Virtual-Reality-Start-up Staramba schockiert seine Investoren

Als Vermögensverwalter von Fußballern konnte Daudert einen prominente Investoren für Staramba gewinnen. Nun erschüttert ein Bilanzskandal die Firma.
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Staramba hat einen 3D-Scanner für Personen entwickelt. Zu den Kunden gehört Konami, der Entwickler des populären PC-Fußballspiels „Pro Evolution Soccer“. Quelle: gms
Pro Evolution Soccer

Staramba hat einen 3D-Scanner für Personen entwickelt. Zu den Kunden gehört Konami, der Entwickler des populären PC-Fußballspiels „Pro Evolution Soccer“.

(Foto: gms)

Es ist ein illustrer Kreis von Investoren und Werbeträgern, den Christian Daudert, 51, für sein Virtual-Reality-Start-up Staramba gewonnen hat: Fredi Bobic, Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt, hält vier Prozent der Anteile.

Starinvestor Rolf Elgeti setzt Millionen auf Staramba – und Hasan Salihamidžić, Sportdirektor von Bayern München, posiert in sozialen Netzwerken mit Staramba-Produkten.

Doch es war bereits die zweite Horrormeldung innerhalb weniger Monate, die Daudert seinen Promi-Aktionären überbringen musste: Staramba muss seinen Jahresumsatz für 2017 von 16 auf zwölf Millionen Euro nach unten korrigieren, teilte das Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss mit. Am Mittwoch brach die Aktie daraufhin um mehr als 25 Prozent ein.

Staramba hat einen 3D-Scanner für Personen entwickelt. Es verkauft die Technik, erstellt aber auch virtuelle Abbilder, beispielsweise von Fußballstars. Zu den Kunden gehört Konami, der Entwickler des populären PC-Fußballspiels „Pro Evolution Soccer“.

Doch zuletzt lief es alles andere als rund bei Staramba: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO verweigerte Ende Mai das Testat für den Jahresabschluss. Seither ist der Börsenwert von mehr als 150 Millionen Euro auf aktuell unter 50 Millionen Euro eingebrochen.

Nach einem Bilanzskandal muss Staramba den Jahresumsatz für 2017 nach unten korrigieren. Quelle: it.finanzmagazin.de
Christian Daudert

Nach einem Bilanzskandal muss Staramba den Jahresumsatz für 2017 nach unten korrigieren.

(Foto: it.finanzmagazin.de)

Gründer und Chef Daudert gab sich damals reumütig: „Wir haben unsere Lehren gezogen“, sagte er im Interview mit „4investors“. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Daudert mit optimistischen Umsatzprognosen danebenliegt: So sagte er 2014 der „Welt“, er peile 2016 einen Umsatz von 58 Millionen Euro an. Es wurden zwei Millionen Euro Umsatz – bei einem operativen Minus. Dem Handelsblatt sagte Daudert einmal: „Mit Staramba haben wir einen richtigen Volltreffer gelandet.“ Doch nun läuft er Gefahr, dass daraus ein Eigentor wird.

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