe bei der Lufthansa. Die Situation erinnert an das Softwareunternehmen Microsoft

(Foto: dpa)

New YorkDas Programm von Christoph Franz in New York konnte sich sehen lassen: Am Mittwochabend Neujahrsempfang mit Kunden im edlen Andaz-Hotel an der 5th Avenue, am Donnerstagvormittag Presserunde, danach Mittagessen und Rede im Yale Club auf Einladung eines der ehrwürdigsten Luftfahrtvereinigungen der Welt, dem „Wings Club“ – wo schon Astronaut Buzz Aldrin von seiner Landung auf dem Mond erzählte.

Allerorten war der Lufthansa-Chef bester Laune. Noch etwas gebräunt von fünf Tagen beim Wirtschaftsgipfel in Davos, wärmte sich Franz im Rampenlicht. Zwar wird er im Juni Verwaltungsratspräsident von Pharmariese Roche. Doch ist er jetzt deswegen keine lahme Ente, ganz im Gegenteil: Alle reißen sich um den 53-Jährigen. Und überall stellen sie die Frage, die er nicht beantworten kann: „Wer wird ihr Nachfolger?“

Weniger frohgemut ist der Rest der Belegschaft. Allen voran Carsten Spohr, Chef des Passagiergeschäfts und aussichtsreicher Kandidat für den Chefposten. Seit vier Monaten fliegt er in der Warteschleife und hofft auf eine Berufung durch den Aufsichtsrat unter Führung von Wolfgang Mayrhuber. Mit Spohr harren die Lufthanseaten. „Jede Woche, die wir warten, schadet ihm“, sagt ein Lufthansa-Manager. „Die Ungewissheit geht uns auf die Nerven“.

Spekulationen sorgen für Unruhe im Konzern und beeinträchtigen die Moral. Die Situation ähnelt der beim Softwareunternehmen Microsoft, wo seit Monaten ebenfalls ein CEO recht öffentlich gesucht wird und immer neue Namen durch die Medien geistern. Es entsteht der Eindruck: Spohr ist nicht gut genug, andere Top-Kandidaten wollen den Job bei Lufthansa nicht. Zuletzt stand der ehemalige Chef der Deutschen Telekom, Rene Obermann, im Fokus.

Analysten zeigen wenig Verständnis für die Hängepartie. Die Lufthansa brauche nach den harten Einschnitten unter Franz einen Führer aus eigenem Haus, der die Belegschaft motivieren könne und den Laden kenne, meint Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler: „Spohr ist der perfekte Kandidat“.

Solide Bilanz, unklare Nachfolge
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