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Tarifkonflikt Verdi weitet Post-Warnstreik aus - über eine Million Briefe betroffen

Post-Beschäftigte haben am Donnerstagmorgen bundesweit ihre Arbeit niedergelegt. Sie folgten dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik.
10.09.2020 Update: 10.09.2020 - 15:05 Uhr Kommentieren
Hintergrund der Arbeitsniederlegung sind die laufenden Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 140.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post. Quelle: dpa
Post-Mitarbeiterin bei einem Streik in Niedersachsen

Hintergrund der Arbeitsniederlegung sind die laufenden Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 140.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post.

(Foto: dpa)

Berlin Im Tarifkonflikt haben Beschäftigte der Post nach Aufrufen der Gewerkschaft Verdi am Donnerstagmorgen an verschiedenen Standorten bundesweit ihre Arbeit niedergelegt. In elf Bundesländern hätten Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, sagte ein Verdi-Sprecher. Nach Angaben der Post beteiligten sich bis zum Mittag rund 2.100 Mitarbeiter an dem Ausstand.

Die Beförderung von etwa 1,3 Millionen Briefen und 130.000 Paketen sei von dem Warnstreik betroffen. Das seien 2,4 und 2,5 Prozent der Tagesmenge. In den stärker durch die Warnstreiks betroffenen Regionen würden die verzögerten Sendungen in den Folgetagen zugestellt.

Damit waren die Folgen des Streiks spürbarer als am Mittwoch. Am ersten Tag der Warnstreiks hatte die Post zum gleichen Zeitpunkt von rund 265.000 betroffenen Briefen und 8.000 Paketen gesprochen und die Auswirkungen als „überschaubar“ bezeichnet.

In den bisherigen Tarifgesprächen liegen die beiden Parteien noch weit auseinander. Nach Angaben der Gewerkschaft wollte die Deutsche Post ihren Beschäftigten zuletzt 1,5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate anbieten. Dagegen hält Verdi an einer Einkommenserhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten fest.

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    Verdi begründet die Forderung unter anderem mit der guten Geschäftslage der Post. Das Unternehmen will bei der nächsten Verhandlungsrunde am 21. und 22. September ein Angebot vorlegen. Denkbar sei eine überproportionale Steigerung für die unteren Lohngruppen, hatte Personalvorstand Thomas Ogilvie gesagt. Zudem sollen Azubis und Dual-Studierende eine monatliche Erhöhung von 90 Euro erhalten.

    Briefwahl in NRW soll nicht behindert werden

    Bestreikt wurden nach Angaben von Verdi vor allem Verteilzentren, Paketbasen und Zustellstützpunkte. Auch die Zustellung sei betroffen gewesen. Streikaktionen gab es in den Bundesländern Hamburg, Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin.

    In Niedersachsen sollten sich nach Angaben von Verdi mindestens 1.400 Mitarbeiter an den Streikaktionen beteiligen und im Tagesverlauf in zwei Wellen die Arbeit niederlegen. In Hamburg sei es gelungen, die die Zustellung von bis zu 16.000 Paketen zu verhindern, sagte der dortige Verdi-Fachbereichsleiter Lars-Uwe Rieck.

    Ein Verdi-Sprecher in Nordrhein-Westfalen trat Befürchtungen entgegen, die Streiks könnten die Rücksendung von Briefwahlstimmen bei der Kommunalwahl behindern. Verzögerungen bei der Briefzustellung seien schnell aufgeholt. Außerdem sei die Leerung der Briefkästen nicht bestreikt worden.

    Ein Postsprecher betonte mit Blick auf die Briefwahl, man werde „versuchen, jegliche Beeinträchtigungen durch die Streiks zu verhindern“. In NRW werden am Sonntag Kommunalparlamente, Bürgermeister und Landräte gewählt.

    Mehr: Post kündigt nach Warnstreiks Angebot für dritte Verhandlungsrunde an

    • dpa
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