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Touristikkonzern Deutsche Thomas Cook steht vor der Zerschlagung

Für das Unternehmen als Ganzes gibt es kein belastbares Angebot. Der Insolvenzverwalter bereitet die Einstellung des operativen Geschäfts vor.
Update: 04.11.2019 - 16:52 Uhr Kommentieren
Durch die angestrebten Verkäufe von Unternehmensteilen wären gut die Hälfte der aktuell etwa 2100 Arbeitsplätze in Deutschland gesichert. Quelle: dpa
Deutschlandzentrale von Thomas Cook in Oberursel

Durch die angestrebten Verkäufe von Unternehmensteilen wären gut die Hälfte der aktuell etwa 2100 Arbeitsplätze in Deutschland gesichert.

(Foto: dpa)

Oberursel Der insolventen deutschen Thomas Cook droht die Zerschlagung. Bislang liege kein belastbares Angebot für die Fortführung des Unternehmens als Ganzes oder für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH vor, erklärten Insolvenzverwalter und Unternehmen am Montag in Oberursel bei Frankfurt.

„In Folge dessen muss die Thomas Cook Touristik GmbH nun aus rechtlichen Gründen die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs zum 1. Dezember 2019 vorbereiten“, hieß es in der Mitteilung.

Es gebe allerdings Interessenten an Firmentöchtern, hieß es weiter. Den Angaben zufolge sind mehr als 1000 Stellen gefährdet: „Durch die angestrebten Verkäufe der Unternehmensteile der Thomas Cook-Gesellschaften wären in jedem Fall gut die Hälfte der aktuell rund 2100 Thomas Cook-Arbeitsplätze in Deutschland gesichert.“

Thomas-Cook-Deutschland-Chefin Stefanie Berk sagte: „Wir haben noch bis gestern in einem Verhandlungsmarathon alle Möglichkeiten ausgelotet und unzählige Gespräche geführt.“ Zusammen mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung führe man weiter Gespräche, „um für die Mitarbeiter und die unterschiedlichen Bereiche unseres Unternehmens eine Zukunftslösung zu finden“.

Die intensiven Investorengespräche haben nach Firmenangaben bereits positive Ergebnisse erbracht. So werde man auf jeden Fall einzelne Unternehmensteile veräußern können. Interesse gebe es etwa für Bucher Reisen & Öger Tours GmbH. Hier seien Verhandlungen über eine Fortführung sehr weit fortgeschritten.

Zudem sei man sehr zuversichtlich, dass in Kürze die Hotel-Franchise-Systeme Sentido und Smartline einen neuen Besitzer erhalten. Zudem gebe es für die konzerneigene Reisebürokette und das Franchise-Reisebüro-System „finale Verhandlungen“. Auch für die eigene E-Commerce-Plattform „Golden Gate“ sowie die deutschen Markennamen Neckermann und Air Marin bestünden gute Chancen, einen Käufer zu finden.

Die britische Konzernmutter hatte Thomas Cook in Deutschland im September mit in die Insolvenz gerissen. Die betroffenen deutschen Feriengäste sollen ab Dezember entschädigt werden. Wie viel Geld sie zurückbekommen, steht nach Angaben des Versicherers Zurich aber noch nicht fest. Die Höhe der Gesamtschadenssumme sei noch unklar.

Klar ist, dass die versicherte Summe bei weitem nicht ausreicht, und dass Geschädigte nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen. Nach Angaben der Versicherung wurde bereits ein Schadensvolumen von 250 Millionen Euro gemeldet. Die deutsche Thomas Cook war aber nur bis 110 Millionen Euro versichert.

Zum Zeitpunkt der Insolvenz waren 140.000 Reisende unterwegs, die ihren Urlaub teils abbrechen mussten. Dazu kommen Gäste, die wegen des Reisestopps nicht starten konnten, ihren Urlaub aber schon an- oder voll gezahlt haben.

Mehr: Die von der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook betroffenen Feriengäste sollen ab Dezember entschädigt werden. Die betroffenen Kunden sollen aber nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen.

  • dpa
  • rtr
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