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Tourismus Steigenberger-Hotels werden nach China verkauft

Der chinesische Konzern Huazhu kauft die Kette und weitere Hotelmarken vom ägyptischen Eigentümer. Steigenberger soll weiter expandieren.
Update: 04.11.2019 - 16:26 Uhr Kommentieren
Bis 2025 will Steigenberger auf 250 Standorte expandieren. Quelle: dpa
Steigenberger-Hotel in Frankfurt

Bis 2025 will Steigenberger auf 250 Standorte expandieren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die deutsche Hotelgruppe Steigenberger kommt in chinesische Hände. Der ägyptische Tourismus-Unternehmer Hamed El-Chiaty („Iberotel“, „Sol y Mar“) verkauft die Dachgesellschaft Deutsche Hospitality für 700 Millionen Euro an den chinesischen Hotelbetreiber Huazhu. Das teilte der neue Eigentümer am Montag mit. El-Chiaty hatte die Hotelgruppe 2009 von den Steigenberger-Erben übernommen.

Die Gespräche im Vorfeld der Übernahme hätten erst vor ein paar Monaten begonnen, wie Huazhu-Chefin Jenny Zhang dem Handelsblatt sagte. „Wir haben dann sehr schnell eine Einigung erzielt“, sagt Zhang.

Ausschlaggebend für die Übernahme waren unter anderem die Wachstumsmöglichkeiten auf dem europäischen Hotelmarkt, der laut Zhang etwa so groß sei wie beispielsweise der US-Markt, aber weitem nicht so stark konsolidiert. Der anhaltende Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China hingegen habe keine Rolle gespielt.

Zur Deutsche Hospitality gehören insgesamt 118 Hotels in 19 Ländern unter den Marken Steigenberger, Intercity Hotel, Maxx by Steigenberger, Jaz in the City und die erst im vergangenen Jahr erworbene dänische Kette Zleep Hotels. 2018 lag der Umsatz bei 770 Millionen Euro, in den kommenden Jahren dürfte mit dem neuen Eigentümer die Billionengrenze ins Visier genommen werden.

Das Ebit der Steigenberger Hotels AG wiederum betrug im vergangenen Jahr 21,2 Millionen Euro. 36 Hotels weitere sind bereits in Planung oder im Bau. Bis 2025 will Steigenberger auf 250 Standorte expandieren, was verglichen mit der Hotelanzahl im Jahre 2018 mehr als eine Verdopplung wäre.

Allerdings hielten sich die Expansionspläne auf asiatischem Böden bislang in Grenzen. In China etwa betreibt Steigenberger lediglich zwei Hotels. Steigenberger-Chef Thomas Willms hofft, dass sich das mit dem neuen Eigentümer ändert. „Noch haben wir keine Hotelneubauten in China beschlossen. Allerdings hoffen wir, dass wir mit der Huazhu Group unsere Expansionspläne aus dem asiatischen Markt realisieren können“, sagte Willms dem Handelsblatt.

Mit dem neuen Eigentümer solle aus Steigenberger eine weltweit bekannte Marke werden. Immer mehr Menschen reisen in immer entferntere Länder, daher sei es wichtig, die Marke auch in anderen Region bekanntzumachen, erklärte Willms.

Steigenberger soll von der Technologie profitieren

Die an der New Yorker Börse Nasdaq gelistete Huazhu betreibt nach eigenen Angaben mehr als 5000 Hotels in 400 Städten unter 18 Marken. Nach Zimmern sei das Unternehmen der neuntgrößte Hotelbetreiber der Welt.

„Die Übernahme der Deutschen Hospitality beschleunigt Huazhus Wachstumsstrategie, treibt das Umsatzwachstum im Upscale- und Luxussegment in Asien, inklusive China, voran und trägt zum Ausbau der internationalen Präsenz bei“, begründeten die Chinesen die Übernahme. Huazhu-Vorstandschefin Jenny Zhang sagte, die Gruppe werde künftig „für europäische Gastlichkeit, deutsche Qualität und asiatische Geschwindigkeit“ stehen.

Steigenberger solle neben der Möglichkeit, in den chinesischen Markt einsteigen zu können, vor allem von der Technologie von Huazhu profitieren. Die Chinesen haben beispielsweise bereits damit begonnen, Künstliche Intelligenz (KI) im Hotelgewerbe einzusetzen. So könne eine KI Service-Telefonate mit Hotelgästen führen. Künftig könnten zudem Roboter gewisse Service-Dienstleistungen übernehmen.

Diese und weitere Technologien dürften aber laut Zhang und Willms in Steigenberger-Hotels zunächst noch nicht eingesetzt werden. Wills sieht eher die zur Steigenberger-Gruppe gehörenden Intercity-Hotels als Experimentierfeld für neue Technologien.

In Intercity-Hotels etwa seien bereits automatische Check-ins möglich. „Steigenberger hingegen hat eine lange Tradition und auf die legen unsere Hotelgäste großen wert. Neue Technologien werden wir bei Steigenberger behutsam einführen“, sagt Willms.

Mögliche Synergieeffekte aus der Übernahme der Deutschen Hospitality sollen derweil laut Zhang keine Auswirkungen auf die Mitarbeiter- oder Hotelanzahl haben. „Die Synergien wollen wir über das künftige Wachstum und durch den Austausch von Erfahrungen und Technologien erzielen, nicht über die Senkung von Kosten“, sagt Zhang.

Mit Agenturmaterial

Mehr: Der deutsche Statthalter des ägyptischen Familienkonzerns Travco will sich nicht mehr nur auf Luxus verlassen. Thomas Willms Expansionsdevise: „Wir brauchen Hotelmarken“.

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