Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Der Werber-Rat Berlin gewinnt den Mercedes-Pitch

Der große Mercedes-Benz-Pitch hat viele Verlierer. Und einen echten Gewinner: den Agenturstandort Berlin. Dort machen zwei Top-Werber künftig Werbung für die Marke mit Stern – in einer Agentur, die noch aufgebaut wird.
Kommentieren
Die Werbung für Mercedes kommt künftig aus Berlin. Quelle: dpa

Die Werbung für Mercedes kommt künftig aus Berlin.

(Foto: dpa)

Eine Knallermeldung sorgt in der Werbewelt für reichlich Gesprächsstoff. Den Wettbewerb für den Vorzeige-Etat von Mercedes Benz gewannen nicht die teilnehmenden Agenturen. Der Etat ging an zwei prominente Werber, die gar nicht offiziell an dem Pitch teilgenommen haben und eine Agentur erst neu aufbauen müssen. Und das, obwohl alle teilnehmenden Agenturen zu den ganz Großen der Branche zählen.

Neben vielen Verlierern dieser unsäglichen und für die Agenturen sauteuren Geschichte gibt es einen Gewinner: den Agenturstandort Berlin. Hier gibt es ab Sommer 2015 eine neue, spannende Agentur mit wahrscheinlich über 100 Arbeitsplätzen. Das ist auch dringend nötig. Die Agenturszene ist in Berlin lange nicht so groß, wie die Hoffnungen der Agenturen waren, die hier seit der Jahrtausendwende wie Pilze aus dem Boden schossen.

Es gibt zwar die kreativ enorm erfolgreiche Agentur Heimat, die Etats wie Hornbach, Otto und viele andere mehr steuert. Es gibt eine ganze Reihe kleinerer Ableger anderer Top-Agenturen wie Ogilvy, Thjnk, Serviceplan und BBDO. Und es gibt traurige Geschichten ehemaliger Großagenturen, vor allem jener, die zu den internationalen Networks gehören, die auf dem Agenturparkett so gut wie kaum eine Rolle mehr spielen. Was es hier nach wie vor nicht gibt, sind Auftraggeber. Die wenigen „echten“ Kunden in Berlin sind öffentliche Auftraggeber, Verbände und Parteien.

Britta Poetzsch ist Global Creative Director der Agentur Ogilvy.

Britta Poetzsch ist Global Creative Director der Agentur Ogilvy.

Was es aber nach wie vor im Überfluss gibt, ist eine große Faszination junger, kreativer Menschen, die vor allem eines wollen: in Berlin leben und arbeiten. Sie kommen aus der ganzen Welt. Angezogen von einem Lebensgefühl, das so in Düsseldorf, München und Frankfurt nicht existiert. Alles eine Nummer größer, bunter, wilder und internationaler. Aber auch rauer, härter und ungemütlicher.

Agenturen kämpfen nicht nur um Etats. Sie kämpfen um die besten Talente. Deshalb ist es schlau, in Berlin einen Standort zu haben, auch wenn die Kunden ganz woanders sitzen und die Finanzabteilung regelmäßig mit Beruhigungspillen versorgt werden muss. Während man in anderen Städten von der allgemeinen Ordnungsliebe und Gemütlichkeit schnell sediert wird, schüttelt einen Berlin immer wieder wach. Falls es nicht aufgefallen sein sollte: Ich liebe diese Stadt.

Die Autorin: Britta Poetzsch ist Head of Lifestyle der Agenturgruppe Serviceplan. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Der Werber-Rat: Berlin gewinnt den Mercedes-Pitch"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.