Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Der Werber-Rat Die Guten ins Töpfchen?

Edward Snowden hat mit seinen Enthüllungen über den US-Geheimdienst NSA Mut und Moral bewiesen. An beidem mangelt es uns Deutschen, weil wir ihm nicht Asyl gewähren - wie feige!
09.07.2013 - 16:48 Uhr 14 Kommentare
In Indien demonstrieren Menschen ihre Unterstützung für Snowden. Asyl haben ihm jetzt drei lateinamerikanische Staaten angeboten. Quelle: ap

In Indien demonstrieren Menschen ihre Unterstützung für Snowden. Asyl haben ihm jetzt drei lateinamerikanische Staaten angeboten.

(Foto: ap)

In Grimms Märchen Aschenputtel gibt es eine klare Trennung von Gut und Böse. Hier wissen sogar die Tauben, dass die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen gehören. Unser Wertesystem hingegen scheint von Relativierungen geprägt. Edward Snowden hat Deutschland und anderen Ländern einen Dienst erwiesen. Er hat Mut und Moral bewiesen, die Abhörmachenschaften der NSA offenzulegen.

Aber wir leben in einer Welt, in der Mut und werteorientiertes Handeln nicht belohnt werden. Im Gegenteil. Ein Land nach dem anderen lehnt den Asylantrag von Snowden ab. Die Gründe dafür sind fadenscheinig und wohl auch feige. Natürlich will die Bundesregierung das Verhältnis zu den USA nicht gefährden.

Natürlich will umgekehrt die Opposition zumindest theoretisch, Snowden Asyl gewähren. Fraglich ist, ob sie das auch wollen würde, hätte sie die Regierungsverantwortung. Fragt man die Menschen auf der Straße, sind auch sie zwiegespalten.

Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon.

Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon.

Die Angst der Bundesregierung dürfte sich vor allem auf wirtschaftliche Konsequenzen beziehen. Vielleicht auch ganz allgemein auf eine Verschlechterung des Verhältnisses zur USA. Aber letztlich führt diese Angst dazu, dass wir Deutschen es mit dem moralischen Handeln wieder einmal nicht ganz so genau nehmen. Das Gute wird relativ.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Wir stellen lieber in den Vordergrund, dass die USA ein Rechtsstaat und eine Auslieferung Snowdens deswegen in Ordnung ist. Trotzdem zählen die USA zu den Ländern, in denen die Todesstrafe noch nicht vollständig abgeschafft ist. Snowden mag vielleicht nicht der Tod drohen, aber doch so massive Repressalien, dass Schutz zu gewähren gerechtfertigt ist.
    Stattdessen muss Snowden den Preis für sein Handeln allein zahlen und neben seiner Freundin auch sein komplettes bisheriges Leben hinter sich lassen.
    Den Preis für unmoralisches Handeln aber zahlen wir. Wir helfen Banken wie der Anglo-Irish-Bank, die sich über unsere Hilfe, ebenfalls durch Abhörprotokolle aufgedeckt, auch noch lustig macht. Ich finde es schwer, dieses Verständnis von Moral meinen Kindern zu erklären. So leicht wie bei den Tauben ist es mit den Guten und den Schlechten sicher nicht immer. Aber es ist viel zu leicht, sich so wie Deutschland aus der Verantwortung zu stehlen.

    Die Autorin:

    Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

    Startseite
    Mehr zu: Der Werber-Rat - Die Guten ins Töpfchen?
    14 Kommentare zu "Der Werber-Rat: Die Guten ins Töpfchen?"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Tabu
      Sie vergessen, dass uns das Selbstbewußtsein, der Patriotismus ausgeprügelt wurde von unsren Politikern.
      Wir dürfen nicht mehr stolz sein auf unser Land
      Gerade in den letzten 20 Jahren haben sie es sehr agressiv betrieben
      Die Deutschen sind nur noch so eine Einheitsmasse, eigene Meinung oder ähnliches ist ja nicht mehr erwünscht
      Aber so ganz langsam kehrt sich das bei den Meschen wieder um
      Ich fidne den Artikel von Frau Imdahl hervorragend

    • bloß nirgends anecken..so laviert sich die Politik
      schon seit Jahrzehnten durch die Welt.
      Wie heißt es so treffend.."jedermanns Freund,ist
      niemandens Freund"
      Und das wir es niemanden recht machen können,wird uns
      gerade vorgeführt.
      Verachtung und Häme ist der Dank,für dieses Katzbuckeln.
      Dieses Volk,wurde dermaßen mit einen Schuldkomplex
      überfrachtet,dass es kaum noch wagt,mutig seinen
      Weg zu gehen..Unsere Politiker,haben großen Anteil
      an dieser Verunsicherung.
      Snowden Schutz zu gewähren,wäre ein Befreiungsschlag
      gewesen..Man will nicht..Muß schön sein,in ewiger
      Knechtschaft anderer..

    • Ein lesenswerter Meinungsbeitrag von Frau Imdahl.
      In einem ersten Reflex könnte man sogar zustimmen zu weiten Teilen der von Frau Imdahl dargestellten Position.

      Es stimmt schon: ..."den Preis für unmoralisches Handeln zahlen wir"... - so oder so übrigens.

      Es wäre höchst seltsam, ließe sich irgendeine Regierung von Angst leiten.
      Viel eher scheint, dass Regierungen, wozu auch die Bundesregierung gehören könnte, durchaus einem politischen Kalkül folgen, das langfristige Perspektiven ins Kalkül miteinbezieht, mit einbeziehen muß.

      Dass Snowden die enge Zusammenarbeit von "Diensten" erwähnt, sowie das Ausmaß dieser Zusammenarbeit angedeutet hat stand nicht nur zu erwarten, es hätte vielmehr erstaunt, hätte Snowden diese vermutbaren Tatsachen nicht erwähnt.

      Im Falle einer erfolgten Asylgewährung Snowdens durch die Bundesregierung wären nicht nur alle Beteiligten in weitere Bredouillen hineingetapert.
      Nun gut, mag man einwenden, auf ein bißchen mehr Streit mit der US-Administration könnte man es ja ankommen lassen.

      Was allerdings geschehen würde, geschähe Snowden auf dem Territorium der Bundesrepublik irgendein Unbill, den nichteinmal zwangsläufig Dienste zu verantworten haben müssen, das wagt man sich vlt kaum vorzustellen, beleuchtet vlt jedoch auch Hintergründe ausgemachter "Feigheit".

      Berücksichtigt man Züge von Paranoia, wie sie das Denken von Geheimdiensten durchaus auch zu tragen vermögen scheinen und die Snowden selbst auch nicht eben fremd erscheinen könnten, blättert sich der Prospekt schon etwas anders auf - aber das steht schon wieder auf einem ganz anderen Blatt.





    • @Germanenhengst

      Das ist gar nicht mal so falsch, was Sie da über Cowboy-Manier u.ä. schreiben. Die USA vertreten eben selbstbewußt ihre Interessen (genau wie Rußland), was man über Deutschland nicht gerade sagen kann. Und eben das ist das Problem!
      Deutschland unternimmt seit Jahrzehnten alles, um sich möglichst klein zu machen. Nicht vorhandenes Nationalbewußtsein könnte man sowas nennen. Hier könnten wir von den USA vieles lernen.

      Die US-Geheimdienste tuen genau das, was ich auch von ihnen erwarte. Würden sie diese Drecksarbeit nicht tuen, könnte man sie abschaffen und AlQuaida das Feld überlassen. Aber in der Welt würde ich dann nicht mehr leben wollen - unsere Psychologin oben vermutlich auch nicht.

    • @BRDsklave

      Auch ich frage mich schon seit Tagen:
      Da die Rechtslage sowohl im GG wie im Datenschutz eindeutig ist, handelt niemand. Weder Legeslative noch Judikative bewegen sich.
      Ich frage mich, warum in D noch keine Bagger angerollt sind und ein großer Bolzenschneider wieder Recht und Gesetz hergestellt hat?

      Soweit ist es also schon!

      Danke für den mutigen Artikel.

      Schönen Abend noch.

    • Nachtrag:
      Warum wird hier eigentlich der Generalstaatsanwalt und der Verfassungsschutz nicht aktiv ?
      Besteht evtl. kein öffentliches Interesse an der Verfolgung solcher Straftatbestände ;-)

    • @ FatFinger
      sehr richtig!
      was soll bitte das Gelabere von "rechtsleerem Raum" ?
      Sind die Regeln im Grundgesetz nicht eindeutig genug ?
      Ganz offensichtlich soll und der Eindruck vermittelt werden das GG gilt nicht für Regierungen und Politiker.
      Nur gut dass auch deren Privatsphere aufgezeichnet wird.
      Evtl. wird ihnen das mal zum Verhängnis :-)))

    • @FatFinger

      Interessant, ich sehe es geradezu gegenteilig:

      Die Amerikaner führen sich auf wie die Vollprolos, scheren sich einen Dreck um Recht und Anstand, erpressen ihre 'Partner' zur Gefolgschaft und willkürlichem Amtsmissbrauch aus bester Cowboy-Kraftmeier-Manier heraus.

      SIE sind das Gesetzt, so meinen sie. SIE dürfen sich alles erlauben, scheren sich einen Dreck um die Befindlichkeiten der 'Partner' - einschließlich der selbstbeschlossenen Nichtakzeptanz eines internationalen Menschen-Gerichtshofs als Beispiel.

      Solch tyrannisches Gebaren müsste einen AUFSCHREI nach sich ziehen, EMPÖRUNG bis hin zur KAMPFANSAGE, dass wir uns nicht so WÜRDELOS zertreten lassen.

      Stattdessen lamentieren die Politiker im Halbkreis und die Medien werfen ein paar Nebelbömbchen - die aber der Sachlage kaum gerecht werden.

    • Der Kommentar geht mir nicht tief genut.
      Viel Fragwürdiger als das Asyl von Herrn Snowden ist für mich die Art, wie wir in unserer Demokratie die Aufsicht über unsere Geheimdienste aus der parlamentarischen Kontrolle auslagern. Alte honorische Herren entscheiden, wieviel Überwachung wir vertragen.
      Ich bin gespannt, wie unsere obersten Justizvertreter nun mit dem ganzen umgehen? Ob ein Bundesstaatsanwalt genug Mumm in den Knochen hat, sich gegen das politische Abducken zu stemmt! Oder ob sie wie bei den Guantanamo-Klagen dem politischen Druck nachgiebt.

    • Was für ein widerlicher Artikel! - Der vor allem eines zeigt: Unsere Mainstream-Medien sind durch und durch USA-feindlich.

      Und sie gefallen sich immer mehr im üblich zu werdenden Betroffenheitsgelaber. Dazu gehört nun wirklich kein Mut.

      So unbeholfen und teilweise kitschig ist das alles von der Psychologin geschrieben, dass es außerhalb jeder Diskussionswürdigkeit steht.
      Trittin würde allerdings zustimmen.

    Alle Kommentare lesen
    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%