Trotz Verbot Taxi-Rivale Wundercar macht weiter

Ein Privatfahrer gegen ein Trinkgeld: Die Idee des Hamburger Unternehmens Wundercar stößt bei Taxifahrern auf Protest. Die Wirtschaftsbehörde untersagte das Konzept, Wundercar zeigt sich unbeeindruckt und macht weiter.
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Gunnar Froh, Geschäftsführer der Firma Wundercar, posiert in Hamburg mit einem Bobby-Car. Ein Verbot der Hamburger Wirtschaftsbehörde und Proteste von Taxifahrern gegen die neue Konkurrenz aus dem Internet lassen das Unternehmen Wundercar kalt. Quelle: dpa

Gunnar Froh, Geschäftsführer der Firma Wundercar, posiert in Hamburg mit einem Bobby-Car. Ein Verbot der Hamburger Wirtschaftsbehörde und Proteste von Taxifahrern gegen die neue Konkurrenz aus dem Internet lassen das Unternehmen Wundercar kalt.

(Foto: dpa)

HamburgDer umstrittene Fahrer-Vermittlungsdienst Wundercar lässt sich durch ein Verbot der Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Proteste von Taxifahrern gegen die neue Konkurrenz aus dem Internet nicht sonderlich beeindrucken. „Der Betrieb läuft weiter“, sagte Wundercar-Geschäftsführer Gunnar Froh in Hamburg. Um Probleme mit dem Gesetzgeber zu vermeiden, habe man das Konzept inzwischen etwas verändert. So will Wundercar der Kritik entgegentreten, man biete per Smartphone-App ohne Genehmigung gewerbliche Fahrten wie herkömmliche Taxi-Firmen an. Die Wirtschaftsbehörde überzeugt das nicht, der Streit wird wohl weitergehen.

Per Internet bringt Wundercar angemeldete Nutzer und einen privaten Fahrer zusammen. „Lerne tolle Leute kennen“ - dieser Aspekt soll bei der Fahrt innerhalb der Stadt laut Werbung im Vordergrund stehen. Prinzipiell sei die Fahrt kostenlos, verspricht das Portal. Jedoch gibt es die Option, ein Trinkgeld in „beliebiger Höhe“ zu zahlen - das geht jedoch nur bargeldlos über das Internet. Von dieser Summe behält Wundercar 20 Prozent.

Erst am Mittwoch hatten im europäischen Verbund Hamburger Taxifahrer gegen aus ihrer Sicht unfaire Konkurrenz aus dem Internet demonstriert. Die Fahrer wollen nicht hinnehmen, dass über Internet-Apps illegale Fahrdienste in Anspruch genommen werden können.

Plakate, Blockaden und ein Stein gegen Taxi-Apps
huGO-BildID: 37463624 Demonstrators surround a car, suspected to be a private taxi during a 24 hour taxi strike and protest in Madrid, Spain, Wednesd
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Unterwegs im Auftrag von Uber? In Madrid umrunden die demonstrierenden Taxifahrer, die gegen die neuartige Konkurrenz protestieren, diese Limousine. Die Polizei eilt heran, um Auto und Fahrer zu schützen.

Berliner Taxifahrer demonstrieren
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Der Stein des Anstoßes: Die Handy-App Uber vermittelt zwischen eigenständigen Fahrern und Fahrgästen. Die Taxifahrer befürchten, dass diese neue, weitgehend unregulierte Konkurrenz ihr Geschäftsmodell zerstört.

huGO-BildID: 37463867 A demonstrator carries a mock coffin with a message reading 'They want to kill us - Uber' during a 24 hour taxi strik
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Drastische Worte: „Sie wollen uns umbringen“, meint dieser spanische Taxifahrer, niedergeschrieben auf einem Sargimitat. In Madrid streikten fast alle Taxifahrer den ganzen Tag. Einige griffen auch zu drastischen Mitteln...

huGO-BildID: 37463632 Police officers look at a a car that was damaged by demonstrators after it was suspected to be a private taxi during a 24 hour
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Während der Demonstration in Madrid ist dieses Auto beschädigt worden – offenbar hielten es einige Krawallmacher für eine privat vermietete Limousine.

FRANCE-TRANSPORT-LABOUR-TAXI-VTC
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Nichts geht mehr: Außerhalb von Paris blockierten zahlreiche Taxifahrer die Autobahn.

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Exodus zu Fuß: Auch in anderen Städten demonstrierten die Taxifahrer. Weil sie in der südfranzösischen Stadt Marignane den Zugang zum Flughafen blockierten, liefen diese Passagiere das letzte Stück.

Naples taxi drivers strike
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Proteste auch in Italien: Diese Taxifahrer blockierten in Neapel eine Straße, um auf sich aufmerksam zu machen. In einigen italienischen Städten gab es Behinderungen.

„Firmen wie Wundercar oder Uber vermitteln im Netz die Dienste von Fahrern, die ohne Ausbildung, Versicherungen, Sozialabgaben und Gewerbeanmeldung für Trinkgeld fahren“, sagte Christian Brüggmann, Vorstand der Taxen-Union Hamburg Hansa. Damit werde die Branche wieder mit Problemen wie Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung konfrontiert, die eigentlich überwunden seien. Taxis werden mit fälschungssicheren Taxametern und Fahrtenschreiben mittlerweile lückenlos überwacht. In Hamburg gibt es rund 3300 Taxis.

Die Wirtschaftsbehörde hatte Wundercar per Brief verboten, Fahrten anzubieten, deren Entgelt die Betriebskosten übersteigt. Sollte Wundercar das Verbot ignorieren, drohen laut einer Sprecherin hohe Strafen. Der Taxi-Rivale habe für einen Widerspruch einen Monat Zeit. Im nächsten Schritt gebe es für Wundercar die Möglichkeit, sich vor dem Verwaltungsgericht gegen das Verbot zu wehren.

„Man muss sich nicht unterhalten“
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2 Kommentare zu "Trotz Verbot: Taxi-Rivale Wundercar macht weiter"

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  • Das ich das noch erleben darf, ein deutscher Geschäftsführer in Deutschland macht weiter, obwohl ihm die Wirtschaftsverbände auf den Fersen sitzen und er keine Millionen an Subventionen bekommen hat?
    Echt böser Junge der. Klasse, werde gleich mal die App holen. Und mir Gedanken machen wo ich mein Geld hinbringen kann.

  • Taxifahren ist so teuer, dass man es sich als Student oder Geringverdiener nicht leisten kann.

    Daher sind solche Apps prima um das Kartell aufzubrechen. Die Monopolisten jaulen freilich.

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