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Der Werber-Rat Die Macht des Hashtags

Die gute alte Rautetaste eroberte vor acht Jahren das Internet. Vergangene Woche stellte Twitter die weltweit meistgenutzten Hashtags des Jahres vor. Doch wie lässt sich eigentlich das Phänomen des Hashtags erklären?
14.12.2015 - 21:42 Uhr
Twitter blickt auf das Jahr 2015 zurück. Quelle: dpa
Twitter

Twitter blickt auf das Jahr 2015 zurück.

(Foto: dpa)

Geben Sie die PIN ein und drücken Sie die Rautetaste." Mit dieser Ansage startet meist die Einwahl in eine Telefonkonferenz. In der Medizin wird das "#" als Zeichen für Knochenbrüche verwendet. Im digitalen Gesprächsraum fast schon klassisch ist die Bezeichnung Hashtag.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.
Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Und erst in diesem Kontext gelangte die schnöde Raute zu Weltruhm. Als nämlich der Internet-Aktivist Chris Messina 2007 das "#" für die Verschlagwortung auf Twitter vorschlug.

Acht Jahre später gibt es kaum eine Werbekampagne, die ohne Hashtag auskommt, mal sinnhaft, mal weniger. Das "#" verbindet die User plattformübergreifend, Inhalte der Kampagne werden so nicht nur auf einer Website gefunden, sondern eben auch sozial.

Vergangene Woche stellte Twitter die weltweit meistgenutzten Hashtags des Jahres vor. Sechs von zehn sind gesellschaftliche Themen: Von #jesuisparis bis zu #refugeeswelcome liefern die Hashtags ein Spiegelbild dessen, was in diesem Jahr die Welt bewegte.

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    Die deutschen Nutzer sehen den Reiz von Twitter dagegen eher in der Kommentierung von Fernsehsendungen. Germany’s Next Topmodel, Tatort und Dschungelcamp stehen vorn.

    Wie lässt sich das Phänomen Hashtag eigentlich erklären? Vielleicht kennen Sie das Bild des Dorfplatzes, auf dem eine Gruppe um eine Tafel mit den Sportergebnissen herum steht und diskutiert. So ähnlich ist es auf Twitter. Nur, dass der Dorfplatz global ist und statt einer Diskussion Hunderttausende Gespräche parallel geführt werden. Das verlangt nach Ordnung, nach Struktur und Selbstorganisation.

    Daher sind die meistverwendeten Hashtags auch oft Erfindungen von Einzelpersonen.

    Ich hoffe sehr, dass die Top-Hashtags 2016 weniger von schlechten Nachrichten angeführt werden und es mehr Positives gibt. Dann kann auch ich mit dem Dschungelcamp leben.

    Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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