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Umstrittenes Bauprojekt Finanzierung des Nicaragua-Kanals steht

Mit Hochdruck treibt die Hongkonger HKND Group das umstrittene Kanalbauprojekt in Nicaragua voran. Nur sechs Wochen nach Erhalt der Konzession will das Unternehmen bereits alle nötigen Investoren gefunden haben.
01.08.2013 - 00:06 Uhr Kommentieren

"Nicaragua verkauft sich nicht": Demonstranten protestieren gegen den geplanten Kanalbau.

(Foto: Reuters)

Peking Sechs Wochen nach Erhalt der Konzession für den Bau des geplanten Nicaragua-Kanals hat die Hongkonger HKND Group die Finanzierung des Mega-Projekts nach eigenen Angaben sichergestellt. „Unsere Investoren sind Großbanken und andere große institutionelle Anleger“, sagte der Vorstandsvorsitzende Wang Jing in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der britischen Zeitung „The Telegraph“. Für den Bau der Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik werden 40 Milliarden US-Dollar (30,3 Mrd Euro) veranschlagt.

Innerhalb der kommenden zwei Monaten werde er die Investoren aus China, Europa und den USA bekanntgeben, kündigte Wang an. „Das sind erstklassige Investoren.“ Erst am Dienstag hatte der Staatssekretär im Washingtoner Wirtschaftsministerium, Walter Bastian, das Interesse von US-Firmen an dem Projekt angemeldet.

Das Bauvorhaben ist im In- und Ausland jedoch umstritten. Kritiker bezweifeln, dass die in Infrastrukturprojekten unerfahrene HKND Group den Bau stemmen kann. Zudem wirft die Opposition der nicaraguanischen Regierung vor, HKND zu weitreichende Rechte eingeräumt zu haben. Indigene Gruppen haben wegen der Verletzung ihrer Landrechte bereits Verfassungsbeschwerde gegen die Pläne eingelegt.

Wang zeigte sich von der Kritik indes unbeeindruckt und legte ein beachtliches Tempo vor. „Ich bin hundertprozentig sicher, dass der Bau im Dezember 2014 beginnen kann und wir 2019 fertig sein werden“, sagte er.

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    Schon vor Abschluss der Machbarkeitsstudie hat sich der Unternehmer nun offenbar auf eine Route festgelegt. Der Kanal solle von der Hafenstadt Brito am Pazifik durch den Nicaragua-See nach Bluefields an der Karibikküste führen, sagte Wang im Gespräch mit „The Telegraph“.

    Der Verlauf dürfte Umweltschützer auf den Plan rufen, die argumentieren, der Nicaragua-See sei bereits jetzt durch Abwässer stark verschmutzt und werde nach dem Bau des Kanals durch Supertanker noch weiter belastet.

    Der Nicaragua-See ist der größte See Mittelamerikas und gilt als wichtiger Süßwasserspeicher in der Region. „Der Schutz dieses Sees steht im Fokus unserer Machbarkeitsstudie“, sagte Wang. „Ich übernehme die Verantwortung für alle Umweltschäden. Ich habe meinen Mitarbeitern gesagt: Wenn wir in dem Bereich einen Fehler machen, werden wir mit Schimpf und Schande in die Geschichtsbücher Nicaraguas eingehen.“

    • dpa
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