Tui mit Verlust Türkei-Buchungen brechen ein

Die Terroranschläge und andere Krisen bremsen die Reiselust der Deutschen. Beim Marktführer Tui brechen die Buchungen für die Türkei deutlich ein. Dennoch hält Konzernchef Fritz Joussen an seinen Jahreszielen fest.
Update: 09.02.2016 - 17:30 Uhr
Die weltweiten Krisen belasten den weltgrößten Reisekonzern. Quelle: dpa
Tui

Die weltweiten Krisen belasten den weltgrößten Reisekonzern.

(Foto: dpa)

HannoverDer weltgrößte Reisekonzern Tui bekommt die Terrorfolgen in der Türkei und Nordafrika deutlich zu spüren. Die Sommerbuchungen für das Land am Bosporus seien im Vergleich zum Vorjahr bislang um 40 Prozent eingebrochen, sagte der künftig allein amtierende Tui-Chef Fritz Joussen am Dienstag vor der Hauptversammlung in Hannover. Zuvor fielen schon Tunesien und weite Teile Ägyptens als Urlaubsziele weg. Joussen glaubt dennoch an eine Gewinnsteigerung im laufenden Geschäftsjahr. Hoffnung macht ein Buchungsansturm auf Spanien samt den Kanaren, trüber sind die Aussichten bei der Container-Reederei Hapag-Lloyd.

Die Tui-Aktie sackte nach den Nachrichten ins Minus. Am Morgen verlor sie an der Frankfurter Börse 2,58 Prozent auf 13,605 Euro.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember ließ der schwierige Börsengang von Hapag-Lloyd den saisontypischen Nettoverlust der Tui um gut drei Viertel auf 184 Millionen Euro anschwellen. Der Konzern musste den Wert seiner verbliebenen 12,3-prozentigen Hapag-Beteiligung erneut nach unten korrigieren, nachdem der Aktienkurs bis zum Jahreswechsel kaum von der Stelle gekommen war. Tui hatte sich schon beim Börsengang weit mehr als die erreichten 20 Euro je Anteilsschein ausgerechnet. Doch die Schifffahrtsbranche kämpft mit Überkapazitäten und niedrigen Frachtraten.

Im Reisegeschäft lief es trotz Terroranschlägen und Krisen insgesamt besser. Der Umsatz der Tui zog in den Monaten Oktober bis Dezember um gut fünf Prozent auf 3,7 Milliarden Euro an. Der um Sondereffekte bereinigte operative Verlust (Ebita) schrumpfte um drei Prozent auf knapp 102 Millionen Euro. Angesichts der Umstände sei dies ein „enorm starkes Resultat“, sagte Joussen. Reiseveranstalter schreiben im Winter meist rote Zahlen. Geld verdienen sie erst in der Hauptreisezeit im Sommer.

Das alles steckt in Tui drin
Markendschungel
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Mehr Geschäfte als man denkt: Der Tourismuskonzern Tui führt Marken in fast jedem Reise-Bereich – Fluggesellschaften, Hotels, Reiseportale, Kreuzfahrtschiffe.

Die Tui-Sparten
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Der Pool, aus dem Tui-Chef Fritz Joussen schöpft ist groß, die aktuelle Problematik, alle Marken zusammenzuführen auch. Eine Übersicht der Tui-Sparten.

Robinson Club
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Cluburlaub bitte: Zu Tui gehören im Hotelbereich unter anderem die Robinson-Residenzen. Diese gehören sowohl im Preissegment als auch im Bekanntheitsgrad weltweit zur gehobenen Klasse. Robinson wirbt unter anderem mit Programm für junge Leute, Kinder und Erholung für Ältere.

Riu Hotels
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Neben Robinson führt Tui noch die Riu-Hotels, so wie dieses in Mexiko. Zudem gehören Grupotel, Tui Blue und Iberotel zum Geschäft des Tourismus-Riesen. Doch Tui kann nicht nur groß und „protzig“...

Dorfhotel
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Es geht auch kleiner, idyllischer als in Mexiko wie hier im Dorfhotel Fleesensee. Der Hotelbereich von Tui ist groß, doch nicht der einzige – eine weitere Sparte ist die der Kreuzfahrten.

Tui Cruises
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Mein Schiff, Traumschiff? Zu Tui gehört Tui Cruises und damit mehrere Kreuzfahrtschiffe. Im Unterschied zum Konkurrenzschiff Aida beispielsweise setzt Tui auf eine ältere Zielgruppe, die Erholungs- statt Partyurlaub bevorzugt.

Mehr Kreuzfahrer
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Hier sollen die Tui-Gäste den Ausblick aufs Meer genießen. Tui Cruises ist allerdings nur eine der Gesellschaften, die Kreuzfahrten unter der Dachmarke Tui anbieten. Es gibt noch Hapag-Lloyd sowie Thomson Cruises. Thomson ist das britische Pendant zum deutschen Tui...

Während die Tui-eigenen Kreuzfahrtschiffe und Hotels operativ Gewinne einfuhren, ließen der harte Preiskampf in Deutschland und ungünstige Wechselkurse den Verlust im Veranstaltergeschäft steigen. Dazu trug auch der Einbruch der Ägypten- und Tunesien-Buchungen bei.

Viele Interessenten für Hotelbeds
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