Werbebranche WPP steigt bei Hirschen Group ein

Die fünftgrößte inhabergeführte Agenturgruppe der deutschen Werbebranche verliert einen Teil ihrer Eigenständigkeit: 49 Prozent der Hirschen Group gehen an den Konzern WPP. Gemeinsam wollen beide Unternehmen expandieren.
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Es posieren CEO Martin Blach,  Marcel Loko, Gründer und Chief Creative Officer und Bernd Heusinger, Gründer und Chief Innovation Officer der Agenturengruppe. Quelle: Presse
Das Team des Hirschen

Es posieren CEO Martin Blach, Marcel Loko, Gründer und Chief Creative Officer und Bernd Heusinger, Gründer und Chief Innovation Officer der Agenturengruppe.

(Foto: Presse)

DüsseldorfEin Paukenschlag geht durch die Werbebranche: Die Hamburger Agenturgruppe Hirschen Group, zu der Agenturen wie Zum goldenen Hirschen und Freunde des Hauses gehören, gibt 49 Prozent ihrer Firmenanteile an den britischen Werbekonzern WPP. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Damit verliert die fünfgrößte inhabergeführte Agenturgruppe des Landes einen Teil ihrer Eigenständigkeit. Die Beteiligung startet nach Freigabe durch das Bundeskartellamt.

„Wir wollen unsere Expansion weiter vortreiben“, erklärt Mitinhaber Bernd Heusinger in einem Gespräch mit dem Handelsblatt seine Beweggründe (Dienstagsausgabe). Auf internationaler Ebene kooperiert die Hirschen Group künftig mit der WPP-Tochter J. Walter Thompson (JWT). Allerdings gibt es eine Einschränkung: „Wir werden die Zuständigkeit für JWT in Deutschland nicht übernehmen“, stellt Hirschen-CEO Martin Blach klar. Branchenmedien hatten den Österreicher bereits als neuen Deutschlandchef von JWT gesehen.

Die Hirschen Group beschäftigt circa 500 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 40 Millionen Euro. Zu ihren Kunden gehören Unternehmen wie Lidl, Media Markt und Ferrero.

Das sind Deutschlands Werbekönige
Platz 15: Rewe
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Zu den bekanntesten Werbegesichtern des Lebensmittelkonzerns Rewe gehört Thomas Müller, Stammspieler in der deutschen Fußballnationalmannschaft. Zur Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien trat er für Rewe in mehreren Werbespots auf – als Teil einer großen Medienkampagne. Insgesamt 183,2 Millionen Euro hat sich die Supermarktkette ihre Werbung im vergangenen Jahr kosten lassen, so eine Erhebung der Medienunternehmen Nielsen und Zenith Optimedia.

Platz 14: Aldi
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Mit Werbeausgaben von 190,6 Millionen Euro im Jahr 2014 gehört der deutsche Lebensmitteldiscounter Aldi zu den Unternehmen mit den höchsten Werbeetats in Deutschland. Allerdings handelte sich Aldi bereits mehrmals Ärger aufgrund von TV-Werbespots ein, zuletzt Anfang 2015 in Großbritannien. In der TV-Werbung versprach der Discounter, dass Kunden bei ihrem wöchentlichen Einkauf Geld sparen, wenn sie zu Aldi wechseln – man sei schließlich günstiger. Konkurrent Tesco legte Beschwerde ein, der Werbespot wurde zurückgezogen.

Platz 13: Sky
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Auf deutsche Prominente setzt auch der Pay-TV Fernsehsender Sky in seinen Werbespots: Die Fantastischen Vier, eine der bekanntesten deutschen Hip-Hop-Bands, stand 2014 für den Sender vor der Kamera. Bei den Werbeausgaben des vergangenen Jahres dürfte das durchaus zu Buche geschlagen haben. Insgesamt lag der Werbeetat von Sky bei 201,9 Millionen Euro.

Platz 12: Henkel
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Mit 224,8 Millionen Euro schafft es Henkel auf Platz zwölf der höchsten Werbeetats 2014. Allerdings schützt ein hoher Etat nicht vor peinlichen Werbefallen. Das erlebte der Konsumgüterkonzern 2013, als er mit dem Werbespot für einen WC-Reiniger einen Proteststurm in der Ukraine auslöste, da der WC-Duftspüler mit seinen Farben stark an die ukrainische Flagge erinnerte. Das Unternehmen erklärte, das Produkt sei gelb gefärbt, weil dies an Zitrone erinnere, und blau, weil dies für Wasser und Hygiene stehe. Trotzdem musste das Produkt in Osteuropa vom Markt genommen werden.

Platz 11: Lidl
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Menschen, die im Meer planschen, ein Porsche mit Schleife, ein Katzenbaby – mit einem neuen Werbespot versucht der Lebensmitteldiscounter Lidl seit Februar einen Imagewechsel. Obst, Gemüse oder Fleisch kommen im Spot überhaupt nicht vor, das Logo erscheint erst ganz am Schluss. Der Discounter investiert kräftig in neue Werbekampagnen, im vergangenen Jahr gab Lidl 228,2 Millionen Euro für Werbung in Deutschland aus. Ob sich das lohnt? Werbeexperten bezweifeln das.

Platz 10: Vodafone
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Unter die Top Ten der höchsten Werbeetats schafft es Vodafone mit jährlichen Ausgaben von 228,8 Millionen Euro. In den TV-Werbespots des Mobilfunkanbieters verwandeln sich schon mal Eier in Katzen und anschließend in Roboter – Kreativität, die sich Vodafone viel kosten lässt. Entscheidender Preistreiber ist jedoch die massive TV-Durchdringung der Kampagnen.

Platz 9: Beiersdorf
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Mit Werbeausgaben von 244,5 Millionen Euro erreicht der deutsche Konsumgüterkonzern Platz neun der höchsten Werbeetats des vergangenen Jahres. Hier im Bild: Der Vorstandsvorsitzende von Beiersdorf, Stefan Heidenreich. Werbegesicht ist seit 2014 allerdings Laufsteg-Trainer Jorge González. Aber auch gepflegte Gesichter wie das von Bundestrainer Joachim Löw strapazieren immer mal wieder den Etat.

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