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Werbebranche Wie Marianne Heiß die Düsseldorfer Agentur BBDO umbaut

Die österreichische Managerin Marianne Heiß ist nicht nur VW-Aufsichtsrätin. Als Chefin der BBDO Group Germany steckt sie gerade im digitalen Transformationsprozess und sucht nach Talenten.
13.11.2019 - 18:11 Uhr Kommentieren
Die Österreicherin pendelt zwischen Wien und Düsseldorf. Quelle: ddp images/Sven Simon
Marianne Heiß

Die Österreicherin pendelt zwischen Wien und Düsseldorf.

(Foto: ddp images/Sven Simon)

Düsseldorf Marianne Heiß sitzt in einem Besprechungsraum in der sechsten Etage mit Blick auf die Düsseldorfer Königsallee. Die gesundheitsbewusste Managerin rührt in ihrem Tee mit frischen Ingwerstücken. Askese und Disziplin sind ihr wichtig. Wie auch die Arbeit. Seit einem halben Jahr ist Volkswagen-Aufsichtsrätin Marianne Heiß die neue Chefin der deutschlandweit größten Networkagentur BBDO Group Germany. Im Gespräch erklärt die 47-Jährige ihre Ziele. Sie will die deutsche Agenturgruppe mit rund 2 500 Mitarbeitern agiler und kooperativer gestalten: „Wir verlieren keine Zeit mehr.“

Das Management baute Heiß in den vergangenen sechs Monaten um. Das langjährige Führungsduo Frank Lotze und Wolfgang Schneider hat die Firma im Frühjahr verlassen. Daniel Schwab, verantwortlich für das Neugeschäft, und Frank Wolfram, der Mann fürs Digitalgeschäft, gingen ebenfalls.

Eines der neuen Talente ist Sebastian Schlosser, bisher Co-Geschäftsführer der Agentur Thjnk, der Anfang 2020 als Chief Marketing Officer zu seinem alten Arbeitgeber BBDO zurückkehren wird. Schlosser zieht in den Vorstand ein – mit CEO Heiß, dem ebenfalls neuen Finanzchef Erwin Bakker sowie dem neuen Kreativchef Till Diestel.

Letzterer soll dafür sorgen, dass BBDO bald wieder unter den drei kreativsten Agenturen des Landes zu finden ist. „Das ist unser erklärtes Ziel“, meint Heiß. Agenturen mit kreativem Profil ziehen eher Werbekunden an – so das Kalkül.

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    Das Personalkarussell würde sich bei BBDO nicht schneller drehen als bei anderen Dienstleistern. „Das ist nicht ungewöhnlich, denn die Agenturen müssen ihre Rollen neu definieren und bauen daher stark um“, sagt Oliver Klein, Chef der Beratungsfirma Cherrypicker, die Werbekunden bei der Agentursuche unterstützt.

    Inhaltliche Neuausrichtung

    Agenturen, die zu internationalen Networks gehören, stünden unter starkem Umsatzdruck. Hinzu kommt eine inhaltliche Neuausrichtung: Wo früher die Kreation eines 30-Sekunden-Werbefilms im Mittelpunkt stand, geht es heute zunehmend darum, einen Weg in der digitalen Kundenreise, neudeutsch „Customer-Journey“, zu finden. Doch bei einer Ansage stutzt Agenturkenner Klein: „Top drei unter den Kreativagenturen? Da sehe ich noch einige Luft nach oben.“

    Laut Heiß hat die Agentur seit ihrer Amtsübernahme keinen Werbekunden verloren, im Gegenteil: Es seien 22 Neugeschäfte realisiert worden, darunter Continental, Conrad Electronics, Champion Sportswear und Whats‧App. „Das Ergebnis erhöht sich dieses Jahr um einen zweistelligen Prozentbereich“, meint Heiß. Auch 2020 will die Werberin, die sich selbst als „sehr analytisch“ beschreibt, ein ähnlich „gutes Wachstum“ hinlegen. Zweistellig – so viel soll es sein.

    Im vergangenen Jahr hatte die Agentur ihren Umsatz um sechs Prozent auf 582 Millionen Euro erhöht. Allerdings ist in der Zwischenzeit ein großer Umsatzbringer verkauft worden: Der Callcenter-Dienstleister Sellbytel, der etwa 46 Prozent des Umsatzes erzielte, ging an die Webhelp-Gruppe. Eine Entscheidung des Werbekonzerns Omnicom, zu dem BBDO gehört.

    Der Dienstleister habe nicht zu der neuen Ausrichtung gepasst, meint Heiß. In der Werbebranche wird ihre zielstrebige Arbeit genau beobachtet. „Ich nehme die Agentur als sehr unaufgeregt und sehr solide geführt wahr“, sagt Branchenberater Klein.

    Am Donnerstag findet der diesjährige „Effie Award“ statt, dort werden die besten Kampagnen ausgezeichnet. BBDO ist mit einer ungewöhnlichen Arbeit vertreten: Die Werber haben für die Knochenmarkspenderzentrale des Universitätsklinikums Düsseldorf einen „Life Lolli“ erfunden; dessen Stiel ist ein Wattestäbchen, das als DNA-Probe abgegeben werden kann.

    Seit 23 Jahren arbeitet die Österreicherin für BBDO. Vor ihrer Beförderung zum CEO war sie Chief Financial Officer. Heiß pendelt seit Jahren zwischen Düsseldorf und Wien, ihrer Heimat. Das Hin und Her will sie ihren Mitarbeitern nicht unbedingt zumuten – Homeoffice und Arbeiten in Büros in den verschiedenen Städten gehörten in der Agentur heute zum Alltag, sagt Heiß: „Anders können wir gar nicht die besten Talente für uns gewinnen.“

    Mehr: Der abrupte Wechsel an der Spitze der Werbeagentur BBDO.

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