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Tourismusbranche „Die Reisebüros sind leer“ – Verunsicherung im Tourismus nimmt wegen Coronavirus zu

Die Unternehmen der Branche bekommen die Folgen der Epidemie zunehmend zu spüren. Marktführer Tui hat in den vergangenen Tagen an der Börse fast ein Drittel an Wert verloren.
27.02.2020 - 18:04 Uhr Kommentieren
Der Marktführer verlor in den vergangenen zwei Wochen fast ein Drittel an Wert. Quelle: dpa
Tui-Prospekte

Der Marktführer verlor in den vergangenen zwei Wochen fast ein Drittel an Wert.

(Foto: dpa)

Frankfurt Noch redet sich die Reisebranche ihre Misere schön. „Wir sehen eine zunehmende Verunsicherung bei den Urlaubskunden“, sagte Norbert Fiebig, Präsident des mächtigen Deutschen Reiseverbands (DRV) am Donnerstag in Frankfurt. Der vermehrte Informationsbedarf aufgrund des Coronavirus komme aber womöglich den Reisebüros zugute, hofft er. Auch Pauschalreiseanbieter seien in solchen Situationen stärker gefragt – schließlich böten sie in den Urlaubsregionen ihren Gästen eine Betreuung.

Die Lage in den Unternehmen entlarvt den Optimismus als Wunschdenken. „Die Reisebüros sind leer“, sagt ein Vertriebsmanager. Marktführer Tui verlor in den letzten zwei Wochen fast ein Drittel an Wert.

Wie sehr sich die Verunsicherung in den vergangenen Tagen vergrößert hat, bestätigt der Verbund QTA, dem fast zwei Drittel aller deutschen Reisebüros angehören. Vor zwei Wochen schaltete er zum Coronavirus eine Serviceseite, um den Agenten am Counter die Beratung zu erleichtern. „Die Zugriffszahlen auf die Website haben sich in den vergangenen Tagen sprunghaft vervielfacht“, berichtet nun QTA-Chef Thomas Bösl. Grund sei das Auftreten der Lungenkrankheit in Urlaubsländern wie Italien oder auf Teneriffa, wo ein komplettes Hotel unter Quarantäne steht.

Umbuchungen nehmen zu

Buchungen für Rundreisen in China habe man bis Ende April abgesagt, heißt es dazu beispielhaft beim Münchener Reiseveranstalter FTI, für Italien nehme man „eine gewisse Zögerlichkeit bei Neubuchungen im Kurzfristbereich wahr“. Auch vereinzelte Stornierungen und Umbuchungen habe es bereits gegeben. Um Kunden zu halten, bietet FTI kostenfreie Umbuchungen und Stornierungen an, falls es aufgrund des Coronavirus in bestimmten Urlaubsregionen zu Problemen kommt.

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    Wie ernst die Lage ist, zeigt sich in Österreich. Dort verhandelt die Wirtschaftskammer mit der zuständigen Gewerkschaft über ein Konzept für Kurzarbeit in den Reisebüros. In der Alpenrepublik sei das Buchungsgeschäft, in dem rund 10.000 Beschäftigte arbeiten, „nahezu zum Erliegen gekommen“, sagte WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf. Buchungen seien „dramatisch eingebrochen“.

    Der Deutsche Reiseverband bemüht sich unterdessen um Beschwichtigung. „Ich rechne nicht mit einer katastrophalen Entwicklung“, sagte DRV-Präsident Fiebig, „allenfalls mit einer reduzierten Urlaubsnachfrage.“ Insolvenzen von Reiseveranstaltern – wie 2019 noch Thomas Cook – erwarte er 2020 nicht.
    Wie ernst deutsche Reiseunternehmen die Gesundheitsgefahr tatsächlich einschätzen, zeigte sich gestern bei der Diskussion um die anstehende Touristikmesse ITB. So erklärte der Mietwagen-Broker Sunny Cars seine Absage, Alltours stornierte seinen Presseauftritt, DER Touristik wegen der Ansteckungsgefahr den geplanten Gästeabend mit 1700 Teilnehmern. Am Freitag entscheidet ein Krisenstab des Bundesgesundheits- und des -innenministeriums, ob die gesamte Messe ausgesetzt wird.

    Mehr: Verfolgen Sie in unserem Blog die Nachrichtenlage über den Coronavirus.

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