Der Werber-Rat Die Wunscherfüller

Unsere digitale Welt demokratisiert nun endlich die letzte Bastion exklusiven Standesdenkens: Die Butler kommen zurück. Ganz ohne weiße Handschuhe diesmal, dafür aber per SMS.
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Rafael Horzon – mehr als nur Apfelkuchenbäcker. Quelle: dpa
Ideenkraftwerk auf zwei Beinen

Rafael Horzon – mehr als nur Apfelkuchenbäcker.

(Foto: dpa)

Sollten Sie demnächst in Berlin-Mitte einem jungen Mann begegnen, der ein schlichtes, weißes Regal durch die Torstraße trägt, bitten Sie ihn unverzüglich um ein Autogramm. Rollen Sie Ihren obligatorisch mitgeführten roten Teppich aus und huldigen Sie einem Genie unserer Tage. Der Mann heißt Rafael Horzon - und weil heute wieder Dienstag ist, soll das nicht länger ein Geheimnis bleiben. Der Knabe ist ein Ideenkraftwerk, das seinesgleichen sucht. Rastlos im Erfinden neuer Geschäftsideen, ruhelos im Gründen aller möglichen Firmen.

Freilich, die Idee, ins Apfelkuchengeschäft einzusteigen, kam eventuell zur falschen Zeit. Auch die Partnertrennungsagentur funktionierte nur im Film mit Matthias Schweighöfer. Nicht aufgeben! Rafael bereiste einhundert Tage lang die USA, um 100 erfolgversprechende Geschäftsideen zu sammeln.

Die zehn besten Ratschläge für Unternehmer
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Hab Spaß
„Das Leben ist ein Marathon und kein Sprint“, sagt Thorsten Reiter, dessen Buch „Start up – Jetzt! Endlich loslegen und es richtig machen“ gerade im Campus-Verlag erschienen ist. Genauso verhält es sich auch mit dem Bestreben als Unternehmer. Reiter: „Wer lange durchhalten will, sollte Spaß an der Sache entwickeln, der er täglich nachgeht, und vor allem daran, wie er es tut.“

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Glaub an dich
Unternehmer sollten sich laut Reiter darauf konzentrieren, ihre Marke auszubauen sowie ihre Arbeit zu erledigen, und aufhören, über sich und ihr potentielles Versagen nachzudenken. „Wenn sie eines Tages scheitern, werden sie es schon merken und haben genug Zeit, im Nachhinein darüber nachzudenken.“

Glücksbringer
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Glück ist eine Einstellungssache
„Jeder Gründer sollte sich entscheiden, stets Glück zu haben“, rät Thorsten Reiter. Seiner Lebensphilosophie nach liegt es in den eigenen Händen, Glück zu haben. Dabei ist für den Gründer-Experten genauso richtig, dass jeder einzelne der Herr seines Schicksals ist wie der Glaube daran, dass alles, was wir erleben, durch etwas oder jemanden vorherbestimmt ist.

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Versuchen ist gut, machen ist besser
Reiter rät jungen Unternehmern nicht zu „entscheiden“, wann sie gescheitert sind. „Scheitern passiert und es bleibt keine andere Wahl, als das Scheitern zu akzeptieren und daraus zu lernen.“ Getreu dem Motto von Meister Yoda in Star Wars: „Do or do not. There is no try!“.

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Nutze alle Ressourcen
Haben Sie Spaß daran, Teil von etwas zu sein und nutzen Sie das für sich. Als Unternehmer erhalten Sie Zugang zu Ressourcen, für die man sonst große Summen bezahlen müsste. Reiter: „Ein Marketingplan-Wettbewerb an einer lokalen Hochschule beispielsweise gibt der Einrichtung sowie ihren Studierenden Stoff, um sich weiter zu qualifizieren“, und Ihnen als Unternehmer einen enormen Pool an neuen Ideen.

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Manchmal hilft nur: Zähne zusammenbeißen!
Jungunternehmer sollten sich schnell daran gewöhnen, die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur auszutesten, sondern sie regelmäßig zu überschreiten. Thorsten Reiter: „Nur so können sich Gründer und Erfolgssuchende sicher sein, wo sie verlaufen.“ Und: „Im gemütlichen Nine-to-Five-Sessel lassen sich keine Märkte revolutionieren und keine Konsumentenerfahrungen erschaffen, die zu wahren Ereignissen im Leben der Kunden werden.“

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Gib dein Wissen weiter
Behalten Sie niemals die Dinge, die Sie auf Ihrem Weg gelernt haben, für sich. Teilen Sie, wann immer sie können, lautet die Empfehlung des Start-Up-Experten Reiter. Halten Sie also Vorträge, geben Sie Workshops oder seien sie selbst ein Mentor für andere Entrepreneure. Reiter: „Dadurch wird auch der Gründer selbst besser, versteht seine Herangehensweisen und erhöht sein Exposure.“

Der Anblick eines wohlgenährten Möbelgeschäftsbesitzers ermutigte ihn schließlich, ein Fachgeschäft für Regale zu eröffnen. Mit dem Ziel, von der Torstraße aus den Weltmarkt zu dominieren. Unvergessen auch seine Galerie Berlintokyo und das großartige REDESIGNDEUTSCHLAND-Projekt. Den wirklichen Durchbruch hatte er mit „Das weiße Buch“, ein gefeiertes Meisterstück der Erzählkunst, das vor allem eines kann: Mut machen. Die beste Idee nützt leider nichts, wenn die Zeit noch nicht reif dafür ist.

In Tagen permanenter Überforderung und maximaler Verknappung des Luxusgutes Zeit sehnt man sich nach Unterstützung. Unsere digitale Welt demokratisiert nun endlich die letzte Bastion exklusiven Standesdenkens: Die Butler kommen.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk.

Wie so oft fand der Urknall in den USA statt, jetzt wird Deutschland geholfen. Gobutlernow.com startet hierzulande seine Dienste. Die Idee ist einfach: Ein Team von echten Menschen versucht echte Wünsche zu erfüllen. Ganz ohne weiße Handschuhe, dafür per SMS. Getragen von zig Millionen Investorenkapital, verbreitet sich diese Idee gerade in atemberaubender Geschwindigkeit um den Erdball. Natürlich wird auch der Wunsch nach Apfelkuchen erfüllt, wenn’s unbedingt sein muss.

Der Autor: Armin Jochum ist Vorstand Kreation und Co-Gründer der Agentur Thjnk. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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