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Der Werber-Rat Die beste Kampagne des Landes

Deutschland braucht gut ausgebildete Menschen. Deswegen ist es gerade jetzt wichtig, sich als guter Gastgeber zu präsentieren. Das Land könnte sein Markenbild schärfen und der Welt seine Leistungsfähigkeit beweisen.
24.09.2015 - 21:41 Uhr
Deutschland kann von seiner Willkommenskultur auch wirtschaftlich profitieren. Quelle: ap
Flüchtlinge willkommen

Deutschland kann von seiner Willkommenskultur auch wirtschaftlich profitieren.

(Foto: ap)

Kein anderes Thema bewegt uns in diesen Zeiten mehr als die große Flüchtlingsbewegung in Europa und kein anderes Thema wird das Bild von Deutschland in der Welt mehr verändern als dieses. Wie dieses Land mit den Flüchtlingen umgeht, wird der Welt ein ganz neues, unbekanntes deutsches Image abgeben.

Es zeigt ein Deutschland mit einem offenen, freundlichen Gesicht. Hier engagieren sich die Bürger. Privat und freiwillig. Sie sammeln Spenden, packen mit an oder sorgen mit einer Durchsage im Bus dafür, dass dem bekanntesten Nachrichtenmann des Landes live im Fernsehen die Stimme versagt. Hier stehen sie am Bahnhof und applaudieren den Ankömmlingen. Keine Wasserwerfer, keine Grenzzäune, keine prügelnden Polizisten. Auch die kühle Kanzlerin zeigt ihr mitfühlendes Herz. Und landet, eben noch mit Hitlerbärtchen und Uniform als Nazibraut verunglimpft, plötzlich als Mutter Teresa auf den Titelseiten.

Britta Poetzsch ist Global Creative Director der Agentur Ogilvy.

Britta Poetzsch ist Global Creative Director der Agentur Ogilvy.

Warum ist es so wichtig, dass es diese Bilder gibt? Weil dieses Land darauf angewiesen ist, dass es anziehend wirkt auf gut ausgebildete Menschen, die hier arbeiten oder forschen wollen. Wir sind darauf angewiesen, dass wir unsere Produkte in die ganze Welt verkaufen. Deutschland ist wie eine Marke. Unser Markenbild setzt sich nicht nur zusammen aus der Qualität unserer Produkte und der Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft. Lassen wir uns nicht von der hasserfüllten braunen Brut diese Marke kaputt machen. Überlassen wir ihnen nicht die Macht über die Bilder. Wir alle bestimmen das Bild von Deutschland in der Welt. Der Kampf gegen die Dummheit hat gerade erst begonnen. Dazu braucht es Anstand, Mut und auch Geld.

Sechs Milliarden Euro wird der Finanzminister für Flüchtlinge bereitstellen. Gut angelegtes Geld. Denn das ist die beste Imagekampagne, die Deutschland je hatte.

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    Die Autorin: Britta Poetzsch ist Global Creative Director bei der Agentur Ogilvy.

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