US-Diätfirma Das Abspeck-Unternehmen Weight Watchers will eine neue Zielgruppen gewinnen: Männer.

Die Fastenzeit hat begonnen und der US-Diät-Firma Weight Watchers laufen die Kunden davon. Um dem Trend entgegen zu wirken, will das Unternehmen eine neue Zielgruppen hinzu gewinnen: Männer. Das Potenzial ist riesig.
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Weg mit den überflüssigen Pfunden: Oliver Kahn wirbt für Weight-Watchers-Produkte. Quelle: dpa

Weg mit den überflüssigen Pfunden: Oliver Kahn wirbt für Weight-Watchers-Produkte.

(Foto: dpa)

Köln/DüsseldorfFür dutzende Frauen in einem hellen Raum dreht sich an diesem Abend alles um die Zahl, die ihnen die Waage zeigt. Es geht um Sattmacher, die ungebändigte Lust am Essen und die Versuchung im Supermarkt.

Mit ihrem Coach im Weight Watchers Center in der Kölner Innenstadt besprechen sie angeregt ihre Diät-Erfolge und Probleme. Unter ihnen, ruhig im Hintergrund, drei Männer. Sie wollen ebenfalls abnehmen.  

Das US-amerikanische Unternehmen Weight Watchers, weltweit größter Anbieter von Gewichtsmanagement-Programmen, hat die Männer für sich entdeckt – die beleibten Männer um genau zu sein. Seit Anfang des Jahres bietet das Unternehmen ein spezielles Diätprogramm für Männer an und schickt Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn auf Werbetour.

Das hat einen Grund: Den Abspeckhelfern laufen die Kunden davon. Gestern Nacht enttäuschte das Unternehmen mit einem Ausblick auf die Jahresergebnisse, der weit unter den Erwartungen lag, die Aktie gab an der New Yorker Börse um 15 Prozent nach. Für das erste Quartal des Jahres erwartet Weight Watchers einen Umsatzrückgang im zweistelligen Bereich.

Bisher war Weight Watchers ein eher typisch weiblich geprägtes Produkt. Doch mit dem Vorpreschen in den Bereich der Männergesundheit eröffnet sich dem Unternehmen ein durchaus lukrativer Markt.

Laut Robert Koch-Institut zählen derzeit rund 67 Prozent der deutschen Männer als übergewichtig oder adipös – bei Frauen sind es 53 Prozent. Eine Entschlackung ist nicht in Sicht: Seit Ende 2011 leiden nach einer Studie der Universität von Melbourne weltweit 1,5 Milliarden Erwachsene unter Übergewicht, weitere 500 Millionen unter Adipositas. Tendenz steigend.

„Männer leben viel ungesünder als Frauen“
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7 Kommentare zu "US-Diätfirma: Abnehmen wie ein Mann"

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  • Mit Kahn als Werbefigur wird das Abnehm-Programm längst nicht männerspezifisch: Der Torwart hatte ja nie wirkliches Übergewicht - so auch keine Fettzellen, die darauf trainiert sind, ein Übermaß an Kalorien aufzunehmen.
    Bis Männer sich damit anfreunden, Punkte zu zählen, müssesn sie sich auf schon sehr schlecht fühlen. Deshalb ist es mit der "Marktlücke Mann" nicht so einfach - viele Männer werden zudem bekocht, entscheiden also vielleicht nur in der Kantine, was auf den Teller kommt, und das nach "gewachsenen" Gewohnheiten.
    Auch Männer müssten über ihre Ernährung in irgendeiner Form Buch führen; Portionen zählen reicht schon (bei der Portionsdiät), aber, wie man sieht, melden sich nicht die Betroffenen zu Wort, sondern die, die Anderen ihre guten Ratschläge erteilen wollen: Das ist nicht sonderlich männerspezifisch.

  • Das Problem ist einfach das selbst der Großteil der Akademiker in Deutschland es nicht gewöhnt ist selbstständig zu denken und Probleme zu lösen.

    Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass man die Zutatenliste eines Produktes ließt, welches man selbst isst und wenn man etwas nicht versteht es nachschlägt.

    Man nehme z.B. Nesquik Pulver mit, ich glaube 50% weniger Kristallzucker, deklarriert. In den Zutaten findet man als Ersatz Maltodextrin, eine hydrolisierte Stärke mit gleicher Kalorienzahl wie Haushaltszucker, aber dafür mit doppelt so hohem glykämischen Indexwert.
    Wird im Bodybuildingbereich als wheight gainer eingesetzt weil es zu einem stärkeren Insulinausstoß als Zucker führt, was nach großer Körperlicher Belastung auch wünschenswert ist, aber nur dann.
    Genau das Richtige also für die Übergewichtigen Kinder, weil weniger "Haushaltszucker" klingt doch erstmal sehr gut.
    Weil es schneller im Blut ist kommt der Zuckerschub noch schneller und die "Kunden" mögen das Produkt noch lieber, oder anders ausgedrückt die Sucht nach Süßem wird verstärkt.
    Gut für Nestle die gleichzeitig auch Riesensummen in "Health Food" investieren, man stellt sicher das man in Zukunft auch Abnehmer findet.

    Und jetzt kann jeder mal für sich untersuchen und herausfinden inwieweit das essen von Wheight Watchers Fertigprodukten sinnvoll ist im Rahmen einer "gesunden" Ernährung!

  • Einfach ab 17 Uhr keine Kohle-Hydrate mehr essen, dafür um so mehr eiweis, Öle und Rohkost und schon hat man sein Gewicht voll easy im Griff.

    Diese ganzen diäten helfen doch nur den Diät-Anbietern und haben keinen nachhaltigen Einfluss auf unser Gewicht. Im Normalfall nur den Yo-Yo Effekt.

  • Wenn Sie eine Vinaigrette aus frischen Zutaten selbst zubereiten ist selbst das Chemie. Alles auf dieser Welt hat irgendwie mit Chemie zu tun. Absolut alles. Selbst beim kauen geschehen chemische Vorgänge.

  • Einer von diesen flüssigen, weil überflüssigen Einrichtungen wenn man sich gesund ernährt und weiß was man sich in sich rein stopft. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, war Ernährungslehre ein Pflichtfach, Teil einer Sozialerziehung, an der Jungens merkwürdigerweise nur theoretisch teilnehmen durften, kochen durften nur die Mädchen.
    Heute kommen Fragen in Foren wie man denn Pferdefleisch von Schweinefleisch unterscheiden kann, die nächste Frage wird sein wie ein Kohlrabi aussieht und die chemische Zusammensetzung von Milch, weil niemand wer weiß das diese von einer Kuh kommt.
    Der Einheitsgeschmackssinn gepaart mit Einheitssinnlichkeit und Wahrnehmung. An den Folgekosten wird die Allgemeinheit beteiligt, je fetter desto besser, das gibt Umsatz.

  • mir persönlich ist das ja alles schleierhaft; wer sich nicht den ganzen Tag die ganze Lebensmittelchemiescheisse reinkippt und sich bewegt und nicht nur vor der Glotze rumhängt, kann doch gar nicht übergewichtigt sein.

    Normal essen, normal bewegen. Und gefälligst kein Zucker oder extremst wenig. Aber wenn ich schon den Werbespot " mach dir Freude auf " höre, sollte man Bescheid wissen wie Prävention in Deutschland wohl läuft. Und immer wieder das Thema: Lebensmittelampel.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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