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Tourismus Die Türkei feiert ihr Comeback als Reiseziel

Immer mehr Veranstalter und Fluggesellschaften stocken ihre Kapazitäten für das krisengeplagte Land wieder auf. Die Flaute scheint beendet.
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2016 stürzte die Türkei als Reiseziel in eine Krise – die Touristen blieben weg, die Strände waren wie leergefegt. Diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Quelle: dpa
Strand in Antalya

2016 stürzte die Türkei als Reiseziel in eine Krise – die Touristen blieben weg, die Strände waren wie leergefegt. Diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Hamburger Türkei-Spezialist Öger Tours rüstet auf. Die Zahl der Flüge in die Türkei werde man um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhen, kündigt die Thomas-Cook-Tochter an. Öger werde Vollcharter-Flüge 2019 nicht nur von großen Flughäfen anbieten, sondern auch von Regionalflughäfen wie Bremen. Allein nach Antalya seien bis zu 500 Flüge wöchentlich geplant, auch Hotelkapazitäten würden aufgestockt.

Schneller als erwartet hat sich das Land am Bosporus von der Tourismuskrise erholt, in die es Anfang 2016 gestürzt war. Damals hatte ein Attentäter in Istanbul eine Gruppe deutscher Touristen mit einer Bombe getötet. Viele Sonnenhungrige mieden daraufhin die Türkei.

Der gescheiterte Militärputsch in Ankara Mitte 2016 und die darauffolgenden Verhaftungswellen ließen die Urlaubsbuchungen weiter abebben. Statt 5,6 Millionen Deutschen, die 2015 ins Land kamen, urlaubten 2016 nur 3,9 Millionen Bundesbürger in der Türkei, 2017 sogar nur 3,6 Millionen.

Seit vergangenem Sommer scheint die Krise wie vergessen. Allein im ersten Halbjahr 2018 reisten gut 1,5 Millionen Deutsche an die Küsten Kleinasiens, ein Zuwachs von 25 Prozent zum Vorjahr. Der Deutsche Reiseverband (DRV), der Buchungen über Reisebüros zählt, meldete für die abgelaufene Sommersaison ein Gästeplus von 60 Prozent.

Reiseveranstalter bestätigen den Wiederaufstieg. Nach eigenen Angaben steigerte Alltours die Zahl der Türkeireisen um 50 Prozent, Öger Tours, DER Touristik und Bentour berichten ebenfalls von zweistelligen Zuwächsen. FTI erwartet „das beste Türkei-Ergebnis der Firmengeschichte“.

Der erneute Run auf das Land verwundert. So warnt das Auswärtige Amt in seinem aktuellen Reise- und Sicherheitshinweis davor, regierungskritische Seiten oder Kommentare in „sozialen Medien“ zu teilen oder mit Zuspruch zu versehen.

Dies gelte auch für nicht-öffentliche Kommentare, die durch Denunziation an die Regierungsbehörden in Ankara weitergeleitet werden könnten. Im Zusammenhang mit regierungskritischen Stellungnahmen im Internet gebe es „Festnahmen und Strafverfolgungen deutscher Staatsangehöriger“.

Doch anders als vor drei Jahren lässt all dies deutsche Urlauber inzwischen kalt. „Der deutsche Tourist denkt sehr kurzfristig“, beobachtet Torsten Kirstges, Tourismusexperte und Professor an der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven. Gebe es nach Anschlägen oder Naturkatastrophen zwei Jahre lang keine alarmierenden Folgemeldungen, würden vergangene Ereignisse im Gedächtnis nicht mehr aktiviert.

Türkische Riviera bereits wieder auf Platz zwei bei Tui

Positiv auf das Reiseverhalten wirke sich aus, dass Türkei-Präsident Erdogan seine verbalen Angriffe auf Deutschland zuletzt deutlich reduzierte. Zudem sei der Reisestrom aus Deutschland in die Türkei nie komplett abgerissen. Selbst während der Krise seien noch fünf Prozent aller deutschen Urlauber dorthin gereist – meist ohne von den Unruhen etwas mitzubekommen.

Schon liegt die Türkische Riviera bei Marktführer Tui wieder auf Platz zwei der beliebtesten Auslandsziele – hinter Mallorca. Grund sei ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis, berichtet Tui-Vorstandschef Fritz Joussen. „Drei Sterne mit Frühstück in Spanien sind preismäßig fünf Sterne in der Türkei.“

Erstaunlich nur, dass Manager aus dem Touristikgewerbe persönlich lieber einen Bogen um das Land machen. So beschloss der DRV auf dem Höhepunkt der Türkei-Krise im Herbst 2016, seine jährliche Verbandstagung besser doch nicht wie geplant in Kusadasi zu veranstalten.

Aus Sicherheitsgründen wollte man die türkische Küstenstadt erst für den Herbst 2018 buchen. Doch auch daraus wurde nichts. Letzten Monat lud der Verband nach Kalabrien.

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