Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Umschlagseinbruch Umschlag in Rotterdam bricht ein – Coronakrise gefährdet Europas Seehäfen

Der Seehafen verliert im ersten Halbjahr fast ein Zehntel seines Umschlags. Für deutsche Häfen wie Hamburg und Duisburg lässt das wenig Gutes erahnen.
23.07.2020 - 16:43 Uhr Kommentieren
Europas größter Seehafen hat mit sinkendem Warenumschlag zu kämpfen. Quelle: Reuters
Verladeprozess im Hafen Rotterdam

Europas größter Seehafen hat mit sinkendem Warenumschlag zu kämpfen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Bislang waren es nur Prognosen, die für Europas Häfen angesichts der Coronakrise eine düstere Zukunft voraussagten. Am Donnerstag sorgte Europas größter Seehafen Rotterdam für Gewissheit: Der mächtige Wettbewerber des Hamburger Hafens verlor im ersten Halbjahr fast ein Zehntel seines Umschlags. „Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind weltweit spürbar“, begründete Hafenchef Allard Castelein den für Rotterdam ungewöhnlich starken Einbruch.

Vor allem die gesunkene Stahlproduktion setzt dem Hafen zu. Die Stahlnachfrage, heißt es in Rotterdam, sei ab März infolge von Produktionsstillständen in der Automobilindustrie und im Baugewerbe stark zurückgegangen. Eisenerz und Schrott hinterließen ein Minus von 22 Prozent.

Auch der Umschlag von Mineralöl sank in Europas größtem Seehafen deutlich – um ebenfalls 22 Prozent. Den größten Volumenrückgang gab es beim Umschlag von Kohle, wo im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Drittel weniger verladen wurde.

Insbesondere für die deutschen Häfen, deren Halbjahreszahlen noch unveröffentlicht sind, lässt dies wenig Gutes erahnen. Noch hält man sich beim börsennotierten Hamburger Hafenbetreiber HHLA auf Anfrage bedeckt und verweist auf den 12. August, an dem die Quartalsergebnisse veröffentlicht werden sollen. Vorstandschefin Angela Titzrath gab Mitte Mai jedoch schon einmal vorsichtshalber eine Prognose ab, die wenig Grund zum Optimismus bot. Es werde einen „starken Rückgang von Volumen, Umsatz und Ebit“ geben, warnte sie.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Duisburg direkt betroffen

    Zudem drängt Titzrath darauf, den Hafenbetreiber an der Elbe krisenfester zu machen. Auf der Hauptversammlung am 20. August, so ihr Plan, sollen die Aktionäre einer „Wahldividende“ zustimmen. Damit könnten die Ausschüttungen automatisch wieder als neues Aktienkapital ins Unternehmen wandern – und damit die Liquidität der Corona-bedrohten HHLA stärken.

    Sogar über einen Zusammenschluss mit dem Bremer Wettbewerber Eurogate wird von den Hamburgern inzwischen gesprochen, was den Aktienkurs der HHLA allerdings kaum stützt. Seit Mitte Februar verloren die Papiere, die sich mehrheitlich im Besitz der Hansestadt Hamburg befinden, ein Drittel an Wert. Markus Armer, Analyst bei Independent Research, stufte HHLA von „kaufen“ auf „halten“ zurück.

    Der Einbruch in Rotterdam dürfte einen anderen deutschen Hafen unmittelbar treffen: Europas größten Binnenhafen in Duisburg. Ein Großteil von Rotterdams Warenströmen läuft über die Drehscheibe am Rande des Ruhrgebiets, die über den Rhein und eine Schienenverbindung mit dem niederländischen Seehafen verbunden ist.

    Aktuelle Zahlen gibt Duisport-Vorstandschef Erich Staake auf Anfrage zwar nicht bekannt. Doch schon im April kündigte er für 2020 einen „Rückgang der gesamten Wirtschaftsleistung“ von zehn bis 15 Prozent an.

    Mehr: Der Hafen von Piräus ist jetzt die Nummer eins im Mittelmeer.

    Startseite
    Mehr zu: Umschlagseinbruch - Umschlag in Rotterdam bricht ein – Coronakrise gefährdet Europas Seehäfen
    0 Kommentare zu "Umschlagseinbruch: Umschlag in Rotterdam bricht ein – Coronakrise gefährdet Europas Seehäfen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%